Das sind die 20 Lieblingsbahnhöfe der Reisenden

Zum dritten Mal in Folge haben auch die Bahnreisenden beim Wettbewerb Bahnhof des Jahres ihre Stimme abgegeben. Von April bis Ende Juni haben rund 2.200 Einsender an die Allianz pro Schiene geschrieben. Den 20 Lieblingsbahnhöfen der Bahnreisenden hat die Jury einen Extra-Besuch abgestattet. Ein guter Wegweiser waren die Liebesbriefe der Reisenden für die Jury allemal: zwei von drei Bahnhöfen, die die Jury 2013 aufs Siegertreppchen stellt, rangierten auch bei den Bürgern unter den Top 20.

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Und das sagt die Jury dazu

(20) Essen Hbf: Es läuft quer
Er ist schick, er ist neu, er ist funktional. Alles könnte so schön sein, doch für eine glatte 1 reicht es nicht. Es fehlt dem Essener Hauptbahnhof die ganz besondere Note, das gewisse Etwas, das bei der Jury den Funken überspringen lässt. Auch fühlten sich die Vielfahrer im Gewühl in Essen regelrecht fehl am Platze. „Besonders auf Ebene eins hat der Reisende ständig das Gefühl, er steht im Weg.“ Quer denken, das gefällt der Jury, aber quer laufen? Menschenströme, die hektisch zwischen der U-Bahn hinten und dem Vorplatz vorne hin und her wogen, die haben den Bahnhofstestern nicht gefallen.

(19) Düsseldorf Hbf: Auf dem aufsteigenden Ast
Der Bahnhof der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt mausert sich. Düsseldorf hat einen dollen Hauptbahnhof, der ganz klar auf dem aufsteigenden Ast ist. Doch leider hat die Stadt ihre Hausaufgaben nicht gemacht: der Vorplatz wirkt wuselig, die Rückseite verdreckt. „Ärmel hochkrempeln“, meint die Jury.

(18) Frankfurt Main Flughafen: Hier hebt die Jury nicht ab
„Ist das ein Bahnhof, in dem ich verweilen möchte, wenn ich eine Stunde auf meinen Zug warten muss?“, fragt sich die Jury bei jedem Vorort-Test. In Frankfurt Main Flughafen ist die Antwort der Verkehrsexperten ein klares Nein. Zu kalt, zu funktional, zu unpersönlich empfängt der Bahnhof die Reisenden. Von hier aus fliegt man gerne in die weite Welt, aber will man bleiben? Lieber nicht.

(17) Murnau: Sogar der Minister schreibt
Die Murnauer lieben ihren neugestalteten Bahnhof, schließlich hat privates Engagement ihn zu dem Schmuckstück gemacht, das er jetzt ist. So gehört nicht zufällig der bayerische Verkehrsminister Martin Zeil zu den Einsendern. Doch nicht nur oberbayerische Lokalpatrioten, sondern auch Gäste von außerhalb versetzt Murnau in Begeisterung. Die vielköpfige Jury war sich einig: Nach dem sächsischen Bad Schandau im Vorjahr ist Murnau ein würdiger Nachfolger für den Sonderpreis Tourismus.

(16) Hamburg Dammtor: Juwel mit kleinen Schäden in der Fassung
Einmal eine Perle, immer eine Perle: Hamburg Dammtor hat im Jahr 2006 den Titel gewonnen und gilt bei der Jury immer noch als Juwel. Chancen für einen zweiten Titelgewinn hat der Bahnhof allerdings nicht, solange sich die Fahrradsituation nicht gebessert hat.

(15) Bremen Hbf: Verdient seinen Titel
Der Sieger von 2012 aus rotem Backstein ist ein Prunkstück der historischen Bahnhofsarchitektur. Dutzende Einsender sahen es genauso wie die Jury im vergangenen Jahr und schickten die Bahnhofstester auch 2013 in die Hansestadt. Fazit: Seinen Titel verdient dieser Bahnhof nach wie vor.

(14) Dresden Hbf: Noch hängen Kabel von der Decke
Zum Prachtstück an der Elbe reisen die Verkehrsexperten immer wieder gern und kommen dann mit Attributen wie „Augenschmaus“ im Gepäck zurück. Leider ist der Dresdner Hauptbahnhof immer noch nicht ganz fertig. Wenn die Kabel nicht mehr von der Decke hängen, kommt die Jury wieder, ganz bestimmt.

(13) Nürnberg: Das städtische Umfeld zieht ihn runter
Sein gastfreundliches Innenleben lässt die Tester-Herzen regelmäßig höher schlagen. Die Jury ist sich einig, dass Nürnberg „ein fantastischer Bahnhof ist, in dem ein extrem motiviertes Personal arbeitet“. Großes Manko: Der Bahnhofsvorplatz gehört den Autos und eine eiserne Kette hält die Reisenden von der historischen Altstadt entfernt. Pkw haben in Nürnberg Vorfahrt, Reisende müssen in eine labyrinthische Unterführung unter die Erde verschwinden. Für dieses Umfeld gibt’s leider nur die Note 4. Ohne eine gewaltige Umgestaltung am Vorplatz schafft es dieser Bahnhof nicht in die Favoritenliga.

(12) Uelzen: Gesamtkunstwerk mit Fahrplan
Der Hundertwasser-Bahnhof im niedersächsischen Uelzen verführte die Jury schon einmal zu Jubelstürmen, als sie ihn 2009 zum Bahnhof des Jahres wählte. Heute ist Uelzen trotz leicht nachlassender Sauberkeit und gelegentlicher Überfüllung weiterhin ein Gesamtkunstwerk, das jetzt auch noch ein verlässlich gutes Bahnhofsbistro besitzt.

(11) Mannheim Hbf: Stern am Bahnhofshimmel
Als die Jury Mannheim Hauptbahnhof im Jahr 2005 zum Bahnhof des Jahres kürte, war das Urteil einstimmig: Ein Lichtblick. Auch im Jahr 2013 strahlt dieser Stern am Bahnhofshimmel noch immer besonders hell. Dass eine Bahnhofserweiterung geplant ist, weiß die Jury natürlich und wartet freudig gespannt, was sich an diesem schönen Bahnhof noch so alles tut.

(10) München Hbf: Neubau? Ja bitte!
Bayern hat viele Bahnhöfe des Jahres vorzuweisen, aber die Landeshauptstadt gehört nicht zu den Preisträgern: Münchens Hauptbahnhof hat ein wenig den Charme einer Lagerhalle. „Dort sieht es aus wie bei Obi“, sagt ein Jury-Mitglied und keiner widerspricht. Um fair zu bleiben: München ist ein guter ordentlicher Bahnhof, besonders wenn man zum Boden oder geradeaus schaut. Ein Blick ins Hallendach und der Reisende versteht, warum Deutsche Bahn und Stadt seit Jahren um einen Neubau ringen.

(9) Hamburg Hbf: Die Lässigkeit fehlt
Dieser Bahnhof ist eine ehrliche Haut. Als extrem lebendiger Großstadtbahnhof mit einer kleinen Tendenz zur Überfüllung, ist Hamburg der Jury immer eine Reise wert. Doch hat sich bei den verschiedenen Vorort-Tests über die Jahre nie die ganz große Begeisterung eingestellt. „In Hamburg Hauptbahnhof fehlt einfach die gewisse Lässigkeit. Das Gedränge ist so dicht, dass man kämpft, um wieder rauszukommen.“

(8) Frankfurt am Main Hbf: Mit Graf Koks in der Lounge
Imposant ist der Koloss allemal. Auch ein städtisches Innenleben jenseits von hektischen Abfahrten und Ankünften entwickelt sich so langsam in dem Bahnhof der Main Metropole. Dennoch ist der Frankfurter Hauptbahnhof für die Jury noch kein Goldmedaillenanwärter. „Der Vorplatz bleibt Frankfurts große Schwäche. Hier lädt nichts zum Verweilen ein, dazu ist das Umfeld einfach zu ruppig“, urteilt die Jury. „Das gilt auch für die Seiteneingänge.“ Einzige Ausnahme: „Frankfurt hat die DB-Lounge mit dem sagenhaftesten Blick. Wer da oben sitzt, fühlt sich wie Graf Koks.“

(7) Köln Hbf: Bahnhof in Beichtstuhlnähe
Eine Test-Reise in die Metropole des rheinischen Frohsinns ist für die Jury jedes Jahr mehr Lust als Last. „So wie die Menschen in der Stadt, so ist ihr Bahnhof: extrem lebendig, offenherzig, freundlich, international“, schwärmt die Jury. Ein heißer Kandidat für die Goldmedaille und dank Dom der einzige Bahnhof Deutschlands, in dem man aus dem ICE-Bordbistro nahtlos in den Beichtstuhl wechseln kann.

(6) Göttingen: Die Jury dankt 109 Einsendern
Ein Dank der Jury an die 109 Einsender, die den richtigen Weg gewiesen haben: Göttingen ist der Großstadt Bahnhof des Jahres 2013.

(5) Stuttgart Hbf: Im Abriss
Auch wenn er vielen Stuttgartern aus politischen und heimatlichen Gründen am Herzen liegt: Bei ihrem Besuch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt war die Jury einig: „Aus Kundensicht ist der Stuttgarter Hauptbahnhof kein Bahnhof des Jahres. Nach Jahren der Vernachlässigung ist er nun vor allem eine Großbaustelle.“ Traurig aber wahr: ein Baustellenbahnhof kann nicht gewinnen, so sehr sich das Personal vor Ort auch um einen guten Dienst am Kunden bemüht.

(4) Berlin Hbf: Fingerzeig für die Zukunft
Die Faszination hat auch fünf Jahre nach der Eröffnung nicht nachgelassen. „Der Berliner Hauptbahnhof ist ein Gesamtensemble mit Signalwirkung und gibt dem Verkehrsträger Schiene einen visionären Touch. Wo, wenn nicht hier, können Reisende sehen, wie es mit der Eisenbahn in Zukunft weitergeht? Gespannt wartet die Jury nun darauf, ob sich die Bebauung des Umfelds und die Situation für Fahrradfahrer günstig entwickelt, und wie der Bahnhof noch besser an den Stadtverkehr angebunden wird. Wehrmutstropfen: Die Jury bemerkt ein leichtes Nachlassen bei der Sauberkeit.

(3) Barsinghausen: DB muss die Ärmel hochkrempeln
Die Jury kam, sah und war entzückt: „Barsinghausen verfügt über ein extrem schönes Empfangsgebäude, das der Arbeitersamariterbund vorbildlich neu belebt hat.“ Die Jury hat dort wieder alles gefunden, vom Bistro bis hin zur Fahrkarte, was der Reisende unterwegs braucht. Ein Sieger sieht trotzdem anders aus: „Leider sind Bahnsteige und die Unterführung, die in der Hand der Deutschen Bahn liegen, weiterhin kein Ruhmesblatt.“

(2) Hannover Hbf: Favorit trotz schmuddeliger Rückseite
Gerne kommt die Jury in der niedersächsischen Landeshauptstadt vorbei. Schließlich ist Hannover der erste Großstadtbahnhof, der überhaupt die Plakette „Bahnhof des Jahres“ für sich gewonnen hat. Auch beim diesjährigen Vorort-Test freute sich die Jury wieder an dem wunderschönen Vorplatz. Dass der Hinterausgang zum Raschplatz ein wenig einschmuddelt, trübte den Gesamteindruck. Die Jury empfiehlt dem Management einen Lernbesuch beim Nachbarn Göttingen. Trotzdem bleibt Hannover Favorit: „Ein quirliger, urbaner, lebendiger Bahnhof, in dem zu jeder Tages- und Nachtzeit das volle Stadtleben spielt.“

(1) Leipzig Hbf: Einsenderliebling auf dem Sprung zum zweiten Titelgewinn
Natürlich kann ein Bahnhof zwei Mal gewinnen. Und so macht sich die Jury auch in diesem Jahr hochgespannt auf den Weg, um den Einsenderliebling wieder einem strengen Vorort-Test zu unterziehen. Das Ergebnis: Auch diesmal nahm Deutschlands größter Kopfbahnhof spielend alle Hürden, die die Bahnhofstester sich ausgedacht hatten. Doch es soll ja noch besser werden in Leipzig, erfuhr die Jury: „Wir kommen wieder, wenn im Dezember der Tiefbahnhof eröffnet. Mit fertigem Citytunnel und neuer Fahrradanlage spielt Leipzig im nächsten Jahr ganz vorne mit.“

In diesen Bundesländern leben die eifrigsten Bahnhofsfans

Einsender-Ranking

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In diesen Bundesländern liegen die Lieblingsbahnhöfe der Reisenden

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Die Jury dankt für die Bahnhofsfan-Post

Knapp 2.200 Reisende haben ihren Lieblingsbahnhof vorgeschlagen und damit die Jury auf die rechte Fährte gebracht. Sogar ein Tischbahnhof ist unter den Nominierten. Vielen Dank an alle Einsender.
Eine kleine Auswahl der Fanpost:

Amorbach Bhf:
Alles, was einen guten Bahnhof ausmacht, findet man hier: Eine Gaststätte, einen Biergarten, um die lange Wartezeit auf der Nebenbahn zu überbrücken, ein Museum und einen meist auch funktionierenden Fahrkartenautomat. Und immer gut gelauntes Zugpersonal.
P.-M. Mann, Mainaschaff

Bad Dürrenberg Bhf:
Mit den zwei Türmen ist er einfach der schönste Kleinstadtbahnhof den es gibt. Leider ist er vor einigen Wochen Opfer von Brandstiftung geworden. Es gab großen Schaden, aber eigentlich ist er nicht weniger schön. Ich wünsche mir, dass er wieder aufgebaut wird und mein Papa, der Projektentwickler ist, was tolles draus macht!
J. Rühl, Weeze

Barsinghausen Bhf:
Seitdem ich dieses herrliche Schmuckstück kennen gelernt habe, fahre ich wieder mit der Bahn.
Werner Guder, Barsinghausen

Dresden Neustadt:
Der Bahnhof ist nach dem Umbau eine Augenweide: lichtdurchflutete Eingangshalle mit der wiederhergestellten Jugendstilbemalung, Einkaufsmöglichkeiten, saubere Toiletten. Jetzt ist es ein Vergnügen, diesen Bahnhof zu nutzen.
W. Höppner, Berlin

Etwashausen (ein Tischbahnhof, daher außer Konkurrenz):
Ich schlage hiermit den Bahnhof der Stadt Etwashausen zum Bahnhof des Jahres vor. Service, Technik und Umgang mit den Kunden dort halte ich für extrem vorbildlich. Zudem ist die Station extrem gut angebunden. Sogar einkaufen kann man im Empfangsgebäude. Und: Der Bahnhof sieht stets tadellos aus – von Vandalismus oder Ähnlichem wissen die Bürger der Stadt nur vom Hörensagen. Ich hoffe, Sie treffen die richtige Wahl.
C. Brönstrup, Berlin

Freiburg (Breisgau) Bhf:
Wegen der Lieblingsstadt Freiburg ist der Bahnhof auch süß!
C. Zhou, Jena

Hannover Hbf: 
Ich liebe die alte Backsteinarchitektur des Hauptbahnhofes. Und ich liebe das pulsierende Leben.
S. Krause, Berlin

Kiel Hbf:
Wundervolle Kaisertreppe und einziger Handballbahnhof Deutschlands!
N. Passau, Kiel

Leipzig Hbf:
Einfach sächsi 🙂
A. Langer, Chemnitz

Lübeck Hbf:
Der Bahnhof hat einfach Charme. Die Gleishalle mit den tollen Holztreppen hat so etwas ursprüngliches. Schon als Kind habe ich den Bahnhof geliebt. Damals gab es noch in der Bahnhofshalle einen Schaukasten mit elektrischen Spielzeugeisenbahnen. Für ein paar Pfennige oder eine Mark konnte man diese fahren lassen. Das war immer aufregend und hat mir und meinen Geschwistern riesigen Spaß gemacht.
A. Braun, Rostock

Lutherstadt Eisleben Bhf:
Ich bin zwar erst 15 Jahre alt, doch ich kann schon mit guten Gewissen sagen, dass der Bahnhof der Lutherstadt Eisleben diese Auszeichnung verdient hat.(…) Ich finde man sollte auch einmal die kleinen Dinge zu schätzen wissen und auch den kleinen Bahnhöfen eine Chance geben. Ich drücke dem Bahnhof die Daumen!
P. Lindner, Oftringen (CH)

Mainz Römisches Theater Bhf:
Das einzige Amphitheater mit Gleisanschluss.
M. Volmer, Mainz

Mosbach Neckarelz Bhf:
Schon viele Jahre großartige Betreuung für meine Reisen nach Amsterdam und zurück. Alle Betreuer sind sehr freundlich und fachgerecht. Ich wohne in Amsterdam, aber bevorzüge das kleine Bahnhof. Auch Städtetouren und Ameropa-Reisen werden immer ohne Probleme abgewickelt. Wenn ich als Niederländer eine Stimme habe, geht sie an diesem Bahnhof!!!
J. Klomp, Amsterdam (NL)

Nürnberg Hbf:
Schöner schnuckeliger Bahnhof, der gut zu erreichen ist. Super gestaltet und super Läden.
J. Wittmann, Fürth

Planegg Bhf:
Der Bahnhof mag von außen nicht so schön aussehen wie eventuell andere, aber es zählt der Charme und das traumhafte Gebiet, in welchem man sich dann befindet. Es ist die Station zum schönsten Ort/Region Deutschlands, dem Würmtal. Wer noch nicht da war verpasst einiges. THE PLACE TO BE.
K. Schiffbauer, Krailing

Stuttgart Hbf: 
Da ist immer was los…!!!
S. Hartmann, Freiburg

Treuchtlingen Bhf:
 …weil´s mein Heimatbahnhof ist und das Personal einem die Wünsche von den Augen abliest.
A. Dollinger, Markt Berolzheim