Infraplan läutet Systemwechsel ein

Berlin, 06.10.2026. Die Allianz pro Schiene sieht im heute vorgestellten Infraplan den Einstieg in einen Systemwechsel bei der Steuerung und Entwicklung der Schieneninfrastruktur in Deutschland. Im nächsten Schritt müsse es darum gehen, den Infraplan auch finanziell abzusichern. Dazu brauche es die zügige Umsetzung des bereits im Koalitionsvertrag angekündigten Eisenbahninfrastrukturfonds für eine überjährige Finanzierung.

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte: „Der Infraplan ist deshalb der Auftakt zu einem Systemwechsel, weil Infrastrukturvorhaben nicht mehr einfach nur mit ungewissen Erfolgsaussichten angekündigt werden. Der Bund macht transparent, welche Prioritäten er in den nächsten fünf Jahren setzen will – und schafft ein Instrumentarium, dies auch umzusetzen. Die im Infraplan enthaltenen Maßnahmenlisten stellen dar, wo die Projekte stehen und wie sie sich entwickeln. Dadurch erhalten wir ein großes Stück mehr Transparenz bei der Entwicklung der Schieneninfrastruktur.“

Einer der großen Vorteile des Infraplans sei die mehrjährige Laufzeit über fünf Jahre, sagte Flege: „Die mehrjährige Perspektive ist entscheidend für Planungssicherheit und Zielorientierung. Der Infraplan wird jährlich rollierend fortgeschrieben. Das sorgt dafür, dass die Politik nachsteuern kann. Wichtig ist jetzt, den Infraplan auch gesetzlich zu verankern. Unser Nachbarland Österreich handhabt das ganz ähnlich – und seit Jahren mit großem Erfolg für die österreichische Schieneninfrastruktur.“

Verbindlichkeit bei Finanzierung muss folgen

Mit dem Infraplan schaffe der Bund auch ein zentrales Instrument zur Steuerung der DB InfraGO AG. Flege: „Der Bund definiert im Infraplan über konkrete Projekte und Steuerungskennzahlen verbindliche Entwicklungsschritte für die Schieneninfrastruktur in Deutschland. Damit bestimmt er auch das Tempo des Netzausbaus. Hier wünschen wir uns im Rahmen der kommenden jährlichen Fortschreibungen des Infraplans deutlich mehr Maßnahmen für das Wachstum des Schienennetzes, um Kapazitätsengpässe zu beheben, Elektrifizierungslücken zu schließen und schrittweise den Deutschlandtakt umzusetzen.“

Damit der Infraplan auch überjährig verlässlich wird, fordert die Allianz pro Schiene, dass die Finanzierung des Infraplans abgesichert wird. Flege: „Der Systemwechsel ist erst vollzogen, wenn der Bund sich bei der Entwicklung der Schieneninfrastruktur von der jährlichen Haushaltsplanung löst und die Projekte des Infraplans analog zu dessen Laufzeit überjährig und verbindlich durchfinanziert. Dafür braucht es schnell den im Koalitionsvertrag angekündigten Eisenbahninfrastrukturfonds. Erst dann wäre das wichtigste bahnpolitische Reformvorhaben in dieser Legislaturperiode vollendet.“