02. März 2017

Newsletter vom 2. März 2017

 

Wer wird in diesem Jahr Eisenbahner mit Herz? Rund 160 Reisegeschichten haben uns bis zum Einsendeschluss Ende Januar erreicht, eine tolle Resonanz. Viele Eisenbahner leisten mehr, als von ihnen erwartet wird, sind herzlich und engagiert und den Fahrgästen eine zuverlässige Stütze, wenn sie gebraucht werden. Jetzt geht unser Wettbewerb langsam in die heiße Phase: 60 Nominierte konnten wir zusammen mit unseren Partnern bei den Bahnen ausfindig machen, die Online-Galerie wächst täglich. Stöbern Sie gerne, dort finden Sie tolle Lokführer, Zugbegleiter, Schaffner, Info-Mitarbeiter und eine Eule im Karton. So viel ist sicher: Unsere Jury wird es schwer haben.

AUS DER POLITIK

Höchste Eisenbahn für Elektrifizierung

Vier Mal so viele Güter wie bisher könnten mit den Güterbahnen zwischen Cottbus und Görlitz transportiert werden, wenn diese Strecke elektrifiziert würde. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung der beiden ansässigen Handelskammern, im Zuge derer auch fast 100 Unternehmen nach konkreten Verlagerungspotentialen befragt wurden. Zusätzlich würde sich die Fahrzeit der Zugverbindung zwischen Berlin und Breslau (Polen) um eine knappe Stunde verkürzen. Dieses Beispiel aus der Lausitz zeigt, wie wichtig die zügige Elektrifizierung weiterer Schienenstrecken ist und wie sie durch die Politik verschlafen wird. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist das Projekt in der Warteschleife „potentieller Bedarf“ geparkt, die höchst offizielle Bewertung steht seit langem aus. Deutschland ist bei der Elektrifizierung nur Mittelmaß, das zeigt unser aktueller EU-Vergleich – viele unserer Nachbarn sind hier besser aufgestellt. Die Elektrifizierungslücke etwa zwischen Görlitz und Breslau auf polnischer Seite ist bereits ausgeschrieben. 2019 soll die Strecke unter Strom stehen, teilte die polnische Staatsbahn PKP vor zwei Wochen mit. Zusammen mit Verkehrspolitikern aller Parteien fordern wir von der Bundesregierung eine Elektrifizierungsoffensive.

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AUS DER BRANCHE

Interview: Mit dem Güterzug von China nach Europa

Ohne einen starken Kaffee geht es bei Carsten Pottharst nicht. Kein Wunder, der Chef des Bahnlogistikunternehmens InterRail Europe organisiert die längsten Güterzugverbindungen der Welt: Seine Züge fahren durch acht Zeitzonen – von China bis nach Spanien. „Die ersten 11.000 Kilometer sind einfach“, sagt Pottharst und erzählt uns im Interview, warum es bei seinen Güterzügen meist erst in Europa richtig knifflig wird.

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VIDEO

Weniger Stau, mehr Platz, Gesundheit und die Freiheit, bei der eigenen Mobilität frei wählen zu können: Die Verkehrswende bringt mehr Lebensqualität für alle. In unserem neuen Video, zeigen wir, warum es höchste Zeit für ein Umdenken ist und welche Rolle der Schienenverkehr bei der Verkehrswende spielt.

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SCHLAUER WERDEN

KV: Jede Tonne ist ein Erfolg

Von den Vorzügen des Kombinierten Verkehrs (KV) werden bald Unternehmen in den Regionen Dortmund, Frankfurt und Regensburg überzeugt. In Zusammenarbeit mit den hiesigen Handelskammern beraten das Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik und die Studiengesellschaft für Kombinierten Verkehr aus Berlin interessierte Unternehmen gezielt bei der Umstellung auf den KV. Das Projekt „Erfahrungsaustausch im KV“ (ERFA-KV) wird vom Bundesumweltministerium gefördert. „Jeder kann verlagern“, bringt es Projektleiter Achim Klukas auf den Punkt. Die ERFA-Gruppe unterstützt Unternehmen bei einer detaillierten Ist-Analyse und der Identifikation von Verlagerungspotentialen. Zugleich wird aus den Erfahrungen im Projekt ein Praxis-Leitfaden für Unternehmen erarbeitet. Kennen Sie potentielle Unternehmen aus den oben genannten Regionen, ermuntern Sie sie gerne, an ERFA-KV teilzunehmen. Den Kontakt zu Herrn Klukas stellen wir gerne her.

GUTE NACHRICHTEN

ÖPNV intelligent vernetzt

Noch per Funk melden sich Straßenbahnen heute bei Signalanlagen an. Die Technik ist ein Auslaufmodell, die Beschaffung von Ersatzteilen oft nicht mehr gewährleistet. Im Feldversuch wird in Kassel nun ein neues System auf WLAN-Basis getestet. Aber VERONIKA, so der Name des Projekts, ist mehr als ein reines Technik-Update. Im Interview erzählt uns Projektleiter Prof. Dr. Robert Hoyer, wie die Kasseler Straßenbahnen in Zukunft noch pünktlicher durch die Stadt kommen und VERONIKA Rettungswagen den Weg frei räumt.

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NACKTE ZAHLEN

Rekorde im ÖV

Der positive Trend im Öffentlichen Verkehr hat sich auch in 2016 fortgesetzt. 11,25 Milliarden Fahrten verzeichneten Busse und Bahnen im vergangenen Jahr – ein neuer Höchststand. Im Vergleich zum Jahr 2015 stieg die Anzahl der Fahrten um 1,8 Prozent. Größter Gewinner war 2016 der SPFV, rund 138 Millionen Fahrgäste entschieden sich bei ihrer Reise für die Eisenbahn (+5,3 Prozent). Im Nahverkehr nutzten 3,98 Milliarden Menschen die Straßenbahnen (+2,4 Prozent) und 2,63 Milliarden den Nahverkehrszug. Mit 5,33 Milliarden Fahrgästen bleibt auch 2016 der Bus das meistgenutzte Verkehrsmittel im ÖPNV, verzeichnet allerdings auch das geringste Wachstum (+0,9 Prozent). „Wir verzeichnen einen Anstieg bei den Bevölkerungszahlen, zudem gab es 2016 mehr Erwerbstätige und Studenten. Das führte unter anderem auch zu der stärkeren Nutzung des Öffentlichen Verkehrs“, erklärt Bernd Reichelt vom Statistischen Bundesamt. Im SPFV trugen vor allem die große Nachfrage bei den Sparpreis-Angeboten und erste Erfolge des Programms „Zukunft Bahn“ zum Anstieg der Fahrgastzahlen bei, so Jürgen Kornmann von der DB.

UNTERWEGS

Für die Kaffeepause nach Berlin

Eigentlich sind die vlexx-Züge nur in Rheinland-Pfalz und im Saarland unterwegs. Aber in Berlin, genauer am Berliner Hauptbahnhof, lässt es sich offenbar besonders schön pausieren. Es muss wohl am Kaffee liegen, denn die Berliner Luft ist zur Zeit eher nass und ungemütlich. Vielen Dank an Bodo Gierga für das Foto. Haben auch Sie etwas Spannendes rund um die Schiene entdeckt? Schicken Sie uns ein Foto und erzählen Sie Ihre Geschichte.

 

NEU AN BORD

Willkommen in der Allianz pro Schiene

Spiekermann Consulting Engineers, die Ingenieurgesellschaft mit bundesweit neun Niederlassungen ist im Eisenbahnbau tätig. Aktuelle Projekte sind u.a. der dreigleisige Ausbau der Strecke Oberhausen – Emmerich und die Realisierung des S-Bahn City-Tunnels in Leipzig. http://www.spiekermann.de/

Magistrale für Europa, ein Zusammenschluss aus 28 Städten, Regionen und Industrie- und Handelskammern, der sich für den Ausbau der Schienenachse Paris-Budapest einsetzt. Vorsitzender der Initiative ist der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup. http://www.magistrale.org/

ENTGLEIST

Wünsch dir was

Wenn Argumente nicht mehr weiter helfen, wird es mitunter völlig verquer. Frei nach dem Motto „In meinem Gigaliner ist noch Platz für dich“, symbolisiere der Riesen-Lkw das „soziale Miteinander in einem dicht besiedelten Land“, eine „Sharing Economy auf Deutschlands Straßen“. So schreibt es Wirtschaftsredakteur Michael Kuntz in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung. „Die Ära der gemeinschaftlich genutzten Großtransporter hat begonnen“, steht dort weiter. Wir fragen uns: Da wird doch nicht ernsthaft versucht, dem Riesen-Lkw auch noch ein soziales Deckmäntelchen überzuwerfen? Kommt der Riesen-Lkw, der als Ökoliner nicht wirklich gut performt hat, nun als „Caritas-Mobil“ zurück? In der Realität aber herrscht im Straßentransport leider Sozialdumping. Hier dreht sich alles nur um den Preis, nicht um Menschlichkeit. Gigaliner sind gefährlich, umweltschädlich und teuer für den Steuerzahler. Sonst nix.

MEDIENECHO

Süddeutsche Zeitung: Bundesrechnungshof wollte Gigaliner verhindern

Verkehrsrundschau: Statistik: Marktanteil der Güterbahnen sinkt

Handelsblatt: Laster hängen Deutsche Bahn ab

KALENDER

Auf dem European Rolling Stock Forum 2017 am 15. März in Warschau gibt Jolanta Skalska Einblicke in unsere „Plattform leise Bahnen“. Sollten Sie auch vor Ort sein: Ihren Vortrag hören Sie im Panel 2 um 13:20 Uhr.