In Finnland und Schweden fahren die LHV’s (longer and heavier vehicles) oder Mega Trucks, so die englischen Bezeichnungen, schon lange. Doch die weiträumigen, relativ dünn besiedelten skandinavischen Regionen mit wenig Straßenverkehr sind nicht zu vergleichen mit dem Rest Europas. Dort ist das Straßennetz dicht gebaut und stark befahren - für Mega Trucks nicht geeignet. Dennoch macht sich insbesondere Schweden für eine europaweite Einführung stark. Dahinter stehen vor allem industriepolitische Interessen: In Schweden sitzen namhafte Hersteller der Riesenfahrzeuge, die neue Absatzmärkte erschließen wollen.
Auch die Niederlande und Dänemark wollen die Straßengiganten haben. In beiden Ländern wird in großangelegten „Praxistests“ bereits mit Mega Trucks experimentiert. Doch ohne den grenzüberschreitenden Einsatz lohnen sich die Riesen-LKW nicht. Deshalb setzen sich diese Länder für ihre Zulassung in der ganzen EU ein.
Eindeutig abgelehnt werden die Gigaliner von Großbritannien, Österreich und der Schweiz. In Deutschland bietet die Politik beim Thema Mega Truck-Einführung ein gespaltenes Bild. Die Verkehrsminister der Bundesländer haben sich bei der Verkehrsministerkonferenz im Oktober 2007 in einem Beschluss mit 10 zu 6 Stimmen gegen die Zulassung von Riesen-Lkw und gegen weitere Pilotversuche ausgesprochen. Doch noch immer rollen Riesen-LKW auf deutschen Straßen. Unbeeindruckt vom Beschluss der Verkehrsministerkonferenz führen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auch weiterhin Tests mit Riesen-LKW durch. Und die schwarz-gelbe Bundesregierung plant laut Koalitionsvereinbarung einen bundesweiten Versuch mit Gigalinern.