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Europavergleich Schieneninvestitionen

Deutschland weit abgeschlagen noch hinter Italien

Investitionen in die Schieneninfrastruktur im europäischen Vergleich

Schienen und Lichter

Die großen Industrieländer Europas investieren hohe Summen in ihre Eisenbahnnetze. Nur Deutschlands staatliche Infrastrukturinvestitionen rangieren am unteren Ende der Skala - Deutschland droht, den internationalen Anschluss zu verpassen. Im Europa-Vergleich kommen die europäischen Staaten im Jahr 2008 auf folgende pro Kopf-Investitionen der öffentlichen Hand in die Schienen-Infrastruktur: Die Schweiz investierte 284 Euro pro Bürger, Österreich folgt mit 205 Euro pro Kopf. Beide Länder stecken traditionell deutlich mehr Geld in die Schiene als in die Straße. Aber auch andere Europäer ertüchtigen zur Zeit mit Hochdruck ihr Schienennetz: Großbritannien steckt 136 Euro pro Kopf in sein Netz, die Niederlande (105 Euro), Schweden (104 Euro), Spanien (84 Euro) und Frankreich (80 Euro) setzen ebenfalls klare Signale für die Zukunft ihrer Eisenbahnen. Deutschland rangiert mit Investitionen von 47 Euro pro Kopf weit abgeschlagen noch hinter Italien (60 Euro pro Bürger).

 
 

Legt man den Vergleich zwischen Wirtschaftskraft und staatlichen Investitionsvolumen zu Grunde, schneidet Deutschland in dem Vergleich sogar noch schlechter ab. Während die europäischen Spitzenreiter mit den Schwellenländern China, Russland oder Indien gleichauf stehen, fallen die deutschen Investitionen im Verhältnis zur Wirtschaftskraft noch weiter zurück. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschlands Schienenengagement knapp vor der Türkei. Mit dieser unterdurchschnittlichen Investitionsbereitschaft auf dem Heimatmarkt verspielt die deutsche Politik die weltweite Führungsposition der deutschen Bahnwirtschaft.

Die Allianz pro Schiene kritisiert den deutschen Sonderweg beim Verkehr und fordert, dass Deutschland mindestens 60 Euro pro Kopf - vergleichbar mit Italien - aus Bundesmitteln für die Schieneninfrastruktur investieren muss.

 
 

Der Europa-Vergleich von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr basiert auf einer Sonderauswertung der SCI Studie „Weltweite Finanz- und Investitionsbudgets 2009"

 

 

Auch China setzt auf Schiene

China hat im Jahr 2009 erstmals mehr Geld in die Schiene als in die Straße investiert. 79 Milliarden Euro flossen im Jahr 2009 in die chinesische Schienen-Infrastruktur. Für die Straße brachte Peking im laufenden Jahr nur noch 78 Milliarden Euro auf. Nach Einschätzung von Professor Peter Mnich vom Institut für Bahntechnik an der TU-Berlin handelt es sich dabei um eine strategische Entscheidung zu Gunsten der Schiene, mit der China im Rahmen des jüngsten Fünf-Jahres-Planes seinen Verkehr zukunftstauglich machen will.