Bahnhof Landsberg am Lech – Bürgerbahnhof im Privatbesitz

Ein heimischer Unternehmer steckte gemeinsam mit der Stadt 1,7 Millionen Euro in das Gebäude im italienischen Villenstil. Seitdem herrscht vor Ort das Motto „erste Klasse für alle“ – vom Wartebereich, der mit Ledersesseln bestückt ist, bis hin zu den Toiletten, die öffentlich zugänglich, pieksauber und kostenlos sind. Die Verkehrsexperten der Jury waren auch von der Dreieckskonstruktion aus Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz und Bahnhofsgebäude ganz angetan. Ein echter „Wohlfühlbahnhof“. Auch eine Botschaft an andere kleine Bahnhöfe: Ansehen und nachmachen.

Der beste Kleinstadtbahnhof: Landsberg am Lech

„Ein Bahnhof steht und fällt mit den Menschen“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bei der Preisverleihung in Landsberg. Dass der Bahnhof Landsberg ein Ort ist, an dem sich Menschen ausgesprochen gern aufhalten, zeigte sich auch bei der Preisverleihung in der Bahnhofshalle, die eher an ein schönes Restaurant erinnert. „Ein Ort des Eilens und Verweilens“ lobte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann den Bürgerbahnhof.
 
Glücklich und stolz nahmen Thomas Walter und seine Frau Gisela Schmid die Auszeichnungsurkunde der Allianz pro Schiene entgegen. Der Eigentümer des Bürgerbahnhofes freute sich sichtlich über die Würdigung. „Bahnhöfe sollen Orte für Begegnungen sein“, lautet sein Credo. Das zu verwirklichen ist ihm gelungen. Inzwischen nutzen die Landsberger ihren Bahnhof sogar für Familienfeiern, die Mitarbeiter des Rathauses verbringen dort regelmäßig ihre Mittagspause. Das wäre vor der Modernisierung undenkbar gewesen. Oberbürgermeister Ingo Lehmann: „Schlimmer als es damals war, konnte es nicht mehr werden.“
 
Die glänzende Auszeichnung tröstet über die vielen Hürden, die es zu überwinden galt, hinweg. Investor Walter lobte noch einmal das Engagement der vielen Beteiligten: „Insbesondere die Mitarbeiter der DB AG waren mit Herzblut bei der Sache.“