Ansbach – Gelungene Verbindung von klaren Formen und freundlicher Atmosphäre

Nach umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erstrahlt der Bahnhof in Ansbach in neuem Glanz. Ansbach bietet den Reisenden eine freundliche Atmosphäre, eine gute Verknüpfung zum Busverkehr, viel Platz für Fahrräder und eine überdurchschnittliche Aufenthaltsqualität dank einer bemerkenswerten Bahnhofshalle. Die Begründung der Jury im Wortlaut:

„Der Bahnhof Ansbach empfängt die Reisenden in heller und entspannter Atmosphäre. Das Bahnhofsgebäude aus den 1950er Jahren mit seinen klaren Formen präsentiert sich nach mehrjährigem Umbau frisch renoviert, lichtdurchflutet und in neuem Glanz. Bahnsteige und Unterführung wurden in den vergangenen Jahren ebenfalls umfassend saniert und barrierefrei hergerichtet. Im renovierten Bahnhofsgebäude ist es vor allem die Wartehalle, die mit ihrer hohen Fensterfront, der gegenüberliegenden Uhrenwand, Leuchten in modernem Design und geschwungenen Holzbänken die Blicke auf sich zieht und zum Verweilen einlädt. Über die Halle ist auch das Reisezentrum erreichbar, das den Reisenden von Montag bis Samstag zur Verfügung steht, sowie ein Zeitschriftenladen.

Die Jury hat aber nicht nur die helle und freundliche Atmosphäre im Bahnhof beeindruckt, sondern auch die gute Einbindung des Bahnhofs in die Stadt, die zeitgemäßen Verknüpfungen mit Bus, Pkw und Fahrrad sowie viele weitere gelungene Details.

Einbindung in die Stadt und Anschlussmobilität

Der Busbahnhof befindet sich in Ansbach unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude und ist somit auf denkbar kurzem Wege erreichbar. Der Abfahrtsbereich der Busse bildet so eine Brücke zwischen Bahnhof und Stadt. Infosäulen weisen den Ankommenden den Weg, entweder zur richtigen Halteposition der Busse oder zu den fußläufig erreichbaren Zielen in der Stadt. Eine direkte Anfahrt mit dem Pkw oder mit dem Taxi zum Bahnhof ist in den Seitenbereichen möglich, ohne dass die Laufwege der Fußgänger gekreuzt werden und mit ausreichend Platz zum Wenden.

Auch mit den anderen Verkehrsmitteln ist die Verknüpfung in Ansbach vorbildlich. Rund um den Bahnhof befinden sich verschiedene Pkw-Parkmöglichkeiten; ein großer Park+Ride-Parkplatz für Pendlerinnen und Pendler ist über den Südausgang des Bahnhofs erreichbar. Deutlich ausgebaut wurden in den vergangenen Jahren die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Fahrradnutzer finden nun auf beiden Bahnhofsseiten in großer Zahl moderne und überwiegend überdachte Abstellanlagen mit kurzen Wegen zu den Gleisen. Auch abschließbare Bereiche, in denen hochwertige Fahrräder sicher abgestellt werden können, stehen zur Verfügung. Gut gefallen hat der Jury die ansprechende Gestaltung der Abstellanlagen sowie die Service-Säule mit Luftpumpe und Werkzeugen, die für kleinere Reparaturen am Rad genutzt werden kann.

Aufenthaltsqualität und Service

Ein besonderer Pluspunkt in Ansbach sind die Grünbereiche, die neben dem überdachten Zugang vom Bahnhofsgebäude zu den Bahnsteigen angelegt wurden. Sitzgelegenheiten bieten hier eine zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit, die an schönen Tagen gern von den Reisenden genutzt wird. Zugleich bieten die Grünbereiche einen Lebensraum für Pflanzen und Insekten, und sie setzen einen weiteren, freundlichen Farbakzent am Bahnhof. Auch vor dem Bahnhof sorgen am Busbahnhof Bäume für zusätzliches Grün und für Schatten, was die Reisenden gerade an heißen Tagen zu schätzen wissen.

Im Bahnhof finden die Reisenden praktische Serviceangebote. Neben dem bereits erwähnten Zeitschriftenladen gibt es mit Subway und Yorma’s mehrere gastronomische Angebote mit Sitzgelegenheiten und mit Außer-Haus-Verkauf. Hinzu kommen eine Packstation samt anbieterübergreifendem Teil direkt am Bahnsteig, Gepäckschließfächer und eine Anlaufstelle mit Servicepersonal. Eine moderne öffentliche Toilette befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz. Hoffentlich selten genutzt, aber wichtig für den Notfall ist der Defibrillator, der in der Wartehalle zur Verfügung steht.

Eine Holzbank auf türkisen Fliesen im Bahnhof Ansbach

In Ansbach bemerkt man an vielen Stellen, dass die Macherinnen und Macher bei der Renovierung des Bahnhofs und des Umfeldes auf eine ansprechende Gestaltung über die reine Funktionalität hinaus Wert gelegt haben. So wird der türkise Farbton, der sich im Außenbereich des Bahnhofs an der Fensterfront, der Seitenwand und an den Vordächern findet, an verschiedenen Stellen im Bahnhofsinneren wieder aufgegriffen, beispielsweise in Bodenbelägen, an den Aufgängen zu den Bahnsteigen oder sogar an Abfallbehältern, was den freundlichen Eindruck verstärkt. Die Toilettenanlage auf dem Bahnhofsvorplatz ist mit Bildern des früheren, im Krieg zerstörten Bahnhofsgebäudes und des ehemaligen Postamtes geschmückt. Hinzu kommen weitere sympathische Details: So gibt es in der Yorma’s-Filiale zusätzlich zum üblichen gastronomischen Angebot auch einen besonderen Bereich mit regionalen Spezialitäten. Außerdem befinden sich an den Wänden Fotografien und Informationen, die die Geschichte des Bahnhofs illustrieren.

Verbesserungsmöglichkeiten

Kritikpunkte sind der Jury in Ansbach nur wenige aufgefallen. Zwar gibt es im Bahnhof am Zugang zu den Bahnsteigen eine Echtzeitanzeige der nächsten Zugabfahrten, aber am Ausgang in Richtung Busbahnhof fehlt eine vergleichbare Anzeige der Busabfahrten. Hier würde sich die Jury für die Zukunft noch die Installation einer Echtzeitanzeige für die Busabfahrten wünschen. Eine weitere Verbesserung wäre eine Überdachung des kurzen Weges zwischen Bahnhofsgebäude und Busbahnhof.

Die lange Unterführung, die von den Bahnsteigen zum Südausgang führt, ist zwar ausgesprochen sauber, wirkt aber eher nüchtern und schmucklos. Aus Sicht der Jury würden zusätzliche Gestaltungselemente die Unterführung zum Südausgang deutlich aufwerten; vielleicht können ja auch hier die erwähnten türkisfarbenen Farbakzente aufgegriffen werden oder Motive aus Stadt und Region. Und schließlich wäre ein bahnhofsweites WLan-Angebot noch ein weiterer Pluspunkt.

Fazit

Insgesamt zeigt sich die Jury vom Ergebnis der Neugestaltung des Bahnhofs in Ansbach beeindruckt. Entstanden ist ein hervorragendes Beispiel, wie man einen aus Kundensicht überzeugenden modernen Verkehrsknotenpunkt schaffen kann. Glückwunsch an den achten Bahnhof des Jahres in Bayern!“