23. Januar 2017

Barrierefreier Umbau: Weitere Bahnhöfe stehen fest

Der Bahnhof Pritzwalk ist noch kein barrierefreier Bahnhof. Das Bundesverkehrsministerium fördert nun den Umbau
Noch nicht barrierefrei: Der Umbau des Bahnhofs Pritzwalk in Brandenburg wird gefördert.

Barrierefreier Bahnhof: Mit 80 Millionen Euro fördert das Bundesverkehrsministerium in den nächsten Jahren den barrierefreien Umbau kleiner Bahnstationen. Nach der ersten Vergaberunde im Sommer vergangenen Jahres wurden nun weitere Umbauprojekte bekanntgegeben.

Das Bahnfahren in ländlichen Regionen künftig einfacher: Das Bundesverkehrsministerium fördert den barrierefreien Umbau weiterer kleiner Bahnstationen. Das kommt nicht nur Menschen mit einer Behinderung zugute, sondern nutzt auch Rollstuhlfahrern und Menschen, deren Sehfähigkeit stark eingeschränkt ist. Ein barrierefreier Bahnhof erleichtert aber auch den Alltag von Fahrradfahrern und Eltern mit Kinderwagen.

Nachdem bei der ersten Vergaberunde im vergangenen Sommer 108 Bahnhöfe eine Förderzusage erhielten, gab das Ministerium nun 25 weitere Projekte bekannt. Im Fokus der Baumaßnahmen stehen dabei die barrierefreie Wegeleitung zur bzw. an der Bahnstation und der stufenfreie Zugang zum Bahnsteig. Ausgewählt wurden vor allem Bahnhöfe, in deren Einzugsgebiet Seniorenheime oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen liegen.

Diese kleinen Bahnhöfe werden barrierefrei umgebaut

  • Baden-Württemberg: Ergenzingen, Niklashausen, Sulz (Neckar)
  • Bayern: Eichstätt Stadt, Gersthofen, Neumarkt St. Veit, Oberkotzau, Waging, Weilbach in Unterfranken
  • Brandenburg: Herrensee, Brand Tropical Islands, Lindenberg (Mark), Ortrand, Pritzwalk, Rehfelde, Wriezen
  • Hessen: Fritzlar, Goßfelden, Kirch Göns, Mandern, Mengeringhausen, Sterzhausen, Ungedanken
  • Rheinland-Pfalz: Welgesheim-Zotzenheim
  • Saarland: Bous

Das Modernisierungsprogramm umfasst nun insgesamt 132 kleine Bahnstationen und läuft bis 2020. Die Liste mit allen Bahnhöfen, deren barrierefreier Umbau vom BMVI gefördert wird, steht hier zum Download. Die Allianz pro Schiene begrüßt die Förderung des barrierefreien Umbaus und erwartet vom Bundesverkehrsministerium, dieses Engagement auch über das Jahr 2020 hinaus fortzusetzen.

Barrierefreier Bahnhof: Modernisierungsprogramm des Bundesverkehrsministerium

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Ende Juli 2015 ein Modernisierungsprogramm für Bahnstationen im ländlichen Raum gestartet. Dabei stellt der Bund 80 Millionen Euro zur Verfügung, um kleine Bahnstationen mit weniger als 1.000 Ein- und Aussteigern pro Tag, barrierefrei umzubauen. Vorschläge, welche Stationen die Förderung erhalten sollen, wurden von den Bundesländern gemacht. Auch der Deutsche Behindertenrat war bei der Auswahl der Projekte eingebunden. Insgesamt werden jeweils die Hälfte der Kosten der Umbaumaßnahmen durch den Bund gefördert, die andere Hälfte muss von den Ländern getragen werden. In der ersten Vergaberunde erhielten 108 Bahnhöfe eine Förderzusage.

Nach Angaben der Deutschen Bahn AG (2015) gibt es in Deutschland rund 5.400 Bahnhöfe, die von der DB Station & Service AG betrieben werden. Davon haben rund 3.500 (65 Prozent) Bahnstationen eine tägliche Frequenz von unter 1.000 Fahrgästen. Die größte Anzahl dieser „Kleinbahnhöfe“ befinden sich in Bayern (594 Stationen). Baden-Württemberg (394), Nordrhein-Westfalen (332), Sachsen (327) und Rheinland-Pfalz (318) belegen die Plätze zwei bis fünf.