Getrennt nach den Bereichen Personen- und Güterverkehr bietet die Datenbank für alle wichtigen Umweltkategorien die Kennzahlen der einzelnen Verkehrsträger. Konkret liegen Daten vor für den Energieverbrauch, den CO2-Ausstoß, den Ausstoß von Stickoxiden, den Ausstoß von Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffen, den SO2-Ausstoß sowie den Ausstoß von Dieselpartikeln und Feinstäuben. Im Güterverkehr sind die Verkehrsträger Schiene, Straße, Wasserstraße und Luftverkehr einbezogen. Im Personenverkehr sind die Verkehrsträger Schiene, Straße und Luftverkehr abgebildet. Zusätzlich gibt es hier auch noch die Kategorie ÖPNV, die die Mittelwerte für den ÖPNV mit Regionalzügen, Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie Bussen im Linienverkehr enthält.
Alle Datensätze sind vorhanden für die Jahre 1995, 2000, 2005, 2006, 2007 und 2008. Durch das Setzen von Filtern können Zeitreihen über die Entwicklung der spezifischen Emissions- und Verbrauchswerte einzelner Verkehrsträger oder auch Fahrzeugkategorien gebildet werden. Ebenso ist es möglich, verkehrsträgerübergreifende Vergleiche anzustellen. Eine unmittelbar strecken- oder routenbezogene Darstellung ist dabei in der Datenbank nicht hinterlegt. Dargestellt werden jeweils die Durchschnittswerte für den Verkehr in Deutschland, die zusätzlich nach Fahrzeugkategorie oder Traktionsart differenziert werden können.
Bei den Datensätzen der Datenbank Umwelt & Verkehr handelt es sich um so genannte „spezifische Werte“. Dies bedeutet, dass die einzelnen Werte, z.B. CO2-Ausstoß, pro Verkehrsleistungseinheit ausgewiesen werden, also im Personenverkehr pro Personenkilometer (Pkm) und im Güterverkehr pro Tonnenkilometer (tkm). Durch den Bezug auf die Verkehrsleistung sind die Datenbankwerte direkt vergleichbar: Es wird deutlich, wie sich für die gleiche Verkehrsleistung die Umweltbilanz der einzelnen Verkehrsträger unterscheidet.
Da die Umweltbilanz der verschiedenen Verkehrsträger nicht nur technisch bedingt ist, sondern auch von ihrer Auslastung abhängt, sind in der Datenbank die durchschnittlichen Auslastungsgrade der Verkehrsträger hinterlegt. Dabei gilt: je besser die Auslastung, desto besser die Umweltbilanz pro Personenkilometer bzw. Tonnenkilometer. Berücksichtigt ist außerdem die gesamte Energieverbrauchskette („Well-to-Wheel“) einschließlich der so genannten energetischen Vorkette. Die Einbeziehung der Vorkette ist gerade beim Eisenbahnverkehr wichtig, um die Vergleichbarkeit mit anderen Verkehrsträgern zu gewährleisten. Der Löwenanteil der Verkehrsleistung im Eisenbahnverkehr wird von elektrischen Fahrzeugen erbracht. CO2-Emissionen und andere Schadstoffe fallen also hier vorgelagert bei der Stromerzeugung im Kraftwerk an, was durch die Well-to-Wheel-Betrachtung berücksichtigt wird. Die Datenbank bildet damit die Umweltbilanz des realen Verkehrsgeschehens in Deutschland ab.
Umweltvergleich Schiene - Straße - Luft
Der Verkehr ist ein „Sorgenkind“ der Umweltpolitik – und erfordert entschlossenes Handeln von Unternehmen und Politik. Auf den Verkehrssektor entfielen im Jahr 2008 über 28 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Rund ein Viertel aller CO2-Emissionen werden hierzulande direkt und indirekt vom Verkehr produziert. Deutlich stärker als bisher werden zukünftig Ressourcenschonung sowie Energie- und damit Kosteneffizienz Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Verkehrssektor sein. Es ist unstrittig, dass sich die einzelnen Verkehrsträger in dieser Hinsicht beträchtlich unterscheiden. Die Verbändedatenbank „Umwelt & Verkehr“ ermöglicht aufschlussreiche Vergleiche.
Zwar gilt der Schienenverkehr allgemein als umweltschonender Verkehrsträger, aber um den Umweltvorteilen des Schienenverkehrs in der politischen Debatte tatsächlich Gehör zu verschaffen, braucht der Bahnsektor eine einheitliche und belastbare Daten- und Faktenbasis. Dabei geht es nicht nur um Daten für den Schienenverkehr selbst, sondern im gleichen Umfang auch um Daten für die konkurrierenden Verkehrsträger auf der Straße oder in der Luft.
Deshalb haben die Allianz pro Schiene, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) sich zusammengeschlossen, um die „Datenbank Umwelt & Verkehr“ erstellen zu lassen. Das Ziel: die Umweltkennzahlen der einzelnen Verkehrsträger wissenschaftlich abzusichern und vergleichbar zu machen. Auf dieser Grundlage können die Befürworter der Schiene mit einheitlichen Zahlen operieren und ihren Argumenten besser Geltung verschaffen. Dazu steht die Datenbank exklusiv den Mitgliedern und Fördermitgliedern der drei Verbände zur Verfügung.
Besonderen Wert haben die drei Verbände auf die Belastbarkeit und Glaubwürdigkeit der Daten gelegt: Datengrundlage ist das Daten- und Rechenmodell TREMOD des Umweltbundesamtes (UBA). Auf dieser Basis hat das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) für die drei Verbände eine Datenbank erarbeitet, die erstmalig und umfassend die spezifischen Emissions- und Verbrauchswerte der Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasser und Luft erfasst. Sowohl Methodik als auch die Daten selbst sind vom UBA anerkannt. Die Datenbank wird jährlich fortgeschrieben und enthält aktuell 5.000 Datensätze; der Datenstand ist 2008.
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