Schienenbranche innovativ fürs Klima

Der Schienenverkehr steht für nachhaltige Mobilität: Während die Eisenbahn mit ihrem Rad- Schiene-System von Haus aus eine hohe Energieeffizienz vorweisen kann, sorgt der stetig wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrom-Mix für weiterhin sinkende Treibhausgas- und Schadstoffemissionen. Da Elektromobilität die vorherrschende Antriebsform im Schienenverkehr darstellt, verschafft die Eisenbahn der Gesellschaft eine politisch immer drängendere Unabhängigkeit vom prekären Rohstoff Erdöl.
Dennoch ruht sich der Schienenverkehr auf seinem Umweltvorteil nicht aus. Im Gegenteil
tüfteln die Ingenieure der Bahnindustrie ständig an technischen Neuerungen, die den Umweltbonus der Schiene weiter vergrößern sollen.

Knorr-Bremse Energiesparkreis

Das Fahrerassistenzsystem iCOM Assist, hilft dem Lokführer möglichst effizient und damit ressourcenschonend zu fahren. Basierend auf der Kenntnis von Strecke, Zugdaten und Fahrplan berechnet das Fahrerassistenzsystem eine energieoptimierte Fahrt und gibt dem Lokführer entsprechende Empfehlungen. Damit lässt sich der absolute Energieverbrauch deutlich reduzieren. So leistet das System einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbilanz und hilft, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs weiter zu steigern.

Mehr Passagiere - mehr Klimatisierung 

Klimaanlagen gehören mit zu den größten Energieverbrauchern im Zug. Die modernen Klimaanlagen von Merak und Sigma, Tochterunternehmen von Knorr-Bremse, erzielen eine erhebliche Reduzierung des Energieaufwands, da die Bremsenergie zum Heizen wiederverwendet
wird. Dank ausgeklügelter Regelungstechnik passen die Kliamanlagen unter anderem die Frischluftzufuhr permanent an das tatsächliche Passagieraufkommen an. Sind nur wenige Fahrgäste an Bord, verringert das System die Zufuhr frischer Außenluft, entsprechend geringer
ist das zu erwärmende oder abzukühlende Luftvolumen. Der Energieverbrauch der Klimaanlage sinkt, ohne dass es zu Komforteinbußen für die Fahrgäste kommt. Welches Kältemittel zum Einsatz kommt, entscheidet der Betreiber.

Die Umrichter von Knorr-Bremse, die dank innovativer Materialien hocheffizient, leicht und kompakt sind, sorgen für die optimale Verteilung der Energie im Zug. Und weil man nicht verbessern kann, was man nicht messen kann: Mit dem Energy Metering System iCOM Meter wird der tatsächliche Energieverbrauch des Zuges in Echtzeit ermittelt und dokumentiert. Zum einen kann der Bahnbetreiber damit die exakte Abrechnung des Stromverbrauchs sicherstellen. Zum anderen kann er diese Daten nutzen, um Potenziale für eine weitere Senkung des Energieverbrauchs zu identifizieren.

Alstom Hybrid-Lok

Die Alstom Lokomotiv-Plattform H3 ist für Rangier- und Streckeneinsätze gedacht und ermöglicht den Betreibern flexible Betriebskonzepte bei höchstem Umweltstandard. Der Clou dabei: Umweltschutz heißt hier zugleich, dass die wirtschaftlichen Gesamtkosten sinken. Abhängig vom Einsatzprofil können die Kunden auf einer identischen Lokomotiv-Plattform zwischen unterschiedlichen Modulen zur Energieerzeugung und -speicherung
wählen: Das Angebot reicht von der reinen Akkulokomotive, über eine Hybridversion mit Generator und Batterie, zu einer Lokomotive mit zwei Generatoren und Start- Stopp-Technik bis hin zu einer Bauform mit einem 1000 kW-Generator.

Mit Ausnahme der unterschiedlichen Energie-Module besitzen die Loks auf der Plattform weitgehend identische Ausrüstungen. Alle Fahrzeuge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde, erfüllen die aktuelle Crash Norm EN 15227, die technischen
Spezifikationen Interoperabilität (TSI) und bei Einsatz eines Dieselaggregats die Abgasnorm der Stufe IIIB. Sämtlich verfügen die Lokomotiven über Druckluftbremsen mit Bremsscheiben, Alstom-Leistungselektronik, Einzelachsfahrmotoren, Leittechnik und ähnlich gestaltete Führerhäuser. Die H3 Lokomotive ist mit einer vollständigen Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes ab sofort lieferbar.

Weniger Verbrauch und weniger Schadstoffausstoß

Die Umweltvorteile der H3 Lokomotive können sich sehen lassen: Weil die Energieerzeugung leistungsangepasst und mit geringen Verlusten über das gesamte Einsatzspektrum stattfindet, ist das Gesamtsystem umweltgerechter. Die Reduzierung der Emissionen liegt über den Werten der geltenden Abgasgesetzgebung: So vermindert die H3 den Ausstoß von Stickstoffen (NOx) um 50 Prozent und die Partikelemissionen um 80 Prozent.

Auch in absoluten Zahlen rechnet sich die Plattform: Jeder Loktyp spart gegenüber modernen dieselhydraulischen Lokomotiven je nach Einsatz bis zu 50.000 Liter Diesel pro Jahr. Innerhalb der regulären Einsatzdauer von 40 Jahren wären das bis zu 2 Millionen Liter Diesel. Das entspricht etwa 4 bis 5 Millionen Kilogramm CO2. Damit bleiben die Betriebskosten dauerhaft niedrig. Bei der Hybrid- oder Akku-Variante ist ein Teil der benötigten Energie aus regenerativen Quellen während der Standzeiten nachladbar. Und weil der technische Fortschritt nicht anhält, können mittelfristig auch andere Energieerzeuger und -speicher auf der Lokplattform installiert werden.