*Einig waren sich die verkehrspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen im Ziel: "Mehr Verkehr auf die Schiene" müsse die Devise lauten, betonten Dirk Fischer (CDU/CSU) und Albert Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) unisono während des am 2. September gemeinsam von der Frankfurter Rundschau und der Allianz pro Schiene in Frankfurt am Main veranstalteten "Mobilitätsduells".
Bei der Frage, wie dieses Bekenntnis mit Leben gefüllt werden kann, war es schnell vorbei mit den Gemeinsamkeiten: Lediglich beim Thema "Trennung von Schienennetz und Bahnbetrieb" waren sich beide Diskutanten noch einig ("Infrastruktur muss dauerhaft in öffentlicher Verantwortung bleiben").
Ansonsten hatte Dirk Fischer für die Schiene auf dem Weg zum Ziel nicht viel zu bieten.
Seine erst auf mehrmaliges Nachfragen herausgewundene Absichtsbekundung "Wir wollen alle Investitionen anheben. Das gilt auch für die Schiene", könnte sich nach der Wahl schnell als Lippenbekenntnis erweisen. Hatte Fischer ("ich bin ein leidenschaftlicher Befürworter von mehr Schienenverkehr") doch wenige Tage zuvor der Allianz pro Schiene noch schriftlich beschieden, dass der Schienenverkehr "nicht mehr im bisherigen Umfang bezahlbar sein" werde.
Ganz anders dagegen Albert Schmidt von den Grünen. Er sprach sich dafür aus
Den rund 100 Zuschauern in der Frankfurter Fachhochschule schien die teilweise sehr lebhafte Diskussion - an der sich auch der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen und der Landesbeauftragte des Bund Naturschutz in Bayern, Richard Mergner (beide im Allianz pro Schiene-Vorstand), beteiligten -gefallen zu haben. Zwar gab es nach dem "Duell" keine repräsentative Meinungsumfrage wie beim Fernsehduell Schröder/Stoiber. Dem Applaus des bunt gemischten Publikums (Vertreter der Wirtschaft, Verbandsfunktionäre und Studierende) zufolge, kam der Grüne im Publikum jedoch auf einen Zustimmungsanteil von deutlich über 50 Prozent - ein Ergebnis, von dem die Partei am 22. September nicht einmal träumen dürfte.