Handlungsbedarf auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität
Die wahrscheinlich größte Herausforderung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität in Europa lautet „Unsere Mobilität muss umweltfreundlicher werden“. Dies bedeutet vor allem, unsere Art Güter und Personen zu transportieren muss deutlich energieeffizienter und klimaschonender werden. Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor mit einem CO2-Anstieg. Von 1990 bis 2007 ist der Kohlendioxidausstoß des Verkehrs EU-weit um 35,6 Prozent gestiegen, während in allen anderen Sektoren im selben Zeitraum die Emissionen rückläufig waren.
Zwar sinken die spezifischen Emissionen pro motorisiertem Fahrzeug, aber der stetige Anstieg der zugelassenen Fahrzeuge und der zurückgelegten Kilometer, insbesondere im Güterverkehr, machen die fahrzeugbezogenen Effizienzgewinne wieder zunichte. Schlimmer noch, der Zuwachs überlagert die Effizienzgewinne und führt zu einem auf Dauer völlig inakzeptablen CO2-Ausstoß des Verkehrs.
Aber Klimaschutz und Kohlendioxidreduktion sind nicht das einzige Problemfeld bei der Bewältigung der Herausforderung, die Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten. Drastisch gesenkt werden müssen auch die spezifischen und die absoluten Stickoxid- und Ruß-Partikel-Emissionen, die Lärmemissionen und der Flächenverbrauch.
Angesichts auch künftig steigender Ölpreise lautet die zweite zentrale Herausforderung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität „Mobilität muss bezahlbar bleiben“. Der Problemdruck nimmt hier eindeutig zu. Die Ölpreise sind seit der Jahrtausendwende im Durchschnitt um 10 Prozent jährlich gestiegen. Der Öl-abhängige Straßenverkehr ist hiervon besonders betroffen. Dieselkraftstoff hat sich vom Jahr 2000 bis Ende 2008 um 76 Prozent verteuert, die Fahrscheine für den in weiten Teilen elektrisch betriebenen ÖPNV im selben Zeitraum lediglich um 36 Prozent.
Die dritte große Herausforderung heißt „Mobilität muss sicherer werden“. Völlig zu Recht beklagt die EU-Kommission in einer Mitteilung vom Juni 2009 1 : „Der Straßenverkehr fordert einen viel zu hohen Blutzoll“. Allein in Deutschland gab es 2008 im Straßenverkehr 225.000 verletzte Pkw-Insassen und 2.368 Pkw-Insassen, die in Folge eines Verkehrsunfalls gestorben sind.
Die vierte große Herausforderung lässt sich unter der Überschrift „Mobilität und Demografischer Wandel“ zusammenfassen. Die Bevölkerung in Deutschland wird älter. Und: Die Bevölkerungsverteilung ändert sich. Schrumpfung und Wachstum verteilen sich ungleichmäßig auf die verschiedenen Regionen in Deutschland.
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