Auch zum Thema Elektromobilität hält die Datenbank Umwelt & Verkehr Antworten bereit. So wird deutlich, dass im Schienengüterverkehr schon heute über 88 Prozent der Verkehrsleistung elektrisch erbracht werden, im Eisenbahnpersonenverkehr sind es über 86 Prozent und bei U- und Straßenbahnen 100 Prozent. Eine ernst gemeinte gesellschaftliche Debatte über „Elektromobilität“ sollte sich nicht auf Elektroautos verengen – an Elektro-Lkw ist ohnehin nicht zu denken –, sondern müsste selbstverständlich auch die erheblichen und schnell realisierbaren Möglichkeiten des Eisenbahnsektors ausschöpfen: Hier geht es um die Elektrifizierung weiterer Strecken, die Förderung von Hybridlokomotiven oder anderer neuer Antriebstechniken.
Ein wichtiger Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz des Schienenverkehrs ist zudem die Vergrößerung des Anteils erneuerbarer Energien im Bahnstrommix. DB-Chef Rüdiger Grube hat hier als Ziel einen Anteil von 30 Prozent erneuerbarer Energien im Jahr 2020 gesetzt – dies entspricht etwa einer Anteils-Verdoppelung. Im Rahmen der angekündigten Förderung der Elektromobilität sollte die Politik auch hier unterstützend tätig werden. Die langfristige Vision für den Bahnstrom bleibt die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energie – so wie es beim S-Bahnverkehr in Hamburg bereits seit Anfang des Jahres Realität ist.
Auf die gravierenden Unterschiede der Verkehrsträger in Sachen Umwelt- und Energiebilanz müssen Politik und Unternehmen mit einem integrierten Ansatz reagieren. Nicht zuletzt der verkehrsträgerübergreifende Vergleich im Zeitverlauf macht deutlich: Es ist sicherlich sinnvoll und notwendig, innerhalb einzelner Verkehrsträger nach Verbesserungspotenzialen zu suchen und diese zu heben. Gerade der Schienenverkehr hat noch erhebliche Möglichkeiten zur Verbesserung seiner Umweltbilanz, nicht zuletzt durch die Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energien im Bahnstrommix. Ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Umweltbilanz des Güterverkehrs insgesamt liegt aber in der Verkehrsverlagerung auf die Schiene.
Völlig zu Recht hat das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – der so genannte Weltklimarat – schon 2007 konstatiert, dass Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene und die Binnenschifffahrt eine zentrale Handlungsnotwendigkeit in diesem Sektor ist.
Für die Verkehrs- und Umweltpolitik bedeutet dies: Deutschland braucht klare Ziele im Verkehr: für die Lärmminderung, für die Senkung des CO2-Ausstoßes und für die zukünftigen Marktanteile des energieeffizienten und umweltschonenden Schienenverkehrs. Zentrale Instrumente sind dabei Verkehrsverlagerung und bessere Verknüpfung der Verkehrsträger. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als bedauerlich, dass die neue Bundesregierung nun ausgerechnet bei der Förderung von Kombiverkehrsterminals den Rotstift angesetzt hat.
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