Bahnhof Uelzen

Die Jury ließ sich von der steingewordenen Lebensfreude des Wiener Architekturdoktors Friedensreich Hundertwasser anstecken: „Kunst und Kundenfreundlichkeit geht in Uelzen Hand in Hand“. Schon drei Millionen Besucher hat der Hundertwasser-Bahnhof nach Uelzen gelockt und sogar beim berüchtigten Checklistenpunkt „Bahnhofstoilette“ konnte er für sich einnehmen: Die mosaikverzierten Kunstklos mit herrlich runden Waschbecken waren ebenso schön wie sauber. „Ein echter Bahnhof des Jahres“, schwärmten die Bahnhofstester. Die Umgestaltung des Uelzener Bahnhofs im Zuge eines Expo-Projektes hat zwischen 2000 und 2004 insgesamt 10,1 Millionen Euro gekostet.

Uelzen bekommt es amtlich

Dass der Uelzener Bahnhof unwiderstehlich ist, behaupten die Bürger der niedersächsischen Heidestadt schon länger. Seit dem 3. November 2009 hängt die Bestätigung in Messing graviert am mosaikverzierten Hauptportal: „Bahnhof des Jahres 2009“ steht dort unter dem Prüfsiegel „Allianz pro Schiene“ zu lesen. Bahnbegeisterte und Politiker enthüllten im Beisein von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat (SPD) und Andre Zeug (DB Station & Service) die massive Siegertafel. Eine Urkunde für sein ausgezeichnetes Regime überreichte die „Bahnhof des Jahres“-Jury dem Manager des Hundertwasserbahnhofs, Marco Schlott. „Der Hundertwasserbahnhof ist ein Gesamtkunstwerk“, sagte Jury-Mitglied Christian Schultz vom Deutschen Bahnkunden-Verband. „Viele Fahrgäste sind ja äußerst kritisch mit der Bahn, aber in so einem Bauwerk verzeiht man sogar eine Zugverspätung“, sagte Schultz und betonte, dass der Bahnhof neue Maßstäbe gesetzt habe: „In Uelzen ist es der Bahnhof selbst, der die Touristen anzieht.“ Auch Jury-Mitglied Dirk Flege (Allianz pro Schiene) lobte Hundertwassers „bunten Bahnhof mit herrlich runden Formen“. Schönheit und Kundenfreundlichkeit gingen in Uelzen Hand in Hand.