Der Berliner Hauptbahnhof und der Bürgerbahnhof Landsberg am Lech erhalten den Titel „Bahnhof des Jahres 2007“. Die Allianz pro Schiene prämiert damit den Berliner Hauptbahnhof als kundenfreundlichsten Großstadtbahnhof und den Landsberger Bürgerbahnhof als kundenfreundlichsten Kleinstadtbahnhof des Jahres. 

„Die Anforderungen von Reisenden und Besuchern an die Ausstattung, den Service und die Atmosphäre eines Bahnhofes steigen von Jahr zu Jahr. Es gibt in Deutschland viele hervorragende Bahnhöfe. Berlin und Landsberg sind besonders beeindruckende Beispiele für die Wandlungsfähigkeit und die Modernität des Schienenverkehrs“, sagte Dirk Flege, Jury-Mitglied und Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, beim Verkünden der Sieger am 27. September.

Bahnhof Landsberg am Lech Café

Preisverleihung 

Mit einem Festakt im Berliner Hauptbahnhof am 22. Oktober und im Bürgerbahnhof Landsberg am Lech am 5. November würdigte die Allianz pro Schiene die „Bahnhöfe des Jahres 2007“. Zum vierten Mal zeichnete das Schienenbündnis den besten Großstadtbahnhof und den besten Kleinstadtbahnhof aus Kundensicht aus.

Berlin Hauptbahnhof – Kapitaler Glaspalast

Aus dem Stand heraus hat sich der zuvor hochumstrittene Glaspalast zu einer echten Sehenswürdigkeit entwickelt. Entsprechend das Urteil der Jury: Kein anderer Bahnhof ist so faszinierend offen, architektonisch so atemberaubend und akustisch derart interessant. Dabei ist der Bahnhof nicht nur sauber, sondern auch erstaunlich leise. Trotz all dieser Superlative bleibt der Hauptbahnhof lebendig: Zahlreiche Geschäfte sorgen auch spätabends und am Wochenende für regen Betrieb. Das Reisen steht überall im Vordergrund. Bestnoten bei der Kundenzufriedenheit.

Feier zur Preisverleihung im Eingangsbereich

Wolf-Dieter Siebert als oberster Bahnhofschef der DB AG dankte vor allem den Mitarbeitern für ihr Engagement, ohne das die Auszeichnung zum kundenfreundlichsten Bahnhof undenkbar wäre. Neben den Verbesserungen, die die DB AG bereits vorgenommen hat - mehr Bänke, Wegeleitungen und Infotafeln, das Servicepersonal wurde um ein Drittel erhöht – mahnte er eine Verbesserung des städtischen Umfelds und der verkehrlichen Erreichbarkeit an.

Bürgermeister Harald Wolf griff den Faden auf, freute sich über die Auszeichnung der Allianz pro Schiene und bezeichnete sie als Ansporn für die ganze Stadt, kundenfreundlicher zu werden. Den Berlinern werde eine „sehr spezielle, eher raue" Freundlichkeit nachgesagt, doch der Bahnhof beweise: Es geht auch in Berlin. Der Hauptbahnhof setze eine Latte, die Berlin als Stadt erreichen müsse.

Mehr als 100 geladene Gäste, Medienvertreter, Reisende und Touristen nahmen an dem Festakt im Licht durchfluteten Eingangsbereich des neuen Hauptbahnhofs teil.
 
Berlin Hauptbahnhof Eingangshalle

Bahnhof Landsberg am Lech – Bürgerbahnhof im Privatbesitz

Ein heimischer Unternehmer steckte gemeinsam mit der Stadt 1,7 Millionen Euro in das Gebäude im italienischen Villenstil. Seitdem herrscht vor Ort das Motto „erste Klasse für alle“ - vom Wartebereich, der mit Ledersesseln bestückt ist, bis hin zu den Toiletten, die öffentlich zugänglich, pieksauber und kostenlos sind. Die Verkehrsexperten der Jury waren auch von der Dreieckskonstruktion aus Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz und Bahnhofsgebäude ganz angetan. Ein echter „Wohlfühlbahnhof“. Auch eine Botschaft an andere kleine Bahnhöfe: Ansehen und nachmachen.

Der beste Kleinstadtbahnhof: Landsberg am Lech

„Ein Bahnhof steht und fällt mit den Menschen“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bei der Preisverleihung in Landsberg. Dass der Bahnhof Landsberg ein Ort ist, an dem sich Menschen ausgesprochen gern aufhalten, zeigte sich auch bei der Preisverleihung in der Bahnhofshalle, die eher an ein schönes Restaurant erinnert. „Ein Ort des Eilens und Verweilens“ lobte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann den Bürgerbahnhof.
 
Glücklich und stolz nahmen Thomas Walter und seine Frau Gisela Schmid die Auszeichnungsurkunde der Allianz pro Schiene entgegen. Der Eigentümer des Bürgerbahnhofes freute sich sichtlich über die Würdigung. „Bahnhöfe sollen Orte für Begegnungen sein“, lautet sein Credo. Das zu verwirklichen ist ihm gelungen. Inzwischen nutzen die Landsberger ihren Bahnhof sogar für Familienfeiern, die Mitarbeiter des Rathauses verbringen dort regelmäßig ihre Mittagspause. Das wäre vor der Modernisierung undenkbar gewesen. Oberbürgermeister Ingo Lehmann: „Schlimmer als es damals war, konnte es nicht mehr werden.“
 
Die glänzende Auszeichnung tröstet über die vielen Hürden, die es zu überwinden galt, hinweg. Investor Walter lobte noch einmal das Engagement der vielen Beteiligten: „Insbesondere die Mitarbeiter der DB AG waren mit Herzblut bei der Sache.“