02. Februar 2018

Newsletter vom 01. Februar 2018

 

 

Donnerstag, 1. Februar 2018

Logo der Allianz pro Schiene
Carolin Flege, Allianz pro Schiene

Guten Tag,

vor drei Tagen kam ans Licht, dass die deutsche Autoindustrie nicht nur Affen, sondern auch Menschen zu Testzwecken Dieselabgase verabreicht hat. Die deutsche Vorzeigebranche wollte beweisen, dass Abgase eigentlich gar nicht schädlich seien. Das politische Berlin war empört und die Kanzlerin forderte Aufklärung. Während VW prüfen will, wie es den Affen geht, treibt mich etwas ganz anderes um: 400.000 (!) Europäer sterben jährlich vorzeitig wegen zu schlechter Luftqualität. Der Hauptverursacher? Der Verkehr. Die Autos. Der Diesel. Wir alle sind tagtäglich Versuchskaninchen der Autoindustrie. Die Empörung der Regierung in der Abgasdebatte ist heuchlerisch, wenn daraus nichts weiter folgt als leere Worte. Jetzt heißt es, Verantwortung für die Menschen in Deutschland und in Europa zu übernehmen. Ein guter Zeitpunkt, um die Weichen für einen umweltfreundlichen Verkehr zu stellen. Nur mal so am Rande: Die Schiene ist schon jetzt zu 90 Prozent elektrisch unterwegs. Wenn die politischen Rahmenbedingungen zügig angepasst werden, dann ist die Schiene schneller emissionsfrei, als die Kanzlerin „Elektroauto“ sagen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen des Februar-Newsletters!

Herzliche Grüße
Carolin Flege
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

AUS DER POLITIK
Förderrichtlinie zu Energieeffizienzmaßnahmen 

Ein wichtiger Fortschritt für mehr Energieeffizienz: Die Bundesregierung hat die Richtlinie zur „Förderung der Energieeffizienz des elektrischen Eisenbahnverkehrs“ fertiggestellt. Die Förderrichtlinie soll nach Abschluss des Notifizierungsverfahrens in Brüssel in Kraft treten. Voraussetzung für eine Förderung ist die Reduzierung des Fahrstromverbrauchs pro Personen- bzw. Tonnenkilometer um mindestens 1,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bund übernimmt dabei bis zu 50 Prozent der Kosten. Jetzt die weniger gute Nachricht: Straßenbahnen sind von der Förderung ausgeschlossen. Trotzdem freuen wir uns: Denn künftig ist somit auch die Anschaffung von energieeinsparenden Fahrerassistenzsystemen förderfähig. Fahrerassistenzsysteme tragen dazu bei, den Schienenverkehr günstiger und noch umweltfreundlicher zu machen, da sie bis zu 15 Prozent Energie einsparen können. Das ist das Ergebnis einer Marktstudie, die wir vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt haben.
Foto: Deutsche Bahn AG / Kiên Hoàng Lê

Sie wollen mehr über die Studie und die Ergebnisse erfahren? Dann klicken Sie hier.

AUS DEM FRAUENNETZWERK
Neue Vorsitzende für das Frauennetzwerk

Frauennetzwerk

Unser Frauennetzwerk hat zwei neue Vorsitzende: Gewählt wurden Carmen Maria Parrino (Vorsitzende der Geschäftsführung, Abellio Rail Mitteldeutschland) und Alexandra von Oy (Head of Public Affairs Germany, Bombardier Transportation). Die bisherigen Vorsitzenden Dr. Susanne Kortendick (Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin, METRO Cash & Carry) und Larissa Zeichhardt (Geschäftsführerin, LAT Funkanlagen-Service) verabschiedeten sich turnusmäßig nach einem erfolgreichen Jahr an der Spitze des Netzwerks: Dafür gab es jede Menge Blumen: Dankesblumen und Vorschussblumen. Das muss auch sein, denn das Frauennetzwerk hat sich viel vorgenommen. In der Planung ist unter anderem ein Innovationswettbewerb, der Anfang März starten wird. Die Preisverleihung soll im September auf der internationalen Fachmesse InnoTrans stattfinden.
Foto: Allianz pro Schiene / Carolin Flege

Sie wollen mehr über die Frauen aus dem Netzwerk erfahren? Dann klicken Sie sich durch unsere Online-Galerie. Dort finden Sie auch die Kurzbiografien der Vorsitzenden.

AUS DEM AUSLAND
Österreich: Wer stört, zahlt 40 Euro

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ziehen künftig andere Saiten auf: Wer im Ruhebereich zu laut ist, muss 40 Euro Strafe zahlen. Doch was genau heißt überhaupt „zu laut“? Das lässt sich den Beförderungsbedingungen der ÖBB bisher nicht entnehmen. Die Einschätzung obliegt demnach dem Zugbegleiter. In Deutschland müssen Störenfriede übrigens keine Strafe zahlen. Im schlimmsten Fall kann ein Fahrgast jedoch von der Weiterfahrt ausgeschlossen werden. Insgesamt gilt der Deutsche im internationalen Vergleich ja auch als eher schweigsam.
Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

NACKTE ZAHLEN
Lieber Nahverkehr statt Autobahnen

Lieber Nahverkehr statt Autobahnen

Die Deutschen legen mehr Wert auf einen attraktiven Nahverkehr als auf den Bau neuer Autobahnen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von ARD und Infratest Dimap. Demnach finden rund 42 Prozent der Befragten, dass der Bund den öffentlichen Nahverkehr ausbauen sollte. Nur jeder Fünfte will dagegen Geld in noch mehr Straßen und Autobahnen stecken. Und besonders bemerkenswert: Fast 75 Prozent der Deutschen würden auf ihr Auto verzichten, wenn die Angebote des Nahverkehrs verlässlicher und billiger wären. Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen gar nicht so sehr an ihrem Auto hängen, wie Politik und Medien uns oftmals weismachen wollen. Die Gesellschaft ist bereit für die Verkehrswende. Nun liegt es an der Regierung, die Wünsche der Bevölkerung auch umzusetzen.
Foto: Allianz pro Schiene / Bodo Gierga

GUTE NACHRICHTEN
Länder investieren in den ÖPNV

Im Januar erreichten uns gleich mehrere gute Nachrichten. Zunächst wurde bekannt, dass Niedersachsen 2018 insgesamt 270 ÖPNV-Projekte mit mehr als 82 Millionen Euro fördern wird. Und auch Brandenburg möchte den Öffentlichen Nahverkehr stärken und kündigte an, mit 80 Projekten rund 36 Millionen Euro in die Bahn-Infrastruktur zu investieren. Die beiden Länder wollen unter anderem die Barrierefreiheit verbessern und Pendlern ein attraktiveres Angebot bieten. Allerhöchste Zeit, denn gerade im Raum Berlin/ Brandenburg steigen die Pendlerzahlen dramatisch. So reisen täglich etwa 300.000 Menschen in die Stadt rein und wieder raus. „Wir müssen Wachstum neu denken“, meint Susanne Henckel, Geschäftsführerin des VBB. Warum eine umfassende Angebotsausweitung eine komplexe und zum Teil langwierige Aufgabe ist, erklärt sie in diesem Interview. Auch interessant: Der neue VBB-Wohn- und Mobilitätskostenrechner, der die jeweiligen Kosten der Pendler ermittelt und vergleicht.
Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

UNTERWEGS
Jim Knopf und der Umsatz von Märklin

Seit Jahren stagnierte der Umsatz des Modelleisenbahnherstellers Märklin – da kam der Marketing-Abteilung eine geniale Idee. Ende März kommt die Verfilmung von Michael Endes Kinderabenteuer „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ in die deutschen Kinos. Das Unternehmen nahm das zum Anlass und entwickelte entsprechende Lizenzprodukte wie etwa dieses Starterset, in dem unter anderem die windschiefe Lokomotive „Emma“ enthalten ist. Das Set kann man hier für schlappe 149,99 Euro kaufen. Wem das zu teuer ist, der kann ja mal beim „DBresale“ nach coolen anderen Bahner-Artikeln stöbern. Hier findet man neben alten ICE-Doppelsitzen und -Tischen auch kleinere Souvenirs wie antike Bahnhofsuhren.
Foto: www.maerklin.de

ENTGLEIST
Die Bahn und die Deutschen: „Nicht mein Ding“

Für Statistiker ist vor allem das Sein eine wichtige Kategorie. Das könnte auch anders sein, hat sich das Handelsblatt gedacht und die Deutschen befragt, was sie nie machen. In der Aufstellung „Nicht mein Ding“ erringt die Deutsche Bahn immerhin einen Spitzenwert: 58 Prozent der Deutschen fahren demnach nie mit der Bahn. Noch weniger beliebt sind nur Dating Apps (vermeiden 71 Prozent) und Discos (betreten 67 Prozent niemals). Wir fragen uns, was daraus folgt. Als Lobbyisten würden wir sagen: Das Potenzial ist noch gewaltig. Als Vielfahrer nutzen wir die Statistik als Trost, besonders an Tagen, wo die Züge brechend voll sind. 58 Prozent unserer Mitbürger stehen gerade auf der Straße im Stau. Und wir? Überlegen, ob wir nicht mal wieder mit einem guten Date in die Disco gehen sollten.
Foto: Handelsblatt

GEZWITSCHER
Tweet des Monats

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NEU AN BORD
Willkommen in der Allianz pro Schiene

Niekamp Rechtsanwälte:

Einzelunternehmen. Spezialisiert auf Eisenbahnrecht. Verspricht, „über Kooperationen eisenbahnfachliches und eisenbahnrechtliches Wissen (zu) verbinden“.

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