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Todesrisiko Verkehr

Verkehr weiterhin Todesursache Nummer 1 für junge Menschen

Todesrisiko im Zug 63-mal geringer als im Auto

Regionalbahn am Bahnübergang

Zunächst die gute Nachricht. Die Zahl der Verkehrstoten hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Innovationen in der Medizin, der KFZ- und Verkehrstechnik sowie Gurtpflicht, Promillegrenze und Infrastrukturmaßnahmen haben Erfolge gezeigt. Die Verkehrstotenzahlen sind bei allen Verkehrsträgern deutlich zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Für junge Menschen in Deutschland ist der Verkehr weiterhin die Todesursache Nummer eins. Dies gilt auch für Europa. Erst jüngst musste ein Bericht des Europäischen Parlaments feststellen: „Im Ergebnis sehen sich die Bürger weiterhin auf der Straße einem höheren Risiko ausgesetzt als bei jeder anderen Aktivität ihres Alltagslebens.“


Mit dem öffentlichen Verkehr reist man am sichersten

Wie die untenstehende Grafik zeigt, ist die Zahl der tödlich verletzten Reisenden sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene rückläufig. Deutlich wird aber auch: Die mit Abstand meisten Opfer sind im motorisierten Individualverkehr (PKW und motorisierte Zweiräder) zu beklagen. Der öffentliche Verkehr ist im Vergleich zur Fahrt mit dem PKW wesentlich sicherer. Trotzdem werden der eigene PKW und der eigene Fahrstil in der Regel als sehr sicher eingeschätzt, weil man als PKW-Fahrer glaubt, das Risiko selbst beherrschen zu können.

 

Todesrisiko im Zug 63-mal geringer als im Auto

Zur Bewertung der Sicherheit von Verkehrsmitteln sind die absoluten Zahlen allerdings nur ein erster Anhaltspunkt. Erst das Verhältnis von Verunglückten zur Verkehrsleistung gibt einen aussagekräftigen Wert. Auch im Verhältnis zur Verkehrsleistung ist der öffentliche Verkehr erheblich sicherer als der PKW. Dabei war die Eisenbahn (0,01 tödlich verunglückte Reisende pro einer Milliarde Personenkilometer) im Jahr 2008 wiederum sicherer als der Bus (0,16 Opfer pro einer Milliarde Personenkilometer). Die untenstehenden Grafiken zeigen mehr als deutlich: Das Risiko für Reisende, im PKW tödlich zu verunglücken, ist dramatisch höher als auf der Schiene. Im PKW-Verkehr gab es 2008 fast drei Tote pro einer Milliarde Personenkilometer. Auch die jährlichen Schwankungen im Unfallgeschehen ändern an dem Sicherheitsvorsprung der Eisenbahn nichts: Im mehrjährigen Durchschnitt ist das Todesrisiko im Pkw 63-mal höher als im Zug.

Auf lange Sicht betrachtet verändert selbst ein katastrophales Zugunglück wie in Eschede das Sicherheitsverhältnis zwischen Straße und Schiene kaum: Bei dem schlimmsten Zugunfall in der deutschen Nachkriegsgeschichte starben am 3. Juni 1998 101 Menschen, nachdem ein ICE entgleiste. Dieses furchtbare Ereignis hat zu weiteren Sicherheitsüberprüfungen bei der Bahn geführt. Dadurch ist Bahnfahren heute noch sicherer geworden. Zum Vergleich: Allein im Monat des Zugunglücks von Eschede starben im Straßenverkehr 684 Menschen.

 
 

 

Luftverkehr

Flugzeug, © Allianz pro Schiene/Taubert

Da der Luftverkehr zu einem großen Teil grenzüberschreitend ist, wird auf den direkten Vergleich mit den hier national betrachteten Landverkehrsträgern verzichtet. Zwei Dinge bleiben aber anzumerken: Zum einen sind im Jahr 2005 in der Europäischen Union 62 Eisenbahn-Reisende tödlich verletzt worden, während im gleichen Zeitraum 135 Fluggäste getötet wurden. Zum anderen ist die Gefahr von Flugzeugunglücken bei Start und Landung höher. Somit sind Kurzstreckenflüge auf die Verkehrsleistung bezogen gefährlicher als Langstreckenflüge.