Bereits heute ist an jedem fünften Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ein LKW beteiligt. Es liegt auf der Hand, dass Unfälle desto gravierendere Folgen haben, je schwerer die Fahrzeuge sind. Zudem behindern Riesen-Lkw durch ihre Länge den Verkehr: Sie machen Überholvorgänge unübersichtlich und haben längere Räumzeiten an Kreuzungen. Kurz, Riesen-LKW erhöhen das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmer.
Mehr Fracht pro LKW – das spart LKW-Fahrten und CO2 und entlastet die Umwelt. Behauptet die LKW-Lobby. Fakt ist aber, dass Gigaliner mehr Straßenverkehr und deshalb mehr Umweltbelastungen erzeugen. Denn Gigaliner machen den Straßengüterverkehr um 20% billiger, was zu einer gigantischen Verlagerung von den umweltfreundlichen Güterbahnen auf die Straße führen wird. Allein beim Kombinierten Verkehr rechnen die Gutachter K+P Transport Consultants, in einer Studie im Auftrag des deutschen Bundesverkehrsministeriums, mit einer Verlagerung von mindestens 32% des Schienenverkehrs auf die Straße. Die Gutachter kommen in einer zweiten Studie außerdem zu dem Schluss, dass auch der Einzelwagenverkehr betroffen wäre. Bis zu 25% dieser Schienentransporte würden durch Riesen-LKW zurück auf die Straße verlagert. Das heißt im Klartext: Millionen zusätzlicher LKW-Fahrten auf europäischen Straßen – eine klimapolitische Katastrophe.
Brücken, Tunnel, Leitplanken, Parkplätze, Bahnübergänge – die Straßen in Europa sind weder für 60-Tonner noch für 25-Meter-Kolosse ausgestattet. Kosten in Milliardenhöhe entstehen für die Allgemeinheit, um das Straßennetz für Riesen-Lkw auszubauen, und für Reparaturen, wenn die Riesen-LKW den Verschleiß beschleunigen. Wer zahlt? Natürlich die Steuerzahler.