10. November 2016

Von Anzeigetafel bis Zugdurchsage: Mehrnoush Rahmani bringt die Infos an den Fahrgast

Mehrnoush Rahmani entwickelt Bahn-Kommunikationssysteme für die Siemens AG

Mehrnoush Rahmani (36) entwickelt für die Siemens AG alles das, was Bahnfahren bequemer macht und den Fahrgast auf dem Laufenden hält.

Als Mehrnoush Rahmani noch zur Schule ging, kamen die ersten Handys auf den Markt. „Wir waren unter den ersten Besitzern eines Siemens Mobiltelefons. Mein Traum war es damals, irgendwann bei der Weiterentwicklung solcher Handys mitzumachen.“ Rahmani studierte Elektro- und Informationstechnik in München, doch als sie fünf Jahre später mit ihrem Studium fertig war, gab es Siemens Mobile schon nicht mehr. Die Mobilfunkbranche in Deutschland hatte sich weitgehend zerschlagen, bei Siemens arbeitet Rahmani heute trotzdem. Statt der Handys entwickelt sie jetzt Apps.

Rahmanis Eltern sind beide Ingenieure. „Das klingt etwas außergewöhnlich, aber Zuhause haben wir oft über Mathematik gesprochen.“ Als ihr Vater aus dem Iran beruflich nach Deutschland versetzt wurde, zog die Familie mit. Mehrnoush Rahmani besuchte das Gymnasium in Düsseldorf. Da ihr Vater abermals die Stelle wechselte, ging die Familie nach Italien und Rahmani machte dort ein deutsch-italienisches Abitur. Zusätzlich legte sie auch das iranische Abitur ab.

Das anschließende Studium in einem männerlastigen Umfeld gelang ihr leicht, sie wohnte in einem Mädchenwohnheim und fühlte sich wohl in München. „Dass ich an der Uni allein unter Männern war, ist mir eigentlich erst aufgefallen, als meine Freundinnen unbedingt wollten, dass ich noch ein paar Kommilitonen zur nächsten Party einlade.“ Mehrnoush Rahmani hat ihr eigenes Rezept, sich zwischen all den Männern zu behaupten: „Erst wenn man selber denkt, dass man anders ist, wird man auch als anders wahrgenommen.“ Also denkt sie weniger darüber nach und bringt sich lieber aktiv ein. Diese Erfahrung gibt sie heute als Mentorin auch an andere Studentinnen weiter.

Von Anzeigetafel bis Zugdurchsage – Kommunikation bei der Siemens AG

Mehrnoush Rahmani ist Gruppenleiterin „Funktionale Architektur“ bei der Siemens AG in Erlangen. Fragt man sie, was hinter dieser Bezeichnung steckt, wird ihre Antwort schnell sehr technisch. Vereinfacht gesagt, geht es um Kommunikationssysteme im Zug. Dazu gehört die elektronische Anzeigetafel, das Durchsagesystem oder auch Internet an Bord. Rahmani entwickelte mit ihrem Team eine Art elektronisches Baukastensystem, aus dem sich verschiedene Bahnhersteller individuelle Systeme für ihren Zug zusammenstellen können. Für diese Idee bekam Rahmani 2015 mit ihrem Team den „Siemens Mobility Innovation Award“.

Im Video: Frauen in der Bahnbranche stellen sich vor

Mehrnoush Rahmani, selbst Mutter von zwei Kindern, findet, dass sich Familie und Führungsposition nicht ausschließen. „Für qualifizierte Frauen brauchen wir flexible Arbeitszeitmodelle.“ Sie selbst verlässt konsequent um halb drei Uhr nachmittags das Büro, um ihre Kinder aus dem Kindergarten abzuholen. Nachmittags ist dann Familienzeit. „Wenn meine Kinder abends im Bett sind, arbeite ich weiter. Wichtig ist aber nicht die Arbeitszeit, sondern das Ergebnis.“ Frauen und Männer ticken anders, da ist sich Rahmani sicher. „Im technischen Bereich habe ich oft erlebt, dass Frauen einen besseren Blick fürs Detail haben.“ Jetzt kann Rahmani die Gender-Frage auch Zuhause studieren: „Mein Sohn und meine Tochter entwickeln sich ganz unterschiedlich.“ Was es spannend macht: Die beiden sind Zwillinge.

Das macht Siemens in Punkto Chancengleichheit: Flexible Arbeitszeitmodelle,
Kinderbetreuung und Elder Care, Mentoring durch Frauen, Modulare Schulungskonzepte für Frauen in Führungspositionen

Händeringend gesucht: Qualifizierte, motivierte und engagierte MitarbeiterInnen.

Das Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene unterstützt und vernetzt Unternehmen beim Thema Frauenförderung und Chancengleichheit.