Der Klassisch-Moderne

Als die Jury kurz nach der Einweihung in der thüringischen Landeshauptstadt Halt machte, war alles gut: Unter einer gelungenen Mischung aus historischer Fassade und moderner Glasarchitektur hatte sich ein quirliger Treffpunkt im Herzen der Stadt entwickelt. Der Erfurter Hauptbahnhof lebt. Dass er außerdem eine Verkehrsstation mit wettergeschützter Straßenbahnanbindung ist und dass die Abfahrtspläne von hinten beleuchtet sind, freute die Verkehrsexperten der Jury. Den letzten Ausschlag gaben aber wohl regionale Schokoladen und echte Thüringer Würste, die unter dem hellen Glasdach im Angebot sind.

Erfurt enthüllt die Siegertafel

Seit dem 26. Oktober 2009 haben es die Erfurter amtlich: Der beste Bahnhof im ganzen Land liegt im Herzen der thüringischen Landeshauptstadt. Bahnreisende und Politiker feierten am Montag mit der Allianz pro Schiene eine „Bahnhof des Jahres“-Siegerkür. Im Beisein von Landesverkehrsminister Gerold Wucherpfennig (CDU) und Andre Zeug (DB Station & Service) enthüllten die Jury-Mitglieder im Hauptgebäude eine massive Messingtafel. Urkunden bekamen die Erfurter Bahnhofsmanagerin Christine Kromke und der Vertreter der Stadt Erfurt. „Die Erfurter haben alles richtig gemacht“, sagte Jury-Mitglied Matthias Knobloch vom ACE Auto Club Europa. „Erfurt ist der Mobilitätsbahnhof: Auto, Fahrrad, öffentlicher Verkehr, alles ist hier vorbildlich miteinander verknüpft.“ Während Knobloch vor allem die „hochintelligente Schnittstelle“ würdigte, lobte Jury-Mitglied Dirk Flege (Allianz pro Schiene) die meisterliche Glaskonstruktion, die mit der historischen Fassade ein neues harmonisches Ganzes bilde. „Erfurt ist ein Bahnhof mit viel Licht“, sagte Flege und verwies auf den „Wohlfühlfaktor“, der für die Jury am Ende den Ausschlag gegeben habe.