Güterbahnen in Deutschland fahren klimafreundlich, kämpfen aber mit hoher Kostenbelastung

Finanzierung: DB Schenker Rail - Containerzug mit Ellok BR 189 bei Diersfordt

Die Güterbahnen befinden sich in einem harten Preiswettbewerb mit anderen Verkehrsarten, insbesondere dem Lkw. Doch dieser Wettbewerb ist nicht immer fair. Während die Güterbahnen für jeden auf dem Schienennetz zurückgelegten Kilometer eine Maut bezahlen müssen (so genannte „Trassenpreise“), zahlen die Lkw in Deutschland lediglich auf Autobahnen und den Bundesstraßen Maut – weite Teile des deutschen Straßennetzes sind damit mautfrei.

Hinzu kommt, dass sowohl der Lkw als auch die Güterbahnen nicht für alle von ihnen verursachten Umwelt- und Unfallfolgekosten aufkommen. Anders formuliert: Würde das Verursacherprinzip im Güterverkehr komplett gelten, würde der unfallträchtigere und umweltschädlichere Lkw deutlich teurer werden, während die Preissteigerung bei den Güterbahnen deutlich moderater ausfallen würde.

Der Steuerzahler subventioniert den Straßenverkehr

Finanzierung

Jedes Jahr verursachen Lkw in Deutschland ein gesamtstaatliches Defizit von 13 Milliarden Euro: Staats-Einnahmen in Höhe von 14 Milliarden Euro stehen volkswirtschaftlichen Kosten in Höhe von 27 Milliarden Euro gegenüber. Dies geht aus einer von Prof. Georg Hirte (TU Dresden) erstellten Studie zu den versteckten Kosten im Güterverkehr hervor, die die Allianz pro Schiene in Auftrag gegeben hat. Damit wird jeder Lkw in Deutschland mit jährlich 5.091 Euro von der Allgemeinheit finanziell gefördert. Somit subventioniert der Steuerzahler nicht nur den Autoverkehr, sondern auch den Lkw-Verkehr massiv.

Immerhin hat die Regierung jetzt bei ihrer Mautpolitik nachgesteuert: Ab Ende 2023 werden nun auch die Kosten der CO2-Emissionen in der Lkw-Maut berücksichtigt. Notwendig bleibt eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Straßen.

Abgaben Lkw Eisenbahn Binnenschiff

Weitere Schieflage: Der Energieverbrauch des weitgehend elektrisch betriebenen Schienenverkehrs wird mit deutlich höheren Steuern und Abgaben belastet als die fossilen Treibstoffe im Straßenverkehr. Auch das schwächt die klimaschonenden Güterbahnen im Wettbewerb der Verkehrsträger.

 

Die Allianz pro Schiene fordert von der Bundesregierung die Anhebung der Lkw-Maut und ihre Ausdehnung auf alle Lkw und das gesamte Straßennetz.