Eisenbahner mit Herz: Die Nominierten

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Beatrix Bauer
Berlin
ODEG
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Top Kundenservice, auch nach Feierabend

Unsere Einsenderin Petra P. sitzt im RB 51 der ODEG von Brandenburg an der Havel nach Rathenow, um nach Berlin zu kommen, als sie plötzlich bemerkt: Ihre Tasche ist verschwunden – offenbar hat sie sie beim Besuch beim Imbiss am Brandenburger Hauptbahnhof liegen gelassen. Zum Glück trifft sie in dieser Situation auf Zugbegleiterin Beatrix Bauer. Ohne zu zögern, bietet sie an, die Tasche am nächsten Tag selbst abzuholen und Petra P. persönlich nach Berlin zu bringen, damit keine erneute Fahrt nötig ist. Die Suche gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Der Imbiss hat die Tasche nach Feierabend einfach vor die Tür gestellt. Frau Bauer bleibt dran, findet heraus, dass die Tasche über Bahnhofspersonal ins Fundbüro gelangt ist. Sie holt die Tasche dort ab und bringt sie unserer Einsenderin nach Berlin. Am Hauptbahnhof kommt es zur Übergabe – zur großen Freude unserer Einsenderin, die dieses Engagement als außergewöhnlich empfindet. Frau Bauer, ursprünglich Lehrerin und 22 Jahre in Dublin lebend, arbeitet seit Juni 2023 als Zugbegleiterin. Dass sie auch nach Feierabend immer wieder Fundsachen zurückbringt, ist für sie selbstverständlich – und für uns ein Grund zur Nominierung als Eisenbahnerin mit Herz.

Bilal Impram
Bayern
Arverio Bayern
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Aus Stress wurde Freude, aus Kindertränen ein breites Lachen.

Bilal Impram liebt seinen Beruf, weil er ihm erlaubt, das zu tun, was er am besten kann: Menschen ein gutes Gefühl zu geben. Bevor er zu Arverio kam, arbeitete er als Flugbegleiter – doch in die Luft zieht es ihn nicht zurück. Auf der Schiene hat er seine berufliche Heimat gefunden. Wie leidenschaftlich er diesen Job ausübt, zeigen gleich zwei Einsendungen. An einem Samstagabend im RE 80 von München nach Würzburg kommt der Zug am Bahnhof Ansbach zum Stillstand und kann nicht weiterfahren. Nichts geht mehr, Frust macht sich breit. Doch anstatt die Fahrgäste sich selbst zu überlassen, übernimmt Bilal Impram die Regie. Er organisiert, dass die S4 nach Nürnberg wartet. Von dort können die Reisenden weiter nach Würzburg fahren. Aber nicht nur das: er fährt selbst mit, um sicherzustellen, dass wirklich alle gut ankommen. Mit Gelassenheit und Warmherzigkeit beruhigt er verunsicherte Fahrgäste, bringt weinende Kinder mit Späßen zum Lachen und verwandelt die angespannte Stimmung in gute Laune. Als die Gruppe schließlich in Nürnberg ankommt, danken es ihm die Fahrgäste mit spontanem Applaus. Auch eine zweite Einsenderin berichtet von seiner besonderen Art: Als sie mit ihren zwei kleinen Töchtern Schwierigkeiten hatte, den Kinderwagen in den Zug zu bekommen, ist Bilal Impram sofort zur Stelle. Mit seiner fröhlichen, zugewandten Art kümmert er sich um die weinende Tochter – und macht aus einer Fahrt, auf die sie eigentlich keine Lust hatte, ein schönes Erlebnis. „Am Ende hat er nicht nur meiner Tochter, sondern dem ganzen Wagen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, schreibt die Mutter.

Christa Weber
Bayern
DB Regio
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Brotzeit mit viel Herz

An einem nasskalten und windigen Tag im Februar 2025 steigt Adelheid K. in Würzburg in den RE10 nach Nürnberg – erschöpft von einem turbulenten Tag. Bereits auf der Hinfahrt am Morgen hatte sie bemerkt, dass ihre Geldbörse fehlte. Kein Bargeld, keine Karte, nicht einmal das Deutschlandticket, das sich ebenfalls darin befand, hat sie dabei. „Ohne Geld in der Weltgeschichte zu stehen, ist alles andere als lustig“, so unsere Einsenderin. Als die Zugbegleiterin Christa Weber zur Kontrolle kommt, schilderte Adelheid K. ihre Lage. Sie klären das Nötigste und zunächst setzt Frau Weber ihre Runde im Zug fort. Doch kurze Zeit später kehrt sie zurück – diesmal mit einem Brotzeitbeutel in der Hand: „Das können Sie heute besser brauchen“, sagt sie mit einem Lächeln. Darin: ein geschmiertes Brot, ein Apfel und ein Stück selbstgebackener Kuchen – ihre persönliche Brotzeit. Zudem achtet sie darauf, dass das Handy ihrer Fahrgästin noch ausreichend Akku hat und schenkt ihr vier Euro, damit sie sich beim Umsteigen in Nürnberg etwas zu trinken kaufen kann. „Ihre Hilfsbereitschaft hat mich ungemein berührt“, so unsere Einsenderin. Wir sagen: Klarer Fall von Eisenbahnerin mit Herz.

Helge Mai, Sven Schimmel, Manuel Drechsel und Steffen Richter
Sachsen
Trilex (Die Länderbahn)
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Empathie-Prüfung bestanden

Unsere Einsenderin steckt mitten in der Vorbereitung auf ihre Abiturprüfungen und ist auf dem Weg von Wilthen nach Dresden. In Bischofswerda betritt die Polizei den Zug, da ein Fahrgast im Zug randaliert. Auch im Führerstand ist nicht alles business as usual: Sven Schimmel absolviert gerade die finale Prüfung als Lokführer und wird begleitet durch die Prüfer Manuel Drechsel und Steffen Richter. Beim Eintreffen der Polizei verlassen sie den Führerstand, um den Zugbegleiter Helge Mai gegebenenfalls unterstützen zu können. Da fällt Ihnen unsere Einsenderin auf: Sie beginnt aufgrund der Ereignisse im Zug zu dissoziieren – Eine Reaktion auf die beängstigenden Erinnerungen an ihre traumatische Vergangenheit (Posttraumatische Belastungsstörung). Als der Stress zu einem Krampfanfall führt, ist die Situation wirklich ernst. Aber das Team der Trilex steht ihr zur Seite. Sie schirmen den Bereich ab und kümmern sich um sie. Auch die herbeigerufenen Sanitäter und Polizisten bemühen sich zu helfen, doch der Anblick der Rettungskräfte verstärkt die Panik bei unserer Einsenderin wieder. Herr Richter versteht die Situation sofort und schickt sie daraufhin weg. Mit Feingefühl und Umsicht schaffen es die Mitarbeiter der Trilex so, die Lage zu beruhigen. Aber nicht nur das: Sie besprechen sich kurz und bieten ihr dann sogar an, mit in den Führerstand zu kommen, um sie so vor einem überfüllten Zug zu bewahren.In den Augen unserer Einsenderin sind die Trilex-Mitarbeitenden echte Helden des Alltags, deren Herzenswärme und Professionalität eine Auszeichnung verdient.

Jihan Hamo
Rheinland-Pfalz
Vlexx
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Die Sonnenseele der Vlexx

Auch für Jihan Hamo gingen in diesem Jahr gleich zwei Nominierungen ein – beide zeigen eindrucksvoll, wie aufmerksam, einfühlsam und verlässlich sie für ihre Fahrgäste da ist. Am Abend des 11. April will die 19-jährige Linda K. von Ottweiler nach Völklingen reisen, um ihre Schwester zu besuchen. Durch das Baustellenchaos am Bahnhof steigt sie versehentlich in den falschen Zug und erkennt erst unterwegs, dass sie erst gegen Mitternacht ankommen und ihren letzten Anschlussbus verpassen wird. Verzweifelt wendet sie sich an Jihan Hamo, die die Not sofort erkennt. Trotz Feierabend bleibt sie eine Stunde am Umsteigebahnhof Saarbrücken bei ihr, bringt sie in den richtigen Zug und begleitet sie während der restlichen Fahrt sowie auf einem 50-minütigen Fußweg telefonisch, bis sie sicher ankommt. Für Linda K. war diese Hilfe überwältigend und schenkte ihr ein besonderes Gefühl von Zusammenhalt. Auch eine zweite Einsenderin, Frau Jin H., erlebte Jihan Hamo als rettende Stütze: Kurz vor Weihnachten erleidet sie in einem überfüllten Zug eine schwere Panikattacke. Jihan Hamo bemerkt sofort, was geschieht, handelt ruhig und empathisch und verhindert, dass die Situation für unsere Einsenderin noch schlimmer wird. „Sie hat sich sehr liebevoll um mich gekümmert und wusste sofort was zu tun ist. Ich bin ihr so dankbar, dass sie es rechtzeitig bemerkt hat, bevor die Panikattacke schlimmer geworden wäre“, schreibt die Einsenderin.

Paul Prohl
Berlin
DB InfraGo
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Paul hilft einfach – auch nach Feierabend

Am 29. Dezember steigt unsere niederländische Einsenderin Sarah O. aus Amsterdam am Berliner Hauptbahnhof aus. Zehn Minuten später stellt sie fest: Ihr Handy liegt noch im Zug. Sie eilt ins Erdgeschoss zum Infoschalter. Dort wird ihr lediglich das Ausfüllen eines Verlustscheins angeboten. DB-Mitarbeiter Paul Prohl kriegt das mit, spricht sie im perfekten Englisch an, hört aufmerksam zu und handelt sofort. Er telefoniert mit Kollegen und organisiert die Suche im Depot Rummelsburg. Im Anschluss begleitet er unsere Einsenderin zur U-Bahn, hilft unterwegs einer Familie mit schweren Taschen und notiert die Nummer ihres Begleiters. Schon wenig später meldet er sich zurück mit guten Nachrichten: Das Telefon wurde gefunden. Nach Feierabend fährt Paul selbst zum Depot, holt das gefundene Handy ab und bringt es zum vereinbarten Treffpunkt am Ostkreuz. Weniger als vier Stunden nach dem Verlust ist das Handy wieder da. Zudem schenkt er ihr noch eine Packung DB-Pralinen. Als die Reisende sich bedanken möchte, lehnt Paul jedes Trinkgeld ab. Er ist einfach nur froh, dass er helfen kann. Unsere Einsenderin bringt ihre Erlebnisse so auf den Punkt: „Reisen kann stressig sein: Man verliert seine Sachen, verirrt sich, spricht die Sprache des Landes, in das man reist, nicht. Jemanden wie Paul zu treffen, der ruhig und freundlich ist und sich sehr bemüht, einem zu helfen, ist etwas Seltenes und Wunderbares.“

Ronald-Phillip Tollkiehn
Baden-Württemberg
Arverio Baden-Württemberg
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Schutzengel der Schiene

Für den Zugbegleiter Herrn Tollkiehn von Arverio gingen in diesem Jahr gleich zwei Nominierungen ein – beide zeichnen das Bild eines außergewöhnlich engagierten Eisenbahners. Im Januar stranden Fahrgäste mit dem MEX 16 von Stuttgart nach Geislingen im Schneechaos. Nach fast vier Stunden erreicht der Zug erst um 00:45 Uhr den Zielbahnhof. Während dieser Zeit kümmert sich Herr Tollkiehn mit großer Hingabe um die Fahrgäste. Er hilft einer jungen Frau, die versehentlich im falschen Zug sitzt, bei der Rückfahrt nach Stuttgart. Außerdem beruhigt er zwei Häftlinge auf Freigang aus Ulm, organisiert eine Umsteigemöglichkeit und nimmt Kontakt mit der Haftanstalt auf, um die Situation zu klären. Unsere Einsenderin Ulrike K. muss in Geislingen feststellen: Es fährt kein Bus mehr. Taxis haben wegen des Schnees ihren Betrieb eingestellt. Die Folge? Sie und ihr Mann müssen unter Umständen 4 Stunden im eiskalten Bahnhof warten, bis vielleicht wieder Busse fahren. Für Herrn Tollkiehn keine Option: Er befreit sein Privat-Auto von Eis und Schnee und fährt unsere Einsenderin und deren Mann durch den Wintersturm nach Hause. Ein weiterer Einsender berichtet davon, dass Herr Tollkiehn auch im Alltag immer wieder durch außergewöhnliche Ruhe, Hilfsbereitschaft und Organisationstalent auffällt. Ob in Gebärdensprache für hörbeeinträchtigte Reisende oder bei medizinischen Notfällen – er handelt schnell, professionell und mit großer Empathie. Besonders bemerkenswert: Mit einer eigenen starken Sprachstörung in Form von Stottern lebt Herr Kuhn vor, was gelebte Inklusion bedeutet.

Simone Hübert
Sachsen
Mitteldeutsche Regiobahn
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Mit Mut und Kreativität gegen rechtsradikale Provokateure

Mitte Juni im RE 3 von Hof nach Dresden: Zwei aggressive Personen belasten die Mitreisenden stark. Sie treten provokativ auf, äußern sich lautstark rassistisch – einer trägt sogar eine „88“ sichtbar im Nacken tätowiert. Nach einem Personalwechsel kommt Simone Hübert als Zugbegleiterin in den Zug. Die Quereinsteigerin bei Transdev bringt aus ihrer früheren Tätigkeit als Kneipenwirtin Erfahrung im Umgang mit brenzligen Situationen mit – und bewahrt diese Ruhe nun auch im Zug. Die Provokateure haben einen Hund dabei, für den sie keine Fahrkarte besitzen und auch nicht bezahlen wollen. Einer der beiden wird zunehmend aggressiv. Frau Hübert bleibt in dieser belastenden Lage souverän und sachlich: „Obwohl der Herr absolut verbal ausfällig und aggressiv ihr gegenüber wurde, blieb sie professionell, couragiert und klar in ihren Aussagen“, schreibt unsere Einsenderin Theresa P. Mit klaren Worten stellt sie die beiden vor die Wahl: Entweder steigen sie freiwillig aus oder die Polizei wird eingreifen. So gelingt es ihr, die Situation zu entschärfen, und die Provokateure verlassen den Zug in Hohenstein-Ernstthal. Die Einsenderin ist tief beeindruckt von Frau Hübert: „Man merkte, dass es nicht um den Hund ging, sondern darum, die Passagiere zu schützen.“

Stefan Neubeck
Bayern
Bayerische Regiobahn
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Besonderer Kofferservice

Nach einer schönen Ski-Reise in Bad Gastein befindet sich unsere Einsenderin, Miranda E., auf dem Heimweg in ihre Heimat Stockholm. Ihr Plan ist es, mit dem Zug über München Ostbahnhof einen Flieger vom Münchener Flughafen zu nehmen. Die Fahrt verläuft gut, aber beim Umstieg am Ostbahnhof der große Schreck. Sie hat ihren Rucksack, mitsamt Reisepass, Geldbörse und Laptop im Zug liegen lassen. Sie versucht noch, dem Zug mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof hinterherzufahren aber vergeblich. Ihr Rucksack befindet sich schon auf Weiterreise. Miranda H. steht unter enormem Stress, bekommt Nasenbluten. In diesem Moment begegnet sie dem Lokführer Stefan Neubeck von der Bayerischen Regiobahn. Herr Neubeck beruhigt unsere Einsenderin, verspricht, alles zu tun, damit sie ihren Rucksack wiederbekommt und gibt ihr erst einmal einen warmen Tee bei Yorma‘s aus. Es gelingt ihm, den Zug zu lokalisieren, in dem sich der Rucksack befindet und direkten Kontakt mit dem Lokführer aufzunehmen. Obwohl der Zug München bereits verlassen hat, organisiert Stefan Neubeck eine Übergabe des Rucksacks an einen entgegenkommenden Zug. Damit ist der Rucksack wieder auf dem Weg zurück in die bayerische Hauptstadt – doch die Zeit drängt weiter, der Flieger wartet nicht. Eine Übergabe am Hauptbahnhof dauert zu lange. Daher bringt Herr Neubeck unsere Einsenderin zu einem anderen Bahnhof, näher am Flughafen, organisiert dort ein Taxi, das gezielt auf den ankommenden Zug wartet, und stellt sicher, dass die Weiterfahrt zum Flughafen reibungslos gelingt. Am Ende geht alles auf: Der Rucksack kehrt zurück, der Flug wird erreicht. Ohne diesen außergewöhnlichen Einsatz von Herrn Neubeck wäre dies nicht möglich gewesen.

Ulf Stuth
Niedersachsen
DB Fernverkehr
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Einer, der die Nerven bewahrt

Ein außergewöhnlicher Einsatz: Im April kommt es auf der Strecke von Dresden nach Hannover zu einem Personenschaden. Inmitten dieser belastenden Situation übernimmt der erfahrene Zugchef Ulf Stuth sofort Verantwortung – ruhig, umsichtig und mit vollem Fokus auf das Wohl seiner
Fahrgäste. Nachdem er Rettungskräfte und Polizei koordiniert, steht er den knapp 200 Personen im IC bei. Er sorgt dafür, dass die Fahrgäste frische Luft schnappen können, und unterstützt eine Frau, die eine Panikattacke erleidet. Besonders wichtig ist ihm, dass alle sicher nach Hause kommen. Er erkundigt sich bei allen Reisenden persönlich nach ihren Anschlussverbindungen, organisiert einen außerplanmäßigen Halt in Königslutter und informiert Kollegen in Folgezügen, sodass die Fahrgäste auch spät in der Nacht sicher weiterreisen können. Ulf Stuth selbst beschreibt sein Handeln schlichtweg als „selbstverständlich“. Die Einsenderin sieht das anders: „Auch wenn die Situation für alle belastend war, wurde hier Herz gezeigt und sich um das Wohl der Fahrgäste bestmöglich gekümmert.“

Viktor Schmidt
Nordrhein-Westfalen
DB Fernverkehr
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Dank Herrn Schmidt geht’s mit dem Koffer in die Tropen

Im Dezember steht für ein Ehepaar eine besondere Reise bevor. Mit dem ICE 26 fahren sie am Nachmittag von Nürnberg zum Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof. Am nächsten Morgen wollen sie dem deutschen Winter in die Dominikanische Republik entfliehen. Die Koffer sind im Wagen 37 des ICE T auf der Kofferablage im Nachbarwagen gesichert. Dort gibt es Gepäckbänder, die sich durch den Einwurf einer Pfandmünze verschließen lassen. Am Frankfurter Hauptbahnhof, einer Station vor dem Ziel, soll das Gepäck entsichert werden. Das funktioniert mit dem ersten Koffer problemlos. Beim Zweiten blockiert jedoch der Schlüssel des Schlosses und lässt sich nicht mehr herausziehen. Die beiden versuchen alles, die Zeit drängt, der Flughafen ist nahe, Panik kommt auf. Ein Zurücklassen des Gepäcks ist aufgrund der anstehenden Flugreise keine Option. In dieser Situation beginnt ein Wettlauf gegen die Minuten. Im Zug treffen sie auf den Zugbegleiter Viktor Schmidt. Der nimmt sich, zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter der Situation an. Gemeinsam versuchen sie, das Schloss zu öffnen. Vergeblich. Mithilfe eines Schraubenziehers und vereinten Kräften arbeiten beide Mitarbeiter an der Sicherung, während der Zug sich dem Flughafen nähert. Sekunden zählen. Dann gelingt es – buchstäblich in letzter Minute, das Schloss zu knacken. Der Koffer ist frei, der Urlaub gerettet. Viktor Schmidt gibt sogar noch aus seinem privaten Portemonnaie das Pfandgeld zurück und wünscht einen schönen Urlaub. Es bleibt kaum Zeit für mehr als ein kurzes Dankeschön und eine Umarmung.

Wasam Sulaiman
Niedersachsen
DB Services
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Delmenhorst blitzt und blinkt

Unser Einsender Keno D. pendelt täglich über den Bahnhof Delmenhorst. Ein Ort, an dem man normalerweise nicht verweilt, nicht genauer hinschaut. Und genau deshalb fällt ihm dort etwas Besonderes auf. Seit mehr als zwei Jahren beobachtet er immer wieder denselben Servicemitarbeiter der Deutschen Bahn. Einen Mann, der seine Arbeit mit außergewöhnlicher Sorgfalt und sichtbarem Anspruch erledigt. Mit einer Genauigkeit, die berührt: Er reinigt selbst kleinste Details, säubert Fugen der Wandfliesen, hält Mülleimer makellos sauber. Auch nach schlechtem Wetter ist der Bahnhof am nächsten Morgen wieder ordentlich und gepflegt. Man spürt, dass hier jemand nicht einfach „seinen Job macht“. Konzentriert und zuverlässig sorgt er Tag für Tag dafür, dass sich hunderte Reisende an diesem Ort wohler fühlen – ohne Aufmerksamkeit zu suchen, ohne große Worte. Für unseren Einsender ist dieser Mann ein stiller Held des Alltags. Einer, der zeigt, „wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann. Dafür möchte ich von Herzen Danke sagen.“

Amir Fifa
Saarland
DB InfraGO
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Weichen auf Koffer gestellt

Eine Zugfahrt von Reutlingen nach Saarbrücken endet für unseren Einsender Matthias S. zunächst mit einem klassischen Reise-Schreckmoment: Beim Aussteigen aus dem RE 1 bleibt der Koffer im Zug zurück. Am Reisezentrum in Saarbrücken trifft er glücklicherweise jedoch genau die richtigen Ansprechpartner: Herr Fifa und ein weiterer Kollege. Sofort nehmen sie sich der Sache an. Der Kollege kontaktiert den Endbahnhof Trier, während Herr Fifa am Abend noch gemeinsam mit unserem Einsender zum Bahnsteig geht, um den zurückgeschickten Koffer in Empfang zu nehmen. Es kommt, wie es kommen muss: Eine Weichenstörung bringt die Pläne durcheinander. Herr Fifa klemmt sich hinters Telefon und klärt die Situation. Am nächsten Morgen kann unser Einsender seinen Koffer in Trier abholen. Matthias S. ist beeindruckt, wie viel Zeit, Geduld und Engagement Herr Fifa zeigt – ganz selbstverständlich und mit einem Lächeln. So viel Hilfsbereitschaft wünscht man sich an jedem Reisezentrum.

Jens Teuber
Nordrhein-Westfalen
eurobahn
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Mysteriöser Bedarfshalt

Während ihrer Fahrt mit der eurobahn-Linie RB 71 von Herford nach Lübbecke erlebt unsere Einsenderin Grada A. einen Kundenbetreuer, der ihr in besonderer Erinnerung bleibt. Bei der Fahrkartenkontrolle bemerkt Kundenbetreuer Jens Teuber, dass ein ausländischer Fahrgast ein deutlich zu teures Ticket gelöst hat. Freundlich weist er ihn darauf hin, erklärt geduldig die Tarifstruktur und zeigt ihm, wie er künftig das passende Ticket für seine Strecke erwerben kann. Doch Herr Teubers Engagement endet nicht mit der Kontrolle. Der Fahrgast möchte an einer Bedarfshaltestelle aussteigen, findet jedoch gemeinsam mit unserer Einsenderin den Halteknopf nicht. Der Zug fährt vorbei. Sichtlich verunsichert steigt der Mann an der nächsten Station aus und nimmt einen Zug in die Gegenrichtung. Unsere Einsenderin informiert Jens Teuber über die Situation – und der handelt sofort. Er nimmt Kontakt zum Zugführer des entgegenkommenden Zuges auf, schildert die Lage und sorgt dafür, dass der Zug dieses Mal sicher an der gewünschten Bedarfshaltestelle hält. Für Grada A. ist dieser Einsatz alles andere als selbstverständlich. Oder um es in ihren Worten zu schreiben: „Das ist doch wohl ein Kundenbetreuer der Bahn mit Herz!“

Jonas Kneesch
Rheinland-Pfalz
DB InfraGO
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Feierabend und Treppen sind kein Hindernis

Im Juli reist Stephanie G. mit ihrem schwerbehinderten Sohn, der im Rollstuhl sitzt, über Mainz zurück in die Heimat. Am Bahnhof in Mainz trifft die Familie auf ein Team der Mobilitätszentrale, welches die Familie nachhaltig begeistert. Besonders der einfühlsame Umgang mit Stephanies Sohn berührt sie tief. Er fühlt sich vom ersten Moment an sichtbar wohl, ernst genommen und sicher. Für die Familie wird aus einer logistischen Herausforderung ein schöner Moment – einer, der zeigt, dass Inklusion hier nicht nur ein Wort ist, sondern gelebt wird. Da der ursprünglich geplante Anschluss nicht mehr erreicht werden kann, geht die Reise mit einem späteren Zug weiter nach Ingelheim. Dort wartet jedoch die nächste Hürde: kein barrierefreier Einstieg, kein Rollstuhlbereich im Zug. In dieser Situation ist Jonas Kneesch zur Stelle. Sein Dienst ist eigentlich bereits beendet, doch das spielt für ihn keine Rolle. Er muss auch nach Ingelheim und fährt mit der Familie mit. Am Zielort trägt er Stephanies Sohn kurzerhand gemeinsam mit dem Rollstuhl über die Treppenstufen am Bahnhof. Für Stephanie G. ist dieser Einsatz nach Feierabend alles andere als selbstverständlich. Sie schreibt uns: „Vielen Dank für diesen besonderen Einsatz und die Menschlichkeit, die wir an diesem Tag erleben durften!“

Michael Jaeger und Hasan Eder
Niedersachsen
Enno
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Gestrandet in Hildesheim – und doch bestens aufgehoben

Schneechaos und eisige Kälte bringen den Bahnverkehr in Norddeutschland im Januar vielerorts zum Erliegen. Auch unser Einsender Thobias G. strandet am 9. Januar 2025 am Hauptbahnhof Hildesheim. Doch aus der angespannten Situation entsteht dank zweier engagierter Eisenbahner etwas Unerwartetes: ein Ort der Wärme, des Austauschs und der guten Gespräche. Der Zug von Lokführer Michael Jaeger und Zugbegleiter Hasan Eder wird als sogenannter Wärmezug im Bahnhof bereitgestellt. Fahrgäste, die wegen des Wetters nicht weiterreisen können, können sich in diesem Zug aufwärmen. Michael Jaeger, Quereinsteiger bei enno, nimmt sich viel Zeit für die gestrandeten Fahrgäste. Er erklärt geduldig die Hintergründe des wetterbedingten Stillstands, erklärt Fragen zum Bahnverkehr allgemein und spricht mit seinen Gästen über Bahnthemen, für die im Alltag kaum Raum ist. Ganze zwölf Stunden verbringt er im Zug, den er mit Humor sogar scherzhaft als „Spielzeugbahn“ an der Anzeige am Zug anzeigen lässt und damit für Heiterkeit sorgt. Auch Zugbegleiter Hasan Eder trägt mit seiner offenen Art dazu bei, dass die Stimmung trotz der widrigen Umstände positiv bleibt. Es entstehen viele Gespräche, neue Kontakte und ein Gefühl von Gemeinschaft. Gemeinsam schaffen Lokführer und Zugbegleiter einen besonderen Ort an einem kalten Winterwochenende. Unser Einsender fasst es so zusammen: „Ein extrem nettes Team und sehr interessante Gespräche bei bester Laune. Obwohl in Hildesheim nichts mehr vorwärtsging, hatte die gesamte Mannschaft immer noch ein Lächeln.“

Rebekka Schumer
Sachsen-Anhalt
Abellio Mitteldeutschland
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Die Glücksbringerin

Rebecca Schumer nutzt ihre Pausen oder ein kleines Zeitfenster vor der Arbeit häufig für einen kurzen Spaziergang über grüne Wiesen. Das gibt ihr etwas Ruhe im Alltag als Mutter und Zugbegleiterin bei Abellio. Findet sie ein vierblättriges Kleeblatt, nimmt sie es mit zur Arbeit und verschenkt es an Fahrgäste, die gerade ein wenig Glück gebrauchen könnten. So trifft auch Simone T. auf die Glücksbringerin der Abellio. Am Abend ist sie mit dem RB 20 auf dem Weg Richtung Leipzig, um in Erfurt mit dem ICE nach Coburg weiterzufahren. Dann die Nachricht des DB-Navigators: Ihr ICE fällt aus. Simone T. droht, in der Nacht in Erfurt zu stranden. Rebecca Schumer bemerkt die Verzweiflung ihres Fahrgasts sofort und versucht sie zu beruhigen – für die Zugbegleiterin ein selbstverständlicher Teil ihres Jobs. Doch sie tut noch mehr: Ihr fällt aufgrund des beobachteten ICE-Verkehrs auf, dass die Angaben des DB-Navigators fehlerhaft sein könnten, und tut alles, um zu erfahren, ob der Zug doch fährt. Am Umsteigebahnhof schenkt sie Simone T. zwei ihrer vierblättrigen Kleeblätter. Und tatsächlich: Der angeblich ausgefallene ICE fährt doch. „Ohne sie hätte ich wohl einen Nervenzusammenbruch erlitten“, schreibt Simone T. voller Dankbarkeit.

Stephanie Da Costa Fonseca und Benjamin Röhrig
Hessen
DB Fernverkehr
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Ein Dutzend Telefonate

Am 10. Dezember erlebt unsere 81-jährige Einsenderin, Helga E., auf der Fahrt von Leipzig nach Mannheim eine nicht alltägliche Situation. Zunächst sitzt sie im ICE 1650 und plant den Umstieg in Frankfurt in den Zug nach Mannheim. Eine Durchsage veranlasst sie zu einer spontanen Entscheidung: Sie wechselt bereits in Fulda den Zug. Erst auf dem Bahnsteig wird ihr bewusst, was sie im vorherigen Zug vergessen, hat: ihre Handtasche. Inklusive Fahrkarte, Bargeld, Ausweispapiere und dem Hausschlüssel. Sie bemerkt ihren Fauxpas, da schließen sich gerade die Türen des ICE. In ihrer Verzweiflung trifft sie auf Zugbegleiterin Stephanie Da Costa Fonseca und deren Kollegen Benjamin Röhrig. Sie betreuen den „neuen Zug“, der unsere Einsenderin nach Mannheim bringen soll. Beide reagieren sofort: ruhig, empathisch und lösungsorientiert. Noch am Bahnsteig nehmen sie Kontakt zum vorherigen Zug auf. Die Tasche ist gefunden und beim Personal gesichert – doch eine Übergabe gestaltet sich schwierig. Wegen Personalmangels kann sich im ICE 1650 niemand darum kümmern, ein Kurier ist aus formalen Gründen ausgeschlossen. Für Frau Da Costa Fonseca und Herrn Röhrig ist damit aber noch lange nicht Schluss. Beharrlich telefonieren sie weiter, denken um Ecken, geben nicht auf. Schließlich haben sie eine Idee: Sie informieren die Leitzentrale in Frankfurt. Dort müssen beide Züge halten. Und tatsächlich. Aus der Bereitschaft nimmt jemand die Tasche aus ICE 1650 entgegen und bringt sie zu unserer danach eintreffenden Einsenderin. Am Ende hält Helga E. ihre Tasche wieder in den Händen. Aus großer Sorge wird tiefe Erleichterung – und aus Dankbarkeit eine Nominierung. Für unsere Einsenderin ist klar: Hier wurde nicht nur organisiert, sondern echtes Herz gezeigt.

Tobias Redeker
Niedersachsen
metronom
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Serviceorientierter Pragmatiker mit Herz

Bei metronom war man nicht überrascht, als Herr Redeker für die Auszeichnung Eisenbahner/in mit Herz vorgeschlagen wurde. Als freundlicher, hilfsbereiter und verlässlicher Mitarbeiter ist er dort bestens bekannt. Wie sehr er diese Eigenschaften lebt, zeigt die Geschichte unserer Einsenderin Iris B. Eines Abends im April lässt sie auf ihrer Reise von Hamburg nach Hannover beim Umstieg in Buchholz ihren Rucksack im Zug zurück – mit Portemonnaie, Schlüsseln, wichtigen Karten und ihrem Arbeitslaptop. Eine Situation, die schnell zur Katastrophe hätte werden können. Über die Bundespolizei kommt schließlich der Kontakt zu Herrn Redeker zustande, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem RE 4 auf dem Rückweg von Bremen nach Hamburg befindet. Er findet ihren Rucksack im Zug und organisiert nur kurze Zeit später eine unkomplizierte Übergabe am Bahnsteig in Buchholz. Zusätzlich informiert er Frau B. über die schnellste Weiterreisemöglichkeit nach Hannover, wo sie ja ursprünglich hinwollte. „Der Verlust wäre eine kleine Katastrophe gewesen“, schreibt die Einsenderin. „Umso mehr habe ich mich in meiner aufgelösten Stimmung gefreut, dass Herr Redeker so prima reagiert hat.“

Alexander Rezek
Nordrhein-Westfalen
DB Vertrieb
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Alexander Rezek: Superstar

Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass Alexander Rezek für diese Auszeichnung nominiert wird. Die zahlreichen Einsendungen machen deutlich, warum: Er ist ein Mitarbeiter, der für seine Kundinnen und Kunden immer da ist – geduldig, zugewandt und mit außergewöhnlichem Engagement. Am Schalter des DB-Vertriebs nimmt sich Alexander Rezek Zeit, hört zu und findet Lösungen, selbst dort, wo andere längst aufgegeben hätten. Ob komplexe Fragen zur BahnCard, knifflige Reservierungen, Gruppenbuchungen oder Entschädigungsansprüche – mit Fachkenntnis und Humor bringt er Ordnung in jedes noch so komplizierte Anliegen. Die Einsenderin Irene-Christine V., die gleich von mehreren Begegnungen berichtet, beschreibt, Herr Rezek schaffe es, „KI-like den Computer zu überlisten“. Sie schlägt vor, ihn als Ausbilder einzusetzen. Eine andere Einsenderin regt an, sein „erstklassiges Verkaufsbenehmen“ in einem Video festzuhalten – als Vorbild für andere und als Werbung für die Bahn. Besonders beeindruckend ist, wie es Alexander Rezek gelingt, selbst skeptische oder verärgerte Kundinnen und Kunden abzuholen und mitzunehmen. Seine Kompetenz und Freundlichkeit sorgen regelmäßig für einen Stimmungsumschwung, wie uns Brigitte C. mitteilte: „Ich bin skeptisch angekommen und mit einem breiten Grinsen gegangen.“

Jacqueline Stawicki
Hessen
DB Fernverkehr
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Kleine Geste, große Wirkung

Kurzfristig muss unsere Einsenderin Nina W. im März 2025 von Berlin ins mittelhessische Kirchhain reisen. Der traurige Anlass: Ihre Mutter liegt im Sterben, und sie möchte sie unbedingt noch einmal sehen. Im ICE dann der Schock: eine Weichenstörung, Verspätung – der Anschlusszug in Kassel droht verloren zu gehen. Weinend wendet sich Nina W. an Zugbegleiterin Jacqueline Stawicki und fragt, ob der Zug nach Kirchhain vielleicht warten könne. Frau Stawicki, die selbst kurz zuvor ihren Großvater verloren hat, kontaktiert den Anschlusszug. Ein Versprechen kann sie nicht geben – doch sie tut etwas anderes: Sie nimmt sich Zeit, hört zu und bringt unserer Einsenderin erst einmal einen großen Kaffee aufs Haus. „Den brauchen Sie jetzt“, sagt sie. Außerdem gibt sie ihr wertvolle Tipps, wie sie am weitläufigen Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe am schnellsten umsteigen könne. Diese kleine und zugleich große menschliche Geste habe sie sehr berührt und gestärkt, schreibt uns Nina W. Am Ende erreicht sie ihren Anschlusszug – ohne das Engagement und die Unterstützung von Jacqueline Stawicki wäre das nicht möglich gewesen.

Mesut Burus und Armin Dörr
Nordrhein-Westfalen
eurobahn
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Niemand strandet in Münster 

Im Hochsommer befindet sich eine große Reisegruppe auf dem Heimweg von Berlin nach Westfalen. Die meisten Reisenden sind über 70 Jahre alt, mehrere stark gehbehindert. Geplant ist die Ankunft in Hamm am frühen Abend, mit Anschluss Richtung Münster und von dort weiter nach Rheine. Doch aus der Reise wird eine Odyssee: Die Verspätung des ICE summiert sich auf mehr als viereinhalb Stunden. Mit großer Anstrengung erreicht die Gruppe schließlich um 23:24 Uhr in Hamm noch einen Zug der eurobahn nach Münster. Der Zeitpuffer für den letzten Anschluss nach Rheine ist nun minimal. Als der Zug unterwegs erneut zum Stillstand kommt, kippt die Stimmung. Nervosität macht sich breit, bei einigen auch Erschöpfung und Wut. Die Sorge ist groß, die Nacht in Münster verbringen zu müssen. In diesem Moment übernimmt Zugbegleiter Mesut Burus Verantwortung. Ruhig, klar und mit großem Einsatz. Der Bahner in dritter Generation brennt für seinen Beruf und entscheidet: Diese Gruppe wird heute nicht stranden. Er lässt Kontakt zum Fahrdienstleister aufnehmen, um diesen darum zu bitten, dass der Zug auf einem Gleis in Münster einfährt, der einen möglichst kurzen Umsteigeweg ermöglicht.  Zudem regt er an, den Lokführer des Anschlusszuges zu informieren, damit dieser – sofern er zustimmt – wartet. Und in diesem Zug sitzt eben unser zweiter Nominierter, der Lokführer Herr Dörr, für den es ebenso ganz selbstverständlich ist, dass nachts niemand strandet. Der Plan der beiden geht auf. Herr Dörr bleibt so lange stehen, bis auch die letzten Reisenden den Umstieg geschafft haben. Kurz nach Mitternacht erreicht die Gruppe schließlich Rheine – erschöpft, aber erleichtert. Was bleibt, ist die Gewissheit: Dank Umsicht, Beharrlichkeit und echter Verantwortung haben Mesut Burus und Armin Dörr dafür gesorgt, dass alle nach einem langen, aufwühlenden Reisetag sicher nach Hause kommen.

Nicholas Faltermeier
Bayern
Arverio Bayern
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Herr Faltermeier rettet das Weihnachtsfest

Am 20. Dezember 2025 reist die Mutter unseres Einsenders Thomas V. mit Arverio von Würzburg nach Augsburg, um die Weihnachtstage mit ihrer Familie zu verbringen. In ihrem Rucksack hat sie das, was kurz vor Weihnachten besonders wichtig ist: Geschenke für die Enkel. Kurz nach ihrem Ausstieg in Augsburg dann der Schreck. Sie hat den Rucksack mit den Geschenken und allen persönlichen Gegenständen im Zug vergessen! Nach kurzem Überlegen entscheidet sich die Familie, selbst aktiv zu werden, und fährt bis zum Endbahnhof nach München. Die Hoffnung, den Rucksack tatsächlich wiederzufinden, ist gering. Doch in München treffen sie auf ihren Helden, den Zugbegleiter Nicholas Faltermeier, der sich gerade in einer kurzen Pause befindet. Obwohl zunächst unklar ist, in welchem Zug der Rucksack liegt, zögert er nicht. Eilig durchsucht er drei Züge und insgesamt sechs Führerstände. Im letzten wird er fündig: Der Rucksack mit den Geschenken ist wieder da und das Weihnachtsfest gerettet!

Patricia Bergmann
Bayern
DB InfraGO
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Die gute Seele des Bahnhofs Landshut

Am Bahnhof Landshut arbeitet eine Frau, für die Mobilitätsservice nicht nur ein Beruf, sondern eine echte Berufung ist: unsere Nominierte Patricia Bergmann. Die gelernte Zahnarzthelferin ist seit zwölf Jahren bei der Bahn tätig, davon elf Jahre als gute Seele und, wie sie selbst sagt, als „Mädchen für alles“ am Bahnhof Landshut. Nominiert wurde sie von Susanne H., die ihre im Rollstuhl sitzende Tochter Carla erstmals allein mit dem Zug von Landshut nach Passau reisen lässt, um dort ihre Tante zu besuchen. Für Patricia Bergmann beginnt ihr Einsatz dabei schon lange vor der eigentlichen Fahrt. Entgegen dem Standard ruft sie ihre Kundinnen und Kunden vorab an, klärt Fragen, baut Vertrauen auf und nimmt Ängste, bevor sie überhaupt entstehen können. Dieser persönliche und freiwillige Einsatz beeindruckt die Einsenderin sehr. Vor der ersten alleinigen Reise ihrer Tochter begleiten sie viele Sorgen, doch Frau Bergmann nimmt ihr diese mit ihrer empathischen Art. Auch am Bahnhof selbst erlebt sie besondere Aufmerksamkeit: „Sie hat Carla freundlich begrüßt, sich ihr zugewandt, sie informiert und mit ihr gescherzt. Als Pädagogin ging mir da das Herz auf. Oft wird über Carla hinweggeredet – Frau Bergmann hat sich auf Augenhöhe begeben.“ Als der Aufzug nicht funktioniert, bleibt Patricia Bergmann ruhig und lösungsorientiert. Sie unterstützt beim sicheren Überwinden der Treppenstufen und sorgt dafür, dass Carla stressfrei in den Zug nach Passau einsteigen kann, wo sie glücklich ankommt. Inzwischen ist Carla bereits dreimal mit ihrer Hilfe gereist, und jedes Wiedersehen ist eine große Freude. Die Einsenderin bringt es auf den Punkt: „Inklusion ist für viele nur ein Wort. Frau Bergmann lebt sie.“

Werner Ringhut
Bayern
Agilis
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Ein Schaffner mit dem besonderen Gespür

 Volle Züge, ungewohnte Geräusche, unvorhergesehene Situationen. Für Menschen mit posttraumatischen Belastungen kann all das schnell überwältigend werden. Eine bewährte Methode, um diese Situation für Betroffene zu erleichtern, ist die Begleitung durch einen Assistenzhund. Doch auch ein solcher muss erst einmal ausgebildet werden. Für Hund und Mensch kann auch das eine große Herausforderung sein, wie unsere Einsenderin Beatrix S. erlebt hat. In dieser Zeit ist Werner Ringhut, Zugbegleiter bei der Agilis, eine enorme Hilfe für unsere Einsenderin und ihren Assistenzhund „Snoopy“. „Wenn mein Hund oder ich besonders nervös waren, blieb er ruhig an unserer Seite und hat so manchen posttraumatischen Anfall verhindert.“ Herr Ringhut denkt aktiv mit: Er informiert andere Fahrgäste sensibel darüber, dass ein Assistenzhund in Ausbildung mitfährt und Trainingsaufgaben durchgeführt werden. Wo immer möglich, unterstützt er beim Training, ohne seine anderen Aufgaben zu vernachlässigen. Trotz seines Engagements zeigt sich Herr Ringhut bescheiden und bezeichnet seine Hilfe als selbstverständlich – für ihn ein Teil seines Jobs. Für die Einsenderin aber ist klar: Er ist ein Zugbegleiter mit viel Empathie und einem besonderen Gespür für die Bedürfnisse seiner Fahrgäste.