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Projekt Umweltbezogene Risikobewertung bei der Finanzierung von Schienenfahrzeugen

Projekt

Umweltbezogene Risikobewertung bei der Finanzierung von Schienenfahrzeugen

Die Berücksichtigung von Umweltstandards im Schienenverkehr wird auch für Finanzierungsinstitutionen immer wichtiger. Für Kreditgeber und Leasingfirmen spielt es bei der Beurteilung des Kredit- bzw. Finanzierungsrisikos von Schienenfahrzeugen eine wesentliche Rolle, wie freizügig die finanzierten Fahrzeuge eingesetzt und damit weiterverwertet werden können, wenn sie bei Ende des Mietvertrages oder bei Insolvenz des Kreditnehmers einer neuen Verwendung zugeführt werden sollen. Umweltpolitische Entwicklungen führen dazu, dass Eisenbahnfahrzeuge mit hohen Umweltstandards eine bessere Wertentwicklung aufweisen.

 

Ergebnisse

Leitfaden für Banken und Eisenbahnunternehmen

Im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes „Umweltbezogene Risikobewertung bei der Finanzierung" haben wir ein Bewertungssystem entwickelt, das Banken und andere Finanzierungsinstitutionen nutzen können, um die Wiedereinsatzmöglichkeiten von Fahrzeugen, die unter Umweltaspekten entweder besonders innovativ oder problematisch sind, mit wenig Aufwand realistisch zu beurteilen.

Eins der Ergebnisse ist, dass bei der Wertentwicklung signifikante Unterschiede zwischen Eisenbahnfahrzeugen unterschiedlicher umweltbezogener Qualitätsklassen bestehen. Umfang und Ausprägung dieser Unterschiede hängen von dem zu Grunde gelegten umweltpolitischen Szenario ab. Die möglichen Szenarien beinhalten Entwicklungen des Zulassungsrechts, Auswirkungen von Lärmminderungs- und Luftqualitätsplanung und das künftige Bestellverhalten von Aufgabenträgern des SPNV.

 

Über das Projekt

Lange Zeit konnten EVU, Schienenfahrzeugbauer und Finanzierer davon ausgehen, dass neue Fahrzeuge, wenn sie für den Betrieb zugelassen waren, bis zum Ende der technischen Lebensdauer eingesetzt werden konnten - unabhängig von Änderungen im Emissions- und Umweltrecht.

Aktuelle Entwicklungen stellen jedoch in Frage, dass Fahrzeuge, die bei der Ablieferung nicht über innovative, oder zumindest aktuelle, Umweltstandards verfügen, auch in Zukunft freizügig verwendet werden können. Folgende Entwicklungen geben Anlass für diese Einschätzung:

  • Zulassungsprobleme sind jedenfalls beim späteren Weiterverkauf ins Ausland denkbar.
  • Dieseltriebfahrzeuge müssen bei späterer Remotorisierung die dann aktuellen Abgaswerte erfüllen.
  • Lärmminderungs- und Luftreinhaltepläne können dazu führen, dass bestimmte Fahrzeuge örtlich nicht mehr oder nur zu erhöhten Kosten (z. B. wegen emissionsabhängiger Trassenpreise) eingesetzt werden können.
  • Öffentliche Auftraggeber können die Vergabe von Verkehrsverträgen, z. B. im SPNV, von der Erfüllung aktueller Umweltstandards abhängig machen.

Das Ziel des Allianz pro Schiene-Projektes besteht darin, ein Bewertungssystem zu erstellen, das Banken und andere Finanzierungsinstitutionen nutzen können, um das Risiko bei der Finanzierung von Fahrzeugen, die unter Umweltaspekten entweder besonders innovativ oder problematisch sind, realistischer zu beurteilen.

Das Projekt wird finanziell und inhaltlich vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.