Unmittelbar nach der Bundestagswahl präsentierte die Allianz pro Schiene in der Bundespressekonferenz 10 Forderungen an die Politik, den "Fahrplan Zukunft".
Bereits zwei Tage danach bezeichnete Reinhard Weis, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, den Fahrplan Zukunft als "sehr interessanten und sehr aktuellen Forderungskatalog". Auf einer öffentlichen Veranstaltung der Verkehrsmesse InnoTrans am 26.9.02 sagte er dazu wörtlich: "Das Papier ist sehr schwergewichtig, wenn ich mir angucke auf der zweiten Seite, welche Firmen und welche Verbände dies gemeinsam vertreten, da kann die Politik und da wollen wir auch gar nicht vorbeigehen. Unsere Zielstellung, Schienenverkehr zu befördern, mit der Allianz pro Schiene und den zehn Punkten, die liegen sehr eng beieinander."
Für die Umweltpolitiker der Grünen stand insbesondere "die Verkehrswende auf der Tagesordnung" der Koalitionsverhandlungen. Umweltminister Jürgen Trittin betonte am Tag nach der Veröffentlichung des Fahrplan Zukunft: "Wir müssen mehr Güter auf die Schiene bringen." (taz vom 25.9.02) Mit konkreteren Zahlen griff der Verkehrsexperte Albert Schmidt die Vorschläge der Schienenallianz auf. "Die Gleichbehandlung von Straße und Schiene bei den Investitionen für die nächsten zehn Jahre" sei das Ziel, zitierte das Magazin Focus den grünen Verkehrspolitiker (Focus vom 30.9.02)
Selbst der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktionen, Dirk Fischer, bekannte sich vor Journalisten zum ersten Mal zu der Forderung der Allianz pro Schiene, die Mehrwertsteuer im Schienenfernverkehr zu reduzieren (Offenbach Post vom 8.10.02)
"Noch viel zu tun"
Also verkehrspolitische Harmonie allüberall? Umso besser, denn es gibt "Noch viel zu tun", wie die Frankfurter Rundschau am Tag nach der Pressekonferenz des Schienenbündnisses titelt. In dem Kommentar vom 25.9.02 heißt es weiter: "Gut also, dass die Allianz pro Schiene der künftigen Regierung deutlich zeigt, wie viel noch zu tun ist, bis der umweltfreundliche und sichere Zug zu gleichen Bedingungen mit Auto, Schiff und Flugzeug konkurrieren kann. Und es schadet auch nicht, dass sie klarmacht: Wer der Bahn zu ihrem Recht verhelfen will, darf sich nicht scheuen, ihren Wettbewerbern weh zu tun.