Fragen & Antworten

Welche Daten gehen in den Bundesländerindex ein?

Im Index wird nicht nur gewertet, wie ein Land statistisch abschneidet, z. B. wie viele Verkehrsopfer gibt es und wie war die Entwicklung, sondern auch, welche Ziele sich die Landespolitik gesetzt hat, um die Situation zu verbessern. Der Index prüft auch, wie ambitioniert die Ziele der Länder sind und ob sie auf dem Weg sind, ihren Anteil am übergeordneten Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Beide Säulen – Statistik und Politik – gehen in das Gesamtergebnis ein. So besteht beispielsweise der Themenbereich Verkehrssicherheit zu 60 Prozent aus statistischen Daten und zu 40 Prozent aus verkehrspolitischen Weichenstellungen.

Woher stammen die Daten?

Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt, vom Umweltbundesamt, der Länderinitiative Kernindikatoren und dem Länderarbeitskreis Energiebilanzen. Die verkehrspolitischen Weichenstellungen hat das Qualitätsforschungsinstitut Quotas mit einer detaillierten Befragung der Landesverkehrsministerien erhoben.

Kann man Verkehr gestalten?

Der Bundesländerindex Mobilität & Umwelt arbeitet heraus, dass Verkehr kein naturgesetzliches Ereignis, sondern eine Aufgabe der Politik ist. Neben der Bundesregierung und den Kommunen haben die Bundesländer nennenswerten Einfluss auf die Gestaltung der Verkehrspolitik in Deutschland. In ihren Aufgabenbereich fallen beispielsweise Raumplanung, der gesamte Bereich des Schienenpersonennahverkehrs und die Verwendung der vom Bund für den Verkehr zur Verfügung gestellten Mittel.

Welchen Einfluss hat die Politik?

Ob ein Land im Index gut abschneidet, kann die Landesregierung nur zum Teil beeinflussen. Viele Entwicklungen sind nur langfristig zu verändern, es gibt verschiedene Ausgangslagen und unterschiedliche Herausforderungen. Dennoch hat jedes Land es selbst in der Hand, sich konkrete Ziele zu setzen und nachvollziehbar festzuschreiben. Denn nur wer sich Ziele setzt, kann auch welche erreichen.

Sind Stadtstaaten oder Flächenländer im Vorteil?

Die Bundesländer unterscheiden sich durch eine Reihe von Besonderheiten. So haben Flächenländer wegen der vielen Landstraßen und Alleen Verkehrssicherheitsnachteile gegenüber den Stadtstaaten. Stadtstaaten punkten zwar bei der einwohnerbezogenen Flächeninanspruchnahme, beim Lärm liegen sie aber weit hinten. Und auch bei den Luftschadstoffen schneiden sie relativ schlecht ab. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer regionaler Gegebenheiten – das sind etwa Großflughäfen, Seehäfen oder Transittrassen. Bei der Erarbeitung des Bundesländerindexes waren wir uns dieser Herausforderung bewusst. So geht neben dem Status quo auch die Entwicklung gleich gewichtet in das Ergebnis ein. Verkehrspolitische Weichenstellungen für die Zukunft spielen ebenfalls eine große Rolle. Das Ergebnis zeigt, dass der Bundesländerindex keine Länder mit besonderen Charakteristika bevorteilt.