07. Dezember 2017

Newsletter vom 07. Dezember 2017

 

 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Logo der Allianz pro Schiene
Carolin Flege, Allianz pro Schiene

Guten Tag,

in drei Tagen ist es so weit: Das derzeit größte Schieneninfrastrukturprojekt, die Schnellfahrstrecke Berlin – München, wird eingeweiht. Ab dem 10. Dezember können Fahrgäste mit dem ICE in weniger als vier Stunden von der Bundeshauptstadt in die bayerische Landeshauptstadt fahren. Und obwohl die Strecke bereits jetzt zu den am häufigsten nachgefragten Verbindungen gehört, erwartet die DB ein zusätzliches Buchungsplus von 10 Prozent. Dies liegt nicht zuletzt an dem viel zitierten „Air-Berlin-Effekt“, der dafür sorgte, dass sich die Flugpreise auf der Route um bis zu 50 Prozent verteuerten. Kein Wunder also, dass viele Kunden jetzt zur Bahn wechseln. Dazu gehört bestimmt auch Modelleisenbahn-Fan Horst Seehofer, der zukünftig zwischen Berlin und München dauerpendeln wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen des Dezember-Newsletters!

Herzliche Grüße
Carolin Flege
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

AUS DER POLITIK
Stellungnahme: Kommissionsvorschlag zu Fahrgastrechten 

Ende September hat die EU-Kommission einen Entwurf zur Neufassung der EU-Verordnung über Fahrgastrechte von Bahnreisenden vorgelegt. Vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wurden wir daraufhin um eine Stellungnahme gebeten. Der Bitte sind wir gerne nachgekommen und haben in einem dreiseitigen Papier Position bezogen. Die Kurzzusammenfassung: Die Weiterentwicklung von Fahrgastrechten finden wir grundsätzlich gut, denn im Idealfall erleichtern sie den Fahrgästen eine Entscheidung für die Schiene. Ob das Ergebnis dann aber praxistauglich ist und tatsächlich mehr Rechtssicherheit für Bahnkunden bringt?
Foto: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe

Zum Kommissionsvorschlag haben wir insgesamt fünf Anmerkungen gemacht, die Sie gerne hier nachlesen können. 

AUS DER BRANCHE
Konsens: Politiker aller Parteien für die Schiene

Verkehrswende: Da geht noch was!

„Jamaika“ ist gescheitert. Woran genau, ist strittig: An politischen Egos? An Kalkülen? Am fehlenden Vertrauen? Zumindest eins ist sicher: Jamaika ist nicht gescheitert, weil es bei der Eisenbahn Streit gab. Im Gegenteil: „Für die Bahn hätte das Bündnis ziemlich sicher viel erreichen können“, so Matthias Gastel (Grüne). Auf unserer Veranstaltung mit dem Titel „Klimaschutz konkret: Verkehrsträger im Dialog“ kamen Bundestagsabgeordnete aus fünf Fraktionen zusammen und sprachen sich einhellig für eine Stärkung des Schienenverkehrs aus. Sie alle waren sich einig, dass die Schiene eine Schlüsselrolle in der „Verkehrswende“ spielt und dass beispielsweise der Deutschland-Takt so schnell wie möglich umgesetzt werden sollte. Wenn Sie mehr über die Podiumsdiskussion erfahren wollen, dann klicken Sie bitte hier.
Foto: Allianz pro Schiene / Jolanta Skalska

AUS DEM AUSLAND
Schweiz: Der Verlagerungs-Champion

Die Schweizer machen es uns mal wieder vor: Dort hat der Schienengüterverkehr 2016 das vierte Mal in Folge Marktanteile von der Straße zurückgewonnen. Wie aus der Gütertransportstatistik des Bundesamtes für Statistik hervorgeht, haben die Transportleistungen der Schiene gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent zugenommen, während sie im Straßengüterverkehr um 1,5 Prozent zurückgegangen sind. Die Schweiz kann somit einige Fortschritte bei der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verzeichnen. Neueste Zahlen bestätigen außerdem einen nennenswerten Rückgang von Lastwagen-Fahrten durch die Alpen: von Juli 2015 bis Juni 2017 sank die Zahl um 5,6 Prozent auf 975.000 Fahrten pro Jahr.
Foto: SBB CFF FFS / Hansjörg Egger

NACKTE ZAHLEN
Das weltweite Schienennetz wächst rasant

Die weltweiten Schienennetze der Eisenbahnen und Stadtverkehre wachsen in den nächsten fünf Jahren um rund 80.000 Kilometer. Laut einer Studie der SCI Verkehr GmbH liegt das vor allem an den großen Wachstumspotenzialen in Asien. Das Beratungsunternehmen betont, dass der Kontinent immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt des internationalen Marktes für Schieneninfrastruktur wird, chinesische Investoren zunehmend aber auch Geld in Infrastrukturprojekte in anderen Teilen der Welt stecken.
Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

GUTE NACHRICHTEN
Schiene wächst schneller als Auto

Eine schöne Zahl zum Personenverkehr der vergangenen Jahre: Im Zeitraum von 2010 bis 2016 ist die Verkehrsleistung (Pkm) der Eisenbahnen (plus 14,3 Prozent) doppelt so schnell gewachsen wie die Verkehrsleistung des Motorisierten Individualverkehrs (plus 7 Prozent). Dies geht aus dem vor wenigen Tagen erschienenen Standardwerk „Verkehr in Zahlen 2017/2018“ hervor. Auch wenn dies natürlich sehr erfreuliche Nachrichten sind, darf man nicht vergessen, dass die Verkehrsleistung bei der Bahn von einem viel niedrigeren Ausgangsniveau wächst. Unterm Strich gewann die Schiene lediglich 0,4 Prozent Marktanteil in diesem Zeitraum.
Foto: Deutsche Bahn AG / Petra Schwaiger

UNTERWEGS
Sandmännchen fährt ICE

Das Sandmännchen stockt seine Fahrzeugflotte auf. So wird es am 8. Dezember zum ersten Mal in einem ICE reisen, wie der rbb bekanntgab. „Das wird aber auch Zeit – im Auto saß das Sandmännchen schon oft genug “, findet meine Kollegin Sandy Schmidt. „Zugfahren macht ihm doch bestimmt sowieso mehr Spaß. Da kann das Sandmännchen sogar parallel die Gute-Nacht-Geschichten vorlesen und Traumsand werfen.“ Insgesamt erscheinen 24 neu gedrehte Folgen der Kult-Sendung.
Foto: rbb

DIGITALISIERUNG
Sennhenn stellt ETCS-Strategie der DB Netz vor

Ein hochaktuelles Thema hatte Frank Sennhenn, Vorsitzender des Vorstands der DB Netz AG, für seinen Vortrag auf unserem Förderertreffen am 14. November im hessischen Friedberg mitgebracht: die ETCS-Strategie der DB Netz. Der Vortrag und die lebhafte Diskussion machten deutlich, welche Chancen – aber auch welche Herausforderungen – mit der Einführung des europäischen Zugsicherungssystems ETCS auf den Schienenverkehr zukommen. Mit einer flächendeckenden Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik kann die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur deutlich steigen und zugleich die Kosten gesenkt werden. Knackpunkt ist eine möglichst kurze Migrationsphase. Hier ist neben DB Netz auch der Bund am Zug, der mit einer Förderung von Infrastruktur- und Fahrzeugausrüstung eine schnelle Umstellung unterstützen sollte.
Foto: Allianz pro Schiene / Till Schürmann

ENTGLEIST
Vorsicht: Gefährliche Realitätseinbrüche

Eine schlimme Nachricht erreichte uns Ende November aus Norwegen: Über 100 Rentiere sind in kurzer Zeit von Güterzügen überfahren worden. Dass die Besitzer der oft freilaufenden Herden von den Bahngesellschaften entschädigt werden, kann das Unglück nicht heilen. Möglicherweise ist sogar die Logistik der weltweiten Weihnachtsgeschenke-Zustellung ins Mark getroffen worden. Damit der Dezember trotz aller Hiobs-Botschaften die einzige Zeit im Jahr bleibt, in der das Wünschen noch geholfen hat, glauben wir an den emissionsfrei fliegenden Schlitten. Und denken Sie dran: Immer nur ein Türchen am Tag aufmachen! Das hilft.
Foto: Gerhard Frassa

NEU AN BORD
Willkommen in der Allianz pro Schiene

Furrer-Frey Deutschland GmbH: Deutsche Tochter des Schweizer Familienunternehmens Furrer – Frey. Auf den Bau und die Planung von Oberleitungen für Schieneninfrastruktur spezialisiert.
Foto: Furrer-Frey

Ich hoffe, unser Newsletter hat Ihnen gefallen. Leiten Sie ihn gerne an Freunde und Kollegen weiter und vernetzen Sie sich mit uns bei facebook, twitter und Xing. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Januar.

MEDIENECHO

KALENDER

  • 08. Dezember, Lutherstadt Wittenberg: Siegerehrung „Bahnhof des Jahres 2017“ mit Ministerpräsident Reiner Haseloff
  • 13. Dezember, Berlin: Gemeinsame Pressekonferenz mit dem ACV „Wie sicher sind Reisende unterwegs? Todesrisiko im Verkehrsträgervergleich von Bahn, Bus und Pkw“
  • 14. Dezember, Berlin: Öffentlicher Teil der Mitgliederversammlung der Allianz pro Schiene mit dem Themenschwerpunkt „Nachhaltige Finanzreform“
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