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Grußwort Peter Ramsauer

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zum 10-jährigen Jubiläum

Gut, dass die Bahn so starke Fürsprecher wie die Allianz pro Schiene hat

Allianz pro Schiene/tiefseh.net/Niklas Boockhoff

Das 10-jährige Jubiläum von Allianz pro Schiene fällt zusammen mit einem anderen Jahrestag, den wir in diesem Jahr feiern werden. Am 7. Dezember 2010 jährt sich zum 175. Mal die erste Fahrt einer dampfgetriebenen Eisenbahn auf deutschem Boden. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, was die Menschen im Jahr 1835 empfunden haben müssen, als sie den „Adler“ zwischen Nürnberg und Fürth erlebten, wie er sich dampfend seinen Weg durch die Landschaft bahnte.

Und wie so oft bei technischen Neuerungen gab es auch damals große Skepsis. Besonders kurios erscheint aus heutiger Sicht eine Warnung bayerischer Ärzte. „Ortsveränderungen mittels irgendeiner Art von Dampfmaschinen“, hieß es in einem Gutachten von 1835, „sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein.“ Ich bin mir sicher, dass die Allianz pro Schiene, hätte es sie damals schon gegeben, ein Gegengutachten angefertigt hätte. Aber im Ernst: Die Bahn brauchte damals Unterstützer, und es ist gut, dass sie auch heute starke Fürsprecher wie die Allianz pro Schiene hat.

Heute ist die Bahn neben dem Automobil das erfolgreichste und wichtigste Verkehrsmittel. Was Kosten, Geschwindigkeit und vor allem natürlich die Nachhaltigkeit betrifft, ist die Bahn konkurrenzfähig, wenn nicht gar konkurrenzlos. Zudem ist sie ist ein grundlegender Pfeiler unserer Daseinsvorsorge. Mobilität für alle ist ohne die Bahn undenkbar. Aus all dem folgt, dass die Schiene in unserer Verkehrspolitik eine zentrale Rolle spielen muss und wird.

Daher wird die Bundesregierung die 1993 auf den Weg gebrachte Bahnreform weiterführen. Das gilt insbesondere für das Ziel, die vorhersehbaren Verkehrszuwächse sowohl im nationalen als auch im internationalen Personen- und Güterverkehr zu einem großen Teil auf die Schiene bringen. Dazu brauchen wir starke Bahnen und eine leistungsfähige Infrastruktur.

Die Bahnreform fortzuführen heißt auch, dass wir die positive Entwicklung der Deutschen Bahn AG weiterhin unterstützen werden. Es heißt aber nicht, dass wir das Unternehmen um jeden Preis an die Börse bringen. Eine Privatisierung darf nie zum Selbstzweck werden, sie muss immer den Interessen der Bürgerinnen und Bürger dienen. Die Bahn hat gerade auch einen gemeinwirtschaftlichen Auftrag. Netz und Infrastruktur bleiben deshalb in der Hand des Bundes.
Für die Bewältigung des wachsenden Verkehrsaufkommens brauchen wir einen nachhaltigen Ausbau des Schienennetzes. Angesichts der hohen Belastung unserer Straßen müssen wir die Infrastruktur der Bahn stärken. Ich setze mich deshalb vehement für hohe Investitionen im Schienenbereich ein. Die zwischen Bund und DB AG abgeschlossene Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung hilft zudem, die Qualität des Netzes zu sichern.

Wenn es um Qualität geht, sind nicht nur die Eisenbahnverkehrs- bzw. infrastrukturunternehmen sondern auch die Hersteller der Züge gefragt. Früher hieß es in der Werbekampagne der damaligen Bundesbahn: „Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ Im letzten Winter war das rollende Material den Anforderungen des Wetters jedoch bei weitem nicht immer gewachsen. Das muss sich künftig ändern – auch weil wir deutsche Bahntechnologie stärker international vermarkten wollen.

Der Schienenverkehr hat enorme technologische, ökonomische und nicht zuletzt ökologische Potenziale. Als Bundesverkehrsminister wünsche ich mir manchmal, dass diese Potenziale auch dann stärker ins öffentliche Bewusstsein dringen, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Schienenprojekte ganz konkret in Angriff zu nehmen.

Wenn es darum geht, das Ansehen der Bahn in der Öffentlichkeit zu verbessern, ist die Allianz pro Schiene seit 10 Jahre eine große Unterstützung. Zudem ist sie ein kritischer und konstruktiver Begleiter der Politik. Ich bin mir sicher, dass sich die Allianz pro Schiene auch in den kommenden 10 Jahren – und darüber hinaus – erfolgreich dafür einsetzen wird, die herausragende Stellung der Bahn in unserem Verkehrssystem zu erhalten und auszubauen. Dabei wünsche ich ihr von ganzem Herzen viel Erfolg.

 

Dr. Peter Ramsauer
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung