Digitale Automatische Kupplung eröffnet neue Möglichkeiten

Bahnverbände zeichnen Charta zur Digitalisierung des Schienengüterverkehrs

Momentan ist das Kuppeln von Güterwaggons häufig noch handarbeit. Das soll sich mit der Digitalen Automatischen Kupplung ändern.

In Hamburg unterzeichneten sechs führende Bahnverbände am Dienstag die Charta zur Digitalen Automatischen Kupplung – kurz DAK. Zu den Erstunterzeichnern gehört auch Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Für ihn ist klar, dass die DAK eine zentrale Rolle in der zukünftigen Ausrichtung des Güterverkehrs auf der Schiene einnimmt. Die Initiative der Bahnverbände sei daher ein wichtiges Zeichen für die gesamte Branche. Geht es nach den Unterzeichnern, sollen bis 2030 Güterwagen in ganz Europa automatisch kuppeln. Durch die neue Technologie wird der Gütertransport auf der Schiene effizienter. Somit wächst der Umweltvorsprung gegenüber anderen Verkehrsträgern weiter an. Für die Politik gelte es jetzt, die notwendigen Rahmenbedingungen für den flächendeckenden europaweiten Einsatz zu schaffen.

Großes Potenzial im grenzüberschreitenden Güterverkehr

Damit die DAK ihr Potenzial ausspielen kann, muss sie europaweit eingeführt werden. Für Dirk Flege nimmt Deutschland durch die anstehende EU-Ratspräsidentschaft daher eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Digitalen Automatischen Schiene ein. „Die Bundesregierung hat die einmalige Chance, sich durch die Einführung der neuen Technologie als Vorreiter der Digitalisierung in der Mobilitätsbranche hervorzutun“, so der Allianz pro Schiene Geschäftsführer. Die Digitalisierung im Güterverkehr sei damit auch ein perfektes Handlungsfeld, um zu zeigen, dass stärkere Bemühungen im Umweltschutz auch den Mobilitätssektor umfassen.

Quelle: VPI (Verband der Güterwagenhalter in Deutschland)
v.l.n.r.: Gilles Peterhans, UIP (International Union of Wagonkeepers); Neele Wesseln, NEE (Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V.); Dirk Flege, Allianz Pro Schiene; Malte Lawrenz, VPI (Verband der Güterwagenhalter in Deutschland); Michael Sikorski, VDV

Drei Schritte vorgesehen

Die am Dienstag unterzeichnete Charta sieht auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung drei Schritte vor: Die Forschung zur DAK solle gestärkt werden, ein europäischer Fahrplan zur Umstellung der Flotten festgelegt und die Finanzierung des Migrationsprozess müsse sichergestellt werden. Für die europaweite Ausrüstung von Loks und Wagons mit der neuen Technologie veranschlagen die Experten etwa sechs bis zehn Milliarden Euro.

DAK-Charta als Unternehmen oder Institution unterstützen

Neben der Allianz pro Schiene gehören der VPI (Verband der Güterwagenhalter in Deutschland), NEE (Netzwerk Europäischer Eisenbahnen), VDB (Verband der Bahnindustrie), VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) und UIP Rail zu den Erstunterzeichnern. Unternehmen und Institutionen, die das Anliegen unterstützen möchten, sind eingeladen, die Charta mitzutragen. Bei Interesse können Sie sich hier per Mail melden.

 

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