Die Hauptbahnhöfe von Schwerin und Karlsruhe sind am kundenfreundlichsten und damit die „Bahnhöfe des Jahres 2008“. Im Beisein von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Schirmherr der Ausstellung „Bahnhofswelten“, stellte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege die beiden Siegerbahnhöfe im Bundesverkehrsministerium vor. 

„Karlsruhe und Schwerin sind besonders kundenfreundliche Bahnhöfe, in denen man sich als Reisender oder Besucher ohne Wenn und Aber wohlfühlen kann. Obwohl der Wohlfühlfaktor eine höchst subjektive Angelegenheit ist, stand das einstimmige Urteil der fünfköpfigen Jury in diesem Jahr sehr schnell fest“, kommentierte Flege das Ergebnis der heimlichen Bahnhofstests durch die Jury.

Bahnhof_des_Jahres2008_karlsruhe-innen

 

Festakte in Karlsruhe und Schwerin

Zum fünften Mal prämierte die Allianz pro Schiene die besten Bahnhöfe aus Kundensicht. In feierlichen Events vor Ort und im Beisein von Bahnhofsmitarbeitern, Reisenden und Politprominenz enthüllte die Wettbewerbs-Jury die Siegertafeln: am 13. Oktober im Hauptbahnhof von Karlsruhe und am 17. Oktober im Schweriner Hauptbahnhof.

Karlsruhe Hauptbahnhof – Der große Gelassene

Schön ist er nicht, monumental ist er nicht, vorlaut ist er nicht. Aber er hat Charme. Das gewisse Etwas, das ihm die Sympathie von Bürgern und Bahnfahrern sichert. Die Jury bringt es auf den Punkt: Karlsruhe ist der große Gelassene unter den deutschen Großstadtbahnhöfen. Hektik liegt hier nirgendwo in der Luft, Karlsruhe ist ein Ort der kurzen Wege. Der Autorverkehr begnügt sich mit der Rückseite, die Vorderfront gehört den Anschlüssen an Bus, Tram oder Fahrrad. Und in der Halle oder in der Unterführung hat das baden-württembergische Bahnhofsmanagement kleine Kunstobjekte versteckt. Selbst das Hartgummiband der Rolltreppe ist mit Sprüchen verziert. Der Hauptbahnhof Karlsruhe ist etwas für Menschen, die genau hinschauen.

Der beste Großstadtbahnhof: Karlsruhe HBF

Bahnhof des Jahres Karlsruhe – TalkrundeDer Bahnhof habe ihm bereits als Schüler und Student gefallen, lobte Baden-Württembergs Verkehrsminister Heribert Rech die Entscheidung der Jury, Karlsruhe Hauptbahnhof zum „Bahnhof des Jahres 2008" zu küren. Oberbürgermeister Heinz Fenrich forderte die Karlsruher auf, ihre „badische Zurückhaltung“ abzulegen: „Über den besten Bahnhof sollten wir oft und gern sprechen." Einigkeit herrschte darüber, dass in Sachen Barrierefreiheit noch einiges getan werden müsse. Alle Beteiligten versprachen, den Worten Taten folgen zu lassen. Fenrich: „Nichts ist so gut, dass man es nicht verbessern könnte.“

Als „entspannend und lebendig zugleich“ charakterisierte Jury-Mitglied Monika Ganseforth den Karlsruher Hauptbahnhof, als sie gemeinsam mit Jury-Mitglied Christian Schultz Bahnhofsmanager Leonhard Reiß die Urkunde übergab. Der lobte sowohl das außerordentliche Engagement seine Mitarbeiter als auch die „sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Karlsruher Verkehrsverbund KVV“. 

Das i-Tüpfelchen für die Bahnhofshalle zum Wohlfühlen: Die Siegertafel ist auch eine Erinnerung an die Verpflichtung, den hohen Standard zu halten und im Zweifel noch besser zu werden.

Schwerin Hauptbahnhof – Ein Schloss für Bahnfahrer

Häufig wohnt im Palast nur die Prinzessin. In Schwerin gehört das Schloss allen Bahnfahrern. Hinter der prunkvollen Fassade des Gründerzeitbaus eröffnet sich dem Reisenden ein aufgeräumtes Innenleben. Beschilderung und Information sind vorbildlich, auch Ortsfremde finden sich zurecht, Fußboden und Mülleimer glänzen vor Sauberkeit. Dass die Sitzplätze in der Halle vor allem für die Besucher der Lokale gedacht sind, bemerkt die Jury natürlich. Der Vorplatz macht das wieder gut: Brunnen mit Skulptur und ein Blumenmeer empfangen die Bahnhofstester. Dabei ist der Hinterausgang fast so schön wie der Vordereingang – wie im Märchen eben.

Die feierliche Enthüllung der Siegertafeln fand am 13. Oktober in Karlsruhe Hauptbahnhof und am 17. Oktober in Schwerin Hauptbahnhof statt.

Der beste Bahnhof in der Kategorie „Stadt unter 100.000 Einwohner“: Schwerin HBF

Bahnhof des Jahres 2008 Schwerin„Serviceorientiert und noch dazu komplett barrierefrei - dieser Bahnhof hat die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres 2008 verdient“, sagte Dirk Flege bei der Preisverleihung im Schweriner Hauptbahnhof. Auch Verkehrsminister Volker Schlotmann, der offen zugab, den Bahnhof nur selten zu nutzen, zeigte sich beeindruckt: „Mit diesem Bahnhof kann es gelingen, noch mehr Besucher nach Schwerin zu locken.“ Das Einreihen der Stadt „in die Perlenkette mit Heiligendamm“ sei realistisch geworden. 

Bahnhofsmanager Peter Balzer strahlte, als die Siegertafel „seines“ Bahnhofes endlich enthüllt wurde. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, verteilte nach allen Seiten Komplimente: „Die Verknüpfung Bus-Schiene ist hier hervorragend gelungen.“ Und: „Der Stadt gebührt großes Lob für den überaus schönen Blumenschmuck auf dem Vorplatz.“

Die „Marching Saints“ nutzten den Vorplatz bei der Feier gleich als Freilicht-Bühne und erfreuten die Passanten mit Musik. „Die Schweriner sind stolz auf ihren Bahnhof, der sich zu einem echten Schmuckstück entwickelt hat“, freute sich Oberbürgermeister Wolfram Friedersdorff über die Auszeichnung.