06. Dezember 2018

Newsletter vom 06. Dezember 2018

 

 
  
 
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Donnerstag, 6. Dezember 2018

 

Guten Tag,

es ist Nikolaus und langsam aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu. Zeit für einen kleinen Rückblick: Politisch betrachtet war 2018 ein gutes Jahr für die Eisenbahn. Noch nie enthielt eine Koalitionsvereinbarung so viele schienenfreundliche Passagen wie die aktuelle. Und die Trassenpreissenkung ist ein erster Schritt für einen starken Schienengüterverkehr. Trotzdem schauen wir mit einiger Skepsis ins neue Jahr. Warum? Der kürzlich verabschiedete Bundeshaushalt 2019 hält finanziell nicht, was die Bundesregierung verspricht. Verkehrsminister Andreas Scheuer will die Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppeln, den Deutschland-Takt umsetzen und gerade erst hat er 29 Bahnprojekte in den vordringlichen Bedarf hochgestuft. Trotzdem liegen die vom Bund für 2019 zur Verfügung gestellten Investitionsmittel für den Neu- und Ausbau von Schienenwegen (1,65 Mrd. Euro) weit unter dem notwendigen Jahresdurchschnittswert aus dem Bundesverkehrswegeplan. Mit anderen Worten: Der Bedarfsplan Schiene ist dramatisch unterfinanziert. Wenn der Bund die Verdoppelung der Fahrgast-Zahlen schaffen will, dann müssen die Anstrengungen zur Finanzierung verdoppelt werden. Wir haben ausgerechnet, wie viel Geld für den Neu- und Ausbau tatsächlich nötig wären: 3 Milliarden Euro. Und das ist schon knapp kalkuliert.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen des Dezember-Newsletters und schöne Weihnachten!

Herzliche Grüße

Carolin Flege
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

 

AUS DER POLITIK
Deutschland-Takt im Zukunftsbündnis Schiene verankert

Die Vision, in Deutschland einen Fahrplan für das ganze Land einzuführen, indem Nah- und Fernverkehr, Bahn und Bus minutengenau aufeinander abgestimmt sind, haben wir schon seit vielen Jahren. Doch es gibt wohl kaum eine Person, die so sehr für den „Deutschland-Takt“ kämpft wie Hans Leister. Leister ist stellvertretender Förderkreissprecher der Allianz pro Schiene und wird gerne als „Urvater“ des Deutschland-Takts bezeichnet. Umso mehr freuen wir uns, dass Hans Leister nun auch im „Zukunftsbündnis Schiene“ des Bundesverkehrsministeriums in der „Arbeitsgruppe 1 – Deutschland-Takt“ eine führende Rolle bei der Umsetzung spielen wird. Als Co-Leiter der Gruppe wird er die Vision gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit Leben füllen.
Foto: Deutsche Bahn AG/ Axel Hartmann

Mehr zum Deutschland-Takt

 

AUS DER BRANCHE
Fehlende Gleisanschlüsse bremsen Güterverkehr aus

Im Jahr 2017 wurden so viele Güter mit der Schiene transportiert wie noch nie: Mehr als 400 Millionen Tonnen – ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist gut, keine Frage. Doch der Wert könnte und sollte, gerade in Zeiten des Klimawandels, deutlich höher ausfallen. Ein Grund für den bescheidenen Zuwachs sind fehlende private Gleisanschlüsse. Während es im Jahr 1997 noch rund 11.000 Anschlüsse ans deutsche Schienennetz gab, waren es 2015 nur noch kümmerliche 3.250. Dabei werden hierzulande mehr als die Hälfte aller Güterverkehre über einen Gleisanschluss abgewickelt. In einem Hintergrundartikel erklären wir, warum die massive Schrumpfung der Gleisanschlüsse den Schienengüterverkehr gefährdet und die Gleisanschlussförderung reformiert werden sollte.
Foto: ©iStockphoto.com/mmac72

Zum Artikel

 

AUS DEM AUSLAND
Polen, Schweden & das Schamgefühl

In nur acht Tagen endet die 24. UN-Klimakonferenz in Polen. Doch klimapolitisch ist noch lange kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn die Diskussionen um mehr Klimaschutz scheinen sich mal wieder im Kreis zu drehen. Der Deutschlandfunk-Journalist Georg Ehring beschreibt die Atmosphäre in Kattowitz wie folgt: „Am Konferenzort sorgen Kohleheizungen, Kraftwerke und Fabriken für eine Dunstglocke über der Stadt. Es riecht ein bisschen nach faulen Eiern, man spürt mit jedem Atemzug, worum es hier geht.“ Man fragt sich, warum sich die Polen ausgerecht diesen Ort ausgesucht haben, um mit den Ländern dieser Welt über Klimaschutz zu reden. „Haben die denn gar kein Schamgefühl?“, möchte man rufen. Wie sehr sich die Länder in der Hinsicht unterscheiden können, macht ein aktuelles Beispiel aus Skandinavien deutlich: Die Schweden schämen sich mittlerweile so sehr für umweltschädliches Fliegen, dass sie sogar einen neuen Begriff dafür erfunden haben: „flygskam“, deutsch „Flugscham“. 
Foto: Sasha Radosavljevic

 

NACHKTE ZAHLEN
Ein gutes Jahr für Computerspiele-Fans

Wussten Sie schon, dass die Regierung im nächsten Haushaltsjahr insgesamt 7,6 Millionen Euro für „digitale Testfelder in Häfen, an Wasserstraßen und Bahnstrecken“ bereitstellt? Klingt erstmal nicht schlecht – bis man über den Haushaltstitel zur „Förderung von Computerspieleentwicklung auf Bundesebene“ stolpert: Stolze 50 Millionen Euro stellt die Regierung alleine 2019 dafür zur Verfügung. Nicht zu vergessen ist das zusätzliche Steuergeld für den „Computerspielepreis“ in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Ob das wohl reicht, um einen vernünftigen Flugtaxi-Simulator zu entwickeln? Dorothee Bär wird berichten.
Grafik: Cliff Nußbaum / Allianz pro Schiene, Quelle: Deutscher Bundestag (BT-Drs. 19/4624)

 

GUTE NACHRICHTEN
Wettbewerbsbedingungen Schiene-Straße verbessert

Für den Schienengüterverkehr gibt es gleich drei gute Nachrichten zu verkünden. Erstens: 2019 wird die Lkw-Maut erhöht. Das bedeutet, dass die Preisschere zwischen Schienen- und Lkw-Maut endlich ein Stückchen geschlossen wird. Zweitens: Die EU-Staaten haben sich auf Sozialstandards für Lkw-Fahrer geeignet, die das Sozial-Dumping auf der Straße und somit die Wettbewerbsverzerrungen reduzieren sollen. Und drittens: Es wird keine generelle Erhöhung des Lkw-Gewichts in Deutschland geben. Mehrere Industrieverbände hatten zuvor eine Anhebung des Maximalgewichts auf 44 Tonnen gefordert. Für uns war das Grund genug, uns in einem gemeinsamen Brandbrief an die Bundesregierung zu wenden. Mit gutem Ausgang.
Foto: Deutsche Bahn AG/ Bartlomiej Banaszak

Die Antworten der zuständigen Ministerien können Sie hier lesen:

Mehr dazu

 

GOLDENE UMWELTSCHIENE
Allianz pro Schiene ausgezeichnet

Seit fast 20 Jahren setzt unser Verband sich nun schon für den klimaschonenden Schienenverkehr und mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität ein. Dafür wurden wir nun von BF Bahnen mit der „Goldenen Umweltschiene“ ausgezeichnet. Das freut uns sehr, denn unsere tägliche Arbeit machen wir gerne und leidenschaftlich – oder wie der Beauftragte der Bundesregierung für Schienenverkehr, Enak Ferlemann, bei seiner Laudatio sagte: „Mit großem Engagement – laut, auffällig, mal provokant.“
Foto: Allianz pro Schiene / Stephan Röhl

Die ganze Rede von Staatssekretär Ferlemann, Fotos von der Verleihung und einen Impulsvortrag von VBB-Chefin Susanne Henckel zur Zukunft der Mobilität können Sie sich hier anschauen:

Zum Artikel

 

ENTGLEIST
Cottbus: lieber billig statt sauber?

Während ganz Deutschland darüber nachdenkt, wie Fahrverbote vermieden und die Luft in den Städten verbessert werden könnte, plagt den Finanzchef von Cottbus derzeit ein ganz anderes Thema. Dieser sucht nach Einsparmöglichkeiten für seine Stadt und kam dabei auf eine aus seiner Sicht großartige Idee: Die „teure“ Straßenbahn könne man doch ganz einfach durch „billige“ Diesel-Busse ersetzen. Dass dies eine Welle der Empörung auslösen würde, konnte der kostenbewusste Mann ja nun wirklich nicht ahnen. In einer Art „Bürgerdialog“ Anfang November kamen rund 150 Menschen zusammen, um sich gegen die Pläne der Stadt zu wehren. Auch die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) zeigte sich in einer Pressemitteilung äußerst „überrascht“ über den Vorschlag. Cottbus habe „mit seiner Straßenbahn bereits ein gut funktionierendes Elektromobilitätsnetz“. Statt über die Einkürzung der Bahn nachzudenken, solle die Stadt sich lieber um „die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung ihres Straßenbahnnetzes“ kümmern.
Foto: rbb/ Rico Herkner

 

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