Der Preis der Mobilität
Neben dem unermesslichen privaten Leid verursachen Unfälle auch enorme Kosten für eine Volkswirtschaft. Sie erfordern Rettungseinsätze und die medizinische Versorgung der Opfer. Hinzu kommen Arbeitsausfälle durch körperliche oder seelische Verletzungen. Auch Sachwerte aller Art werden zerstört. Ein weiterer Kostenpunkt sind mögliche Umweltschäden, die bei Gefahrstoffen (Öl, Diesel und Benzin in den Fahrzeugtanks) und bei Gefahrgütern enorme Ausmaße annehmen können. Auch für sie muss eine Gesellschaft am Ende aufkommen. Sicherer Verkehr ist deshalb auch volkswirtschaftlich gesehen von großem Interesse.
Die so genannten externen Unfallkosten des Straßenverkehrs (siehe Kasten) beziffert das Schweizer Forschungsinstitut INFRAS in einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung für Deutschland auf 41,7 Milliarden Euro allein im Jahr 2005.
Die Eisenbahn verursacht die geringsten externen Kosten
Eine Studie von INFRAS/IWW im Auftrag des internationalen Eisenbahnverbandes (UIC) hat die externen Verkehrsunfallkosten für Europa berechnet. Die Studie hat dabei einen Verkehrsträger übergreifenden Vergleich vorgenommen, dem die Daten des Jahres 2000 zugrunde liegen. Danach verursacht der PKW-Verkehr pro 1000 Personenkilometer über 30 Euro externe Unfallkosten. Der Busverkehr liegt bei 2,40 Euro und die Eisenbahn sogar nur bei 0,77 Euro.
Jede Bahnfahrt entlastet die Gesellschaft finanziell
Allein der PKW-Verkehr verursachte in Deutschland im Jahr 2005 rund 32 Milliarden Euro externe Unfallkosten. Die Bahn dagegen belastete die Gesellschaft im gleichen Zeitraum nur mit rund 0,074 Milliarden Euro.
Statistisch spart die Fahrt eines Reisenden über 1000 km (Strecke vom Ruhrgebiet nach Berlin und zurück) auf der Schiene statt auf der Straße der Gesellschaft externe Unfallkosten von über 36 Euro (siehe Grafik). Mehr Verkehr auf der Schiene würde vor allem bei den Krankenkassen Kosten einsparen, so dass sich deren Beitragssätze und damit die Lohnnebenkosten deutlich verringern ließen.
Externe Kosten sind Folgekosten, die nicht vom Verursacher getragen werden, sondern von der Allgemeinheit, also vom Bürger. Unter externen Verkehrskosten versteht man die Kosten, die beispielsweise im Zusammenhang mit Unfällen oder der Umweltbelastung durch Verkehr (Lärm, Luftverschmutzung) entstehen. Die nicht von den Verursachern, in diesem Fall den Verkehrsteilnehmern, übernommenen Kosten gehen daher zu Lasten der Allgemeinheit (beispielsweise Behandlungskosten für Unfallfolgen, die nicht von den KFZ-Versicherungen getragen werden, sondern von den Krankenkassen).