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Europavergleich Schieneninvestitionen

Deutschland weit abgeschlagen noch hinter Italien

Investitionen in die Schieneninfrastruktur im europäischen Vergleich

Eisenbahn Schienen Bau

Die großen Industrieländer Europas investieren hohe Summen in ihre Eisenbahnnetze. Nur Deutschlands staatliche Infrastrukturinvestitionen rangieren am unteren Ende der Skala - Deutschland droht, den internationalen Anschluss zu verpassen.

Im Europa-Vergleich kommen die europäischen Staaten im Jahr 2010 auf folgende pro Kopf-Investitionen der öffentlichen Hand in die Schienen-Infrastruktur: Die Schweiz investierte 308 Euro pro Bürger, Österreich folgt mit 230 Euro pro Kopf. Beide Länder stecken traditionell deutlich mehr Geld in die Schiene als in die Straße. Aber auch andere Europäer ertüchtigen zur Zeit mit Hochdruck ihr Schienennetz: Schweden steckt 164 Euro pro Kopf in sein Netz, die Niederlande (159 Euro), Großbritanien (125 Euro), Spanien (114 Euro) und Italien (99 Euro) setzen ebenfalls klare Signale für die Zukunft ihrer Eisenbahnen. Deutschland rangiert mit Investitionen von 53 Euro pro Kopf weit abgeschlagen noch hinter Frankreich (90 Euro pro Bürger).

 

Pro-Kopf-Investitionen des Staates in die Schieneninfrastruktur
in ausgewählten europäischen Ländern in 2010, Angaben in Euro

 

Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von BMVBS (Deutschland), VöV (Schweiz), BMVIT (Österreich), SCI Verkehr GmbH "Weltweite Finanz- und Investitionsbudgets der Eisenbahnen 2011".

 

Legt man den Vergleich zwischen Wirtschaftskraft und staatlichen Investitionsvolumen zu Grunde, schneidet Deutschland in dem Vergleich sogar noch schlechter ab. Während die europäischen Spitzenreiter mit den Schwellenländern China, Russland oder Indien gleichauf stehen, fallen die deutschen Investitionen im Verhältnis zur Wirtschaftskraft noch weiter zurück. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschlands Schienenengagement knapp vor der Türkei. Mit dieser unterdurchschnittlichen Investitionsbereitschaft auf dem Heimatmarkt verspielt die deutsche Politik die weltweite Führungsposition der deutschen Bahnwirtschaft.

Die Allianz pro Schiene kritisiert den deutschen Sonderweg beim Verkehr und fordert, dass Deutschland mindestens 60 Euro pro Kopf aus Bundesmitteln für die Schieneninfrastruktur investieren muss.

 

Staatliche Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Vergleich zur Straße
in ausgewählten europäischen Ländern in 2010 (Straßeninvestitionen = 100%)

 

Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von BMVBS, VöV, BMVIT.

 

Der Europa-Vergleich von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr basiert auf einer Sonderauswertung der SCI Studie „Weltweite Finanz- und Investitionsbudgets der Eisenbahnen 2010"

 

 

Auch China setzt auf Schiene

China hat im Jahr 2009 erstmals mehr Geld in die Schiene als in die Straße investiert. 79 Milliarden Euro flossen im Jahr 2009 in die chinesische Schienen-Infrastruktur. Für die Straße brachte Peking im laufenden Jahr nur noch 78 Milliarden Euro auf. Nach Einschätzung von Professor Peter Mnich vom Institut für Bahntechnik an der TU-Berlin handelt es sich dabei um eine strategische Entscheidung zu Gunsten der Schiene, mit der China im Rahmen des jüngsten Fünf-Jahres-Planes seinen Verkehr zukunftstauglich machen will.