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Verkehrspolitik braucht konkrete Ziele

Verkehrspolitische Forderungen an den Bund

Verkehrspolitik braucht konkrete Ziele

S-Bahn und Uhr im Berliner Hauptbahnhof

Problem 1: Der Bund hat keine klaren Ziele, wie sich der Marktanteil des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs in Deutschland entwickeln soll.

Allianz pro Schiene-Forderung: Der Bund muss sowohl für den Schienengüterverkehr als auch für den Schienenpersonenverkehr Marktanteils-Ziele formulieren. Die Allianz pro Schiene hält im Jahr 2020 einen Marktanteil von mindestens 25 Prozent im Schienengüterverkehr und einen Marktanteil von mindestens 15 Prozent im Schienenpersonenverkehr für realistisch.

 

Problem 2: Deutschland und die EU haben kein CO2-Minderungsziel für den Verkehrssektor – und dies, obwohl der Verkehrssektor in der Europäischen Union der einzige Bereich mit steigendem Kohlendioxidausstoß ist und mittlerweile für 28 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes steht. CO2-Grenzwerte für Pkw-Flotten reichen nicht aus, da sie keine Antwort auf eine Zunahme des motorisierten Straßenverkehrs liefern und das Einsparpotenzial durch Verlagerung von Verkehren auf die umweltfreundlichere Schiene außer Acht lassen.

Allianz pro Schiene-Forderung: Der Bund muss sich ein nationales CO2-Minderungsziel für den gesamten Verkehrssektor setzen und auf ein ebensolches EU-Ziel hinwirken. Die Allianz pro Schiene hält ein CO2-Reduktionsziel in Höhe von 20 Prozent bis zum Jahr 2020 (Basisjahr 1990) für ein unverzichtbares Minimum. Wichtig ist der verkehrsträgerübergreifende Ansatz: Es muss ein CO2-Minderungsziel für den gesamten Verkehrssektor geben. Verengt sich der Blick von vornherein auf einzelne Verkehrsträger (z.B. lediglich ein CO2-Ziel für Pkw), gerät das CO2-Einsparpotenzial durch Verkehrsverlagerung aus dem Blickfeld.

 

Problem 3: 20 Prozent der Deutschen fühlen sich von Schienenlärm belästigt. Der Bund hat kein konkretes Reduktionsziel für Schienenlärm.

Allianz pro Schiene-Forderung: Der Bund muss für alle Verkehrsträger Lärmminderungsziele definieren – auch für den Schienenverkehr. Die Allianz pro Schiene hält eine Lärmreduktion von mindestens 10 dBA (im Vergleich zum Jahr 2009) im Durchschnitt aller Schienenstrecken bis zum Jahr 2020 für notwendig und machbar. 10 dBA entsprechen einer wahrgenommenen Halbierung des Lärms. Voraussetzung für die Realisierbarkeit ist ein Lärmsanierungsprogramm des Bundes, mit dem die Umrüstung von Güterwagen auf Verbundstoffsohlen („Flüsterbremsen“) finanziell gefördert wird, da der Markt den Einsatz lärmarmer Güterwagen bislang nicht honoriert.