Iris Gleicke erläutert die SPD-Position
Kenner der Materie werden Unterschiede herausgehört haben, für "normale" Wahlbürgerinnen und -bürger klangen die Äußerungen der beiden Damen recht ähnlich. Beim "Mobilitätsduell" in Erfurt, gemeinsam veranstaltet von der Thüringer Allgemeine und der Allianz pro Schiene, setzten sich sowohl die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Iris Gleicke, als auch die CDU-Bundestagskandidatin Antje Tillmann für einen Infrastrukturausbau ein.
Beide halten die ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt für "außerordentlich wichtig", befürworten aber auch den Bau der A 38.
Heidemarie Mähler (Erfurter Industriebahn, links) und Antje Tillmann (CDU) während des Duells.
Beide - und das ist für eine CDU-Politikerin bemerkenswert - wollen eine Gleichbehandlung von Schiene und Straße bei der Verteilung der Investitionsmittel.
Unterschiede gab es, wie gesagt, in den Nuancen: Die Gleichbehandlung von Schiene und Straße bei der Verteilung der Investitionsmittel dürfe "nicht zu einer Vernachlässigung der Straße" führen, ergänzte Antje Tillmann. Die SPD-Politikerin verzichtete auf diese Einschränkung.
Unzugänglich zeigten sich sowohl Gleicke als auch Tillmann in Sachen Mehrwertsteuerreduzierung auf Fernverkehrsfahrkarten. "Wer soll das finanzieren?" fragte Iris Gleicke rhetorisch. "Nur wenn alle Steuern auf europäischer Ebene harmonisiert sind", sekundierte Antje Tillmann.
Am deutlichsten wurden die Unterschiede bei der Verwendung der Einnahmen aus der Lkw-Maut. Während die CDU-Politikerin bei der Maut die Auffassung vertrat, "diejenigen, die zahlen, sollen auch den Nutzen haben", verteidigte die SPD-Frau die geplante Verteilung (50 Prozent in die Straße, 38 Prozent in die Schiene und 12 Prozent in die Wasserstraßen).