01. September 2016

Newsletter vom 1. September 2016

Guten Tag,

haben Sie Übergewicht? Wenn ja, dann sollten Sie ganz einfach mehr Bahn fahren. Wie eine britische Studie herausgefunden hat, sind Pendler, die mit Bus oder Bahn unterwegs sind, schlanker als diejenigen, die den Weg zur Arbeit mit ihrem Auto fahren. Durchschnittlich drei Kilo weniger bringen Männer im Öffentlichen Verkehr auf die Waage, bei den Frauen sind es zweieinhalb Kilo. Der Weg zur Bahnstation, die Treppen zum Gleis, der ungewollte Endspurt, der von den piepsenden Türen herausgefordert wird – all das bringt Bewegung in unseren Alltag. Den ersten Bahnhof mit einem Trimm-dich-Pfad sehen wir als Titelfavorit für den Bahnhof des Jahres. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre der September-Ausgabe des Newsletters der Allianz pro Schiene.

Vom 20. Bis zum 23. September findet in Berlin wieder die Fachmesse InnoTrans statt. Wir präsentieren unser Online-Jobportal www.SchienenJobs.de in Halle 7.1.c am Stand Nummer 102, statten Sie uns gerne einen Besuch ab. Darüber hinaus organisieren wir einige Veranstaltungen, darunter auch einen Messe-Rundgang zu Innovationen in Klimaschutz und Energieeffizienz mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Und auch der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags wird Station am SchienenJobs-Stand machen. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen unsere Podiumsdiskussionen im Career Forum (auch in Halle 7.1c):

Dienstag, 20.9. von 15.30 – 16.15 Uhr: Berufliche Perspektiven für Ingenieure in der Bahnbranche

Mittwoch, 21.9. von 11.15 – 12.00 Uhr: Technik, die Frauen begeistert – Karriereförderung für Frauen in der Schienenbranche mit anschließendem Standbesuch

AUS DER POLITIK

Wie sieht unsere Mobilität der Zukunft aus? Der unlängst verabschiedete Bundesverkehrswegeplan (genau, der BVWP) hält auf diese Frage jedenfalls keine Antwort parat. Im Dickicht der Ortsumgehungsstraßen hat man dort die Ausfahrt Verkehrswende offenbar verpasst. Vielleicht braucht es frischen Wind im Verkehrsministerium – gar eine Bundesverkehrsministerin? Eine gute Idee, findet Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD). Im Interview mit der Allianz pro Schiene spricht die Politikerin über versteinerte Strukturen, den weiblichen Blick in der Politik und eine großartige Fahrt im Berlin-Warschau-Express. Und weil auch die Bahnbranche mit einem Frauenanteil von knapp 20 Prozent frischen Wind gebrauchen kann, stellen wir Ihnen auf der InnoTrans am 21.9. (siehe oben) das neue Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene vor.

Zum Interview

AUS DER BRANCHE

Nur gut ein Zehntel aller Güterzüge fahren in Deutschland mit der Standardlänge von 740 Metern. Der Grund: Unser Schienennetz ist an einigen Punkten noch nicht für den Betrieb längerer Güterzüge ausgebaut, obwohl der Aufwand dafür nicht besonders hoch wäre. Das 740-Meter-Netz muss schleunigst umgesetzt werden, fordern die Chefs namhafter Güterbahnen und die Allianz pro Schiene in einem gemeinsamen Appell. Die Welt widmete dem Vorstoß einen Aufmacher, denn selten ist sich die Branche so einig wie beim Einsatz längerer Güterzüge. Kein Wunder, dass Verkehrspolitiker aller Parteien uns dabei unterstützen. Jetzt sollten die Maßnahmen in die Ausbaugesetze aufgenommen werden. Konkret muss das Schienennetz an 66 Punkten ausgebaut werden, z.B. durch längere Überholgleise. Welche wirtschaftlichen, logistischen und klimaschonenden Vorteile der 740-Meter-Güterzug mit sich bringt, erfahren Sie auf unserer Website.

Pressemitteilung: Güterbahnchefs fordern Ausbau für längere Güterzüge

Pressemitteilung: Politik parteiübergreifend für 740-Meter-Netz

Überblick: Wie der Güterzug länger werden kann

AUS DEM AUSLAND

Die Schweizer können den hohen Anteil der Schiene im Verkehr halten. Wie der Info-Dienst LITRA bekannt gab, betrug 2014 der Modal Split Straße-Schiene im Güterverkehr 61 zu 39 Prozent, im Transitverkehr waren es sogar 23 zu 77 Prozent. Im Personenverkehr wurden 76 Prozent der Personenkilometer mit dem Auto und 19 Prozent mit Bussen und Bahnen zurückgelegt. Wie sieht die Zukunft aus? Das Schweizer Verkehrsministerium rechnet in den nächsten Jahren mit einem steigenden Verkehrsaufkommen. Bis 2040 wird im Personenverkehr ein Zuwachs um 25 Prozent auf 145 Milliarden Personenkilometer erwartet, der Anteil des ÖV steige dabei von 19 auf 23 Prozent. Die Prognose für den Güterverkehr sagt einen Anstieg um 37 Prozent auf 37 Milliarden Tonnenkilometer voraus. Im Modal Split hätten die Güterbahnen dann einen Anteil von 45 Prozent.

 

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Besuchen Sie uns am 10. September auf dem Festival der Zukunft

12 – 12.45 Uhr, InnoZ – Inno Lounge: Die Allianz pro Schiene als strategisches Bündnis für mehr Umweltschutz im Verkehr

14 – 14.45 Uhr, Gray Garage: Jobmotor Umweltschutz – Die Online-Portale www.SchienenJobs.de und www.greenjobs.de stellen sich vor

17 – 17.45 Uhr, Schneider Electric – Raum 2: Klimaschutz und Verkehr: Mobilität im Alltag

 

NACKTE ZAHLEN

1.200 Lokführer will die Deutsche Bahn AG noch in diesem Jahr einstellen, berichtet die dpa. Diese Zahl zeigt, wie groß der Bedarf an Fachpersonal im Schienenverkehr ist. Aber nicht nur die DB sucht händeringend nach Nachwuchs. Rund 250 offene Stellen als Lok- bzw. Triebfahrzeugführer finden sich aktuell auf der Online-Stellenbörse www.SchienenJobs.de.

Youtube-Kanal der Allianz pro Schiene

SCHLAUER WERDEN

Es ist ein sehr seltenes Ereignis, das sich am Samstag in Baden-Württemberg ereignet: Bis Anfang Oktober richtet die Württembergische Eisenbahn zwischen Rudersberg und Welzheim einen Straßenersatzverkehr ein. Sie haben richtig gelesen. Der „Straßenersatzverkehr“ ist so selten, dass selbst der Duden das Wort nicht kennt. Auch bei Wikipedia sucht man den Straßenersatzverkehr vergeblich. „Straßenersatzverkehr, das ist doch naheliegend. Wie Schienenersatzverkehr nur umgekehrt. Für mich ist das eine ganz klare Sache“, sagte uns Wortschöpfer Jens-Ulrich Beck von der Württembergischen Eisenbahn. Nach der Frauenquote in der Bahnbranche: Brauchen wir eine Schienenquote in unserem Wortschatz? Wir fordern die Gleichberechtigung, lieber Dudenverlag!

UNTERWEGS

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Wer schon einmal in Brasilien unterwegs war, hat es mitunter schon getrunken – das „Eisenbahn“ Bier. Die kleine Brauerei in Blumenau nahe der Ostküste des Landes ließ sich von der Eisenbahnstation in ihrer Nachbarschaft inspirieren. Gebraut wird nach dem Deutschen Reinheitsgebot, sogar ein Bio-Pils haben die Brasilianer im Angebot. Über den Modal Split von Hopfen und Malz haben wir leider keine Angaben.

Haben auch Sie etwas Spannendes auf Ihren Reisen entdeckt? Schicken Sie uns ein Foto und erzählen Sie Ihre Geschichte.

 

 

GUTE NACHRICHTEN

Er sei „ein Winzling zum Verlieben“ schreibt die Rheinische Post online, unser Bahnhof des Jahres 2016 Steinheim (Westfalen). Der kleine aber hervorragend ausgestattete S-Bahnhof bei Paderborn hat in der vergangenen Woche ganz Nordrhein-Westfalen verzaubert. „Der erste Bahnhof des Jahres in unserem Bundesland!“, freute sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) bei der Enthüllung der Ehrentafel. „Darum ist der Bahnhof in Steinheim zum Verlieben“, titelt die Lippische Landes-Zeitung und auch die Fernsehteams von WDR, RTL und SAT.1. waren hin und weg. Dass auch der Hauptbahnhof Stralsund zum Bahnhof des Jahres 2016 gekürt wurde, dass erfuhr man erst bei den Überregionalen, z.B. bei tagesschau.de, heute.de oder Spiegel Online. Die Aufregung über den Titel war im Norden aber nicht weniger groß: „Das ganze Team hat sich wahnsinnig gefreut“, verriet uns Bahnhofsmanager Ingo Mau. Während der Bahnhof Stralsund noch bis zum Herbst auf seine Ehrentafel warten muss, finden Sie auf unserer Website eine Bildergalerie der tollen Feier in Steinheim.

Zur Bildergalerie

NEU AN BORD

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Herzlich Willkommen in der Allianz pro Schiene

Vinci Concessions Deutschland GmbH , die Tochter des französischen Infrastrukturkonzerns ist jüngstes Fördermitglied in der Allianz pro Schiene. Unter anderem baut das weltweit tätige Unternehmen zurzeit die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Bordeaux.

ENTGLEIST

Geschichten wie H-Milchbrei

Auf Partys schlagen Sie damit garantiert jede Frau in die Flucht: Vermeintlich skandalöse Anekdoten Ihrer letzten Bahnreise, die in etwa so anfangen: „Wie ich neulich bei der Deutschen Bahn fast zum Kleinkriminellen wurde“. Dieser bräsige „Thänkyouforträvelling“-Resterampen-Humor sorgt dafür, dass solche Geschichten so spannend und überraschend sind wie ein H-Milchbrei. Spiegel Online hofft trotzdem auf ein paar empörte Klicks, sammelt die besten schlimmsten Bahngeschichten, um sie dann im Footer der Seite vermodern zu lassen. Wir bitten alle Menschen, die wirklich etwas auf Reisen erlebt haben, lieber an uns zu schreiben: www.eisenbahner-mit-herz.de.

Ich hoffe, unser Newsletter hat Ihnen gefallen. Leiten Sie ihn gerne an Freunde und Kollegen weiter und vernetzen Sie sich mit uns bei facebook, twitter und Xing. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Oktober.

Herzliche Grüße

Christopher Harms

 

KALENDER

  1. und 11. September, Berlin: Die Allianz pro Schiene zu Gast auf dem Festival der Zukunft im Bundesumweltministerium
  2. September, Berlin: „Wie kann der öffentliche Verkehr von der Digitalisierung und vom autonomen Fahren profitieren?“ Die Allianz pro Schiene beteiligt sich am Fachgespräch der Fraktion von B‘90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag.
  3. bis 23. September, Berlin: Die Allianz pro Schiene und www.SchienenJobs.de auf der Messe InnoTrans in Berlin, Halle 7.1c Stand 102

Save the date: Am Donnerstag, den 24. November, findet in Berlin das nächste Förderertreffen der Allianz pro Schiene statt.