17. Januar 2018

Bahnverbände malen Zukunftsvision Schienengüterverkehr 2030

 

Wie sieht die Zukunft des Güterverkehrs in Deutschland aus? Diese Frage stellten sich unsere Partnerverbände VPI, VDV, NEE und VDB. Aus der Frage entwickelten sie die Idee für einen animierten Kurzfilm, indem eine beeindruckende Zukunftsvision für das Jahr 2030 gezeigt wird. Der Kurzfilm zeigt, dass der Schienengüterverkehr im nachhaltigen Güterverkehr der Zukunft die wichtigste Rolle einnimmt, denn er ist leise, effizient und klimafreundlich.

Video: Zukunftsvision Schienengüterverkehr 2030 (3:45 min)

 

 

Damit die Zukunftsvision Schienengüterverkehr 2030 Realität werden kann, muss allerdings noch viel getan werden. Als erstes sollten schnellstmöglich die politischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Ideen für die Realisierung gibt es viele. Wichtig ist etwa die Umsetzung des sogenannten „Masterplans Schienengüterverkehr“. Das 10-Punkte-Strategiepapier wurde im Juni 2017 vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) vorgestellt und entwirft ein Leitbild für die Zukunft des Schienengüterverkehrs in Deutschland. Der Masterplan gibt dabei kurz- und mittelfristige Handlungsempfehlungen für die Politik und die Bahnbranche.

 

Überblick: Die wichtigsten Maßnahmen des Masterplans Schienengüterverkehr

Mit dem Masterplan Schienengüterverkehr will das Bundesverkehrsministerium den Schienengüterverkehr zum Kernelement einer nachhaltigen Mobilitäts- und Transportstrategie ausbauen und den Marktanteil der Schiene steigern. Im Zentrum des Masterplans stehen der Ausbau der Infrastruktur, die Mobilisierung von Innovationspotentialen und eine Verbesserung der verkehrspolitischen Rahmenbedingungen.

Trassenpreise: Der Masterplan Schienengüterverkehr sieht eine „deutliche“ Reduzierung der Anlagen- und Trassenpreise vor. Im Haushalt 2018 sollen dafür voraussichtlich 350 Millionen Euro bereitgestellt werden.

740-Meter-Netz: Das Maßnahmen-Paket zur Ertüchtigung des Schienennetzes für den Betrieb von 740 Meter langen Güterzügen (EU-Standard) wurde Ende 2017 durch das BMVI positiv bewertet. Damit wurde das Maßnahmen-Paket in den vordringlichen Bedarf des BVWP überführt. Der Masterplan sieht vor, den Infrastrukturausbau unverzüglich umzusetzen. Auch sollen Lösungen zum Einsatz von 1000 Meter langen Güterzügen entwickelt werden.

Großknoten: Hamburg, Köln, Frankfurt, Ludwigshafen/Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe, München und Hannover sowie deren Zulaufstrecken sollen ausgebaut werden. Hierzu sind Maßnahmen im potentiellen Bedarf des BVWP gelistet, die zügig bewertet und umgesetzt werden sollen.

Elektrifizierung: Der Masterplan Schienengüterverkehr sieht ein Sonderprogramm zur Elektrifizierung des Schienennetzes vor. Gleichzeitig fordert das Bundesverkehrsministerium von Verladen und Fahrzeugindustrie, elektromobile Lösungen für die Vor- und Nachläufe zu entwickeln.

Abgaben und Steuern: Wie bei keinem anderen Verkehrsträger ist die Abgabenlast im Schienenverkehr in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Masterplan Schienengüterverkehr schlägt eine Entlastung der Eisenbahnverkehrsunternehmen vor, etwa durch eine Senkung von Stromsteuer und EEG-Umlage.

Digitalisierung / Telematik: Digitale Services erhöhen die Attraktivität des Schienengüterverkehrs für Kunden, zudem lassen sich die Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit im Betrieb verbessern. Voraussetzung hierfür ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur und eine Modernisierung des IT-Systems der DB Netz AG. Die Mittel hierfür sollen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramms des BMVI bereitgestellt werden.

 

Weitere Informationen:

Hier geht’s zum Film auf YouTube

Den Masterplan Schienengüterverkehr zum Herunterladen (PDF)

Die englische Version des Masterplans Schienengüterverkehr zum Herunterladen (PDF)