Sicherheitsvorteil für die Schiene: feste Fahrspur und Signaltechnik

ICE über Autobahn

Menschliches Versagen ist bei allen Verkehrsträgern die Unfallquelle Nr.1. Moderne Sicherheitstechnik konzentriert sich deshalb darauf, die Fehler von Menschen auszuschließen oder deren Folgen zu vermindern. Hier hat das System Schiene eine Reihe von Vorteilen, die das Verkehrsmittel überdurchschnittlich sicher machen. Wichtigste Pluspunkte: Die Spurgebundenheit stellt sicher, dass die Bahn auf ihrer eigenen Fahrstrecke bleibt. Die Signaltechnik wiederum sichert den Fahrweg ab.

Der Lokführer ist nur ein Glied in der Sicherheitskette

An der Durchführung von Eisenbahnfahrten sind viele Instanzen beteiligt. Neben der Technik gewährleisten der Lokführer und die Betriebszentrale eine sichere Zugfahrt. So bedarf jede Fahrt eines Zuges der ausdrücklichen Genehmigung durch den Fahrdienstleiter. Computer gestützt überwacht er das Schienennetz von der Betriebszentrale bzw. dem Stellwerk aus. Per Signal gibt er den Fahrweg für jeden einzelnen Zug frei. Zusätzlich überwachen technische Systeme alle Schritte des Fahrdienstleiters und Lokführers. Ebenso überwacht die so genannte punktförmige Zugbeeinflussung (PZB/Indusi) die Handlungen des Lokführers an kritischen Stellen. Wenn dieser die Geschwindigkeit nicht rechtzeitig reduziert oder ein Signal missachtet, kommt es zu einer automatischen Zwangsbremsung. Alle sicherheitsrelevanten Handlungen im Betriebsablauf sind damit technisch abgesichert.

 

Video: Warum ist die Schiene so sicher? (2:49 min)

 

Unter dem Stichwort Telematik wird heute die intelligente und sichere Verkehrsführung beschrieben. Hier ist die Bahn mit ihrer Leit- und Sicherungstechnik seit mehr als 150 Jahren Vorreiter: Fahren im Blockabstand nennt das die Bahn. Natürlich entwickelt sich die Leit- und Sicherungstechnik ständig weiter – beispielsweise mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS. Das Prinzip bleibt jedoch unverändert und bildet die Sicherheitsphilosophie des spurgebundenen Verkehrs.

Sicherer unterwegs: Die lückenlose Kontrolle der Zugfahrt

Außerdem ist beim Schienenverkehr, im Gegensatz zur Straße, die Kontrolle der Sicherheitsvorschriften praktisch lückenlos. Auf der Straße entscheidet letztlich der einzelne Fahrer, wie lange er fährt. Bei der Bahn sind Lenk- und somit auch die Ruhezeiten der Lokführer durch strikte Verfahrensanweisungen vorgegeben. Verstöße lässt die organisatorische Planung nicht zu.

Abschließend lässt sich festhalten: Durch die vielen voneinander unabhängigen Absicherungen einer Zugfahrt kann es nur noch durch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zu kritischen Situationen kommen. Die Auswertung von bekannten Unfällen der vergangenen Jahre zeigt, dass mindestens zwei Fehlhandlungen und technische Fehler zusammenkommen müssen, um einen schwerwiegenden Unfall auf der Schiene überhaupt auszulösen.

 

 

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