Hauptnavigation


 

Pfadnavigation

Sie sind hier:
  1. Startseite
  2. | Reise-Lektüre

Reise-Lektüre

Reise-Lektüre

Wer Bahn fährt, kann lesen. Aber nicht jedes Buch eignet sich für winterkalte Bahnsteige, überheizte Großraum-Abteile oder elegante DB-Lounges. Die Allianz pro Schiene stellt in loser Folge Lesefutter für eine gelungene Bahnreise vor: Nicht zu lang, nicht zu schwer, aber so fesselnd, dass jede Verspätung ein Gewinn ist.

 

Toralf Staud: Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen

Greenwashing boomt

Toralf Staud: Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen

Immer mehr Unternehmen, Verbände und Politiker hängen sich ein Ökomäntelchen um, um sich oder ihre Produkte besser zu verkaufen. Dass Werbung und Realität auch im Umweltbereich durchaus zwei verschiedene Paar Schuhe sein können, zeigt der Journalist Toralf Staud in 59 Fallbeispielen anschaulich in „Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen“. Ein besonders dreistes Lügen-Beispiel: Der RWE-Elektro-Smart, der von Daimler und RWE als ausgesprochen klimafreundlich angepriesen wird. Staud, Gründer des Internetblogs www.klima-luegendetektor.de, weist ihm 30 Prozent höhere CO2-Emissionen nach als demselben Fahrzeug mit Dieselmotor.

Das im Umweltbereich zunehmend vorkommende „Lügen, bis das Image stimmt“ (Untertitel des Buches) hat aber auch eine positive Seite. Bei Lichte betrachtet ist es Ausdruck eines tiefgreifenden Wertewandels. In den USA enthalten bereits mehr als 10 Prozent aller Werbeaussagen Umweltschutzbehauptungen. Und wie heißt es so schön im Marketingdeutsch? Markenkern und Markenimage dürfen sich nicht zu weit voneinander entfernen, sonst wird man unglaubwürdig. Insofern wünschen wir uns ruhig beides: Immer mehr Greenwashing und noch mehr Aufklärung mit dem Klima-Lügendetektor – auf dass die Welt tatsächlich grüner werde.

Toralf Staud: Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen. Lügen, bis das Image stimmt.
KiWi paperback
8,95 Euro

 

Carsten Otte: Goodbye Auto

Autobiografie ohne Auto

Cartsen Otte: Goodbye Auto

Im Grunde beherzigen alle Lebenskünstler seit „Hans im Glück“ eine einfache Regel: Sie erklären die Not zur Tugend, den Mangel zum Erfolg. Der Radiomoderator Carsten Otte ist einer von ihnen. Sein Buch von einem, der auszog, die Welt ohne Auto zu erkunden, liest sich so abenteuerlich wie die Märchen der Gebrüder Grimm. Auch weil Otte radikal ist. Zwar ist er kein Autofeind, aber doch einer, der Zeit seines Lebens die Reifeprüfung Führerschein verweigert hat: Keine Fahrerlaubnis, das ist ein verkehrspolitisches Sit-in erster Güte: „Stell’ dir vor, es ist Stau, und keiner steckt drin.“

Als Fußgänger, Bahnfahrer und Beifahrer legt Otte die berüchtigte Autonation auf die Couch und macht unseren ganz alltäglichen Wahnsinn wieder sichtbar. Wie einst Hans im Glück kommt Otte zum Schluss zu einem lebensklugen Ergebnis: Es geht auch ohne. Das Auto ist ein Auslaufmodell. Kein Zweifel, Carsten Otte ist mobil. Vor allem im Kopf.

Carsten Otte: Goodbye Auto. Ein Leben ohne Führerschein.
Goldmann Verlag
8,95 Euro